Beim BVB gibt es vor Transferschluss ungewohnte Hektik

BVB-Sportdirektor Michael Zorc
BVB-Sportdirektor Michael Zorc
Foto: imago
Was wir bereits wissen
  • Der BVB buhlt um zwei Spanier, doch die Verhandlungen stocken.
  • Nun wächst der Zeitdruck.
  • Ein Millionenangebot für Adrian Ramos wurde abgelehnt.

Dortmund.. Glaubt man all dem, was zuletzt zu lesen war, hat Michael Zorc in den vergangenen Wochen ordentlich Vielfliegermeilen gesammelt. Anfang Januar war der Sportdirektor von Borussia Dortmund mit der Mannschaft ins Trainingslager in Dubai aufgebrochen, verschwand aber wenig später wieder. Seitdem ist nur gesichert, dass er am 19. Januar zum Testspiel gegen Sparta Prag (3:1) in Essen auftauchte.

Außerdem soll der 53-Jährige in Kiew gewesen sein, um über einen Kauf von Flügelspieler Andriy Yarmolenko zu verhandeln, der schlussendlich aber als zu teuer verworfen wurde. Auch in Italien hat er sich angeblich umgeschaut – und aktuell steht Spanien ganz oben auf der Liste. Wenige Tage vor Ende der Transferperiode am 1. Februar bemüht sich der BVB dem Vernehmen nach intensiv um die Verpflichtung der spanischen Talente Oliver Torres (21) von Atletico Madrid und Mikel Merino (19) vom CA Osasuna.

Komplizierte BVB-Verhandlungen mit Torres

Doch die Verhandlungen sind nicht ohne: Dem „Kicker“ zufolge würden die Dortmunder Torres gerne mit Kaufoption leihen, um gerüstet zu sein, falls Ilkay Gündogan seinen Vertrag nicht verlängert – und ihn möglicherweise wieder abgeben zu können, falls der deutsche Nationalspieler doch bleibt. Madrids Trainer Diego Simeone allerdings sperrt sich nach Informationen dieser Redaktion gegen einen Abgang des Eigengewächses. Den schon von mehreren Medien als sicher vermeldeten Merino-Wechsel torpedierte am Mittwochabend Osasuna-Präsident Luis Sabalza durch sein Veto – um den Preis zu treiben?

Transfer Denn der BVB hat sich in eine ungewohnte Notlage manövriert: In den vergangenen Jahren hatte Zorc seine Kaderplanung meist lange vor Ende der Wechselfrist erledigt. Wintertransfers mag er ohnehin nicht: Im Januar, das hat er oft betont, ist es ungleich schwieriger und teurer, gute Spieler von ihren Vereinen loszueisen. Zwar lehnte der BVB nach Informationen dieser Redaktion ein zweistelliges Millionenangebot aus China für Stürmer Adrian Ramos ab, ließ aber die Flügelspieler Jonas Hofmann (zu Borussia Mönchengladbach) und Adnan Januzaj (Rückkehr zu Manchester United) ziehen – nun gibt es Handlungsbedarf.

Lange setzte man auf Yunus Malli. Mainz 05 aber schob dem Transfer nach einigem Hin und Her einen Riegel vor – jetzt wird die Zeit knapp. BVB-Trainer Thomas Tuchel hat mehrfach klargemacht: „Wir haben zwei Spieler abgegeben und ich finde, dass wir die Qualität hochhalten müssen – auch die Trainingsqualität.“ Direkter Ersatz für die Abgänge sind aber weder Torres noch Merino, beide spielen lieber im zentralen Mittelfeld. Michael Zorc wird also noch für eine Weile gut zu tun haben.