Auf den BVB wartet direkt der ultimative Stresstest

Borussia Dortmund startet in Leverkusen in die Bundesliga-Rückrunde. Erst danach wird klarer werden: Ist 2015 tatsächlich alles besser beim BVB?

Dortmund.. Im Land der Borussen sind sie nun wirklich mehr als bereit, die guten Dinge zu sehen. Das Schlechte, das soll hinter dem BVB liegen. Es war ja auch bisweilen schlecht genug: Die meisten Niederlagen der Bundesliga, Tabellenplatz 17, Abstiegskampf der Multimillionenmänner. Aber jetzt, jetzt da die besten Fußballer des Landes in weniger als 48 Stunden mit der Begegnung Wolfsburg gegen Bayern München am Freitagabend wieder den Dienst aufnehmen, soll auch für Borussia Dortmund alles besser werden. Start in die Rückrunde, Start in eine bessere Zukunft. Die Stunde, in der es das zu beweisen gilt, rückt für Schwarz und Gelb näher. Samstagabend, 18.30 Uhr, Stadion von Bayer Leverkusen. High noon. Erst danach weiß man: was nun?

Denn natürlich sind die Macher überzeugt, bis hierher alles richtig gemacht zu haben. Nur wenige handwerkliche Fehler schrieben sich BVB-Boss Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Michael Zorc und Trainer Jürgen Klopp gegenseitig in ihre Hinrunden-Zeugnisse. Der fatale Absturz, den die Borussia „weder erwartet noch einkalkuliert“ (Zorc) habe, konnte seine rasende Geschwindigkeit nur erreichen, weil die WM so folgenschwer wirkte, weil sich Leistungsträger verletzten und schließlich keine Zeit mehr blieb, Lösungen für bestehende Probleme zu erarbeiten. So sagen sie. „Es war wirklich gut, dass wir in der Winterpause die Reset-Taste drücken konnten“, sagt Zorc.

Klopp lobt Intensität des Winter-Trainings

Reset-Tasten sind hilfreich, wenn elektronische Systeme havariert sind, wenn nichts mehr geht. Aber in diesem Fall ist ein fußballerisches System zusammengebrochen. Es wieder zusammenzulöten, hat sich Trainer Klopp in den drei Wochen Vorbereitung auf die BVB-Fahne geschrieben. Diese flatterte neben dem Platz unruhig im spanischen Wind, während Klopp im Trainingslager in La Manga die Automatismen zur programmieren versuchte: Wenn der Ball beim Gegner ist, dann wollen wir ihn schnell wiederhaben, wenn wir ihn gewonnen haben, dann suchen wir schnell den Weg zum Tor. „Ich hätte mir gewünscht, dass unsere Trainingseinheiten weltweit öffentlich ausgestrahlt worden wären, damit alle hätten sehen können, mit welcher Intensität und Konzentration die Jungs zu Werke gegangen sind“, lobte Klopp. Mit anderen Worten: alle haben begriffen, worum es geht, alle ziehen mit, alles wird gut.

Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Marco Reus, der wie andere nach langer Verletzung wieder zurück ist. Sie ruhen auch auf Pierre-Emerick Aubameyang, der in der Hinrunde noch zu den positiveren Erscheinungen zählte und gestern wieder in Dortmund eintraf, frisch eingeflogen vom Afrika-Cup. Er bietet seinem Trainer nun die Wahl zwischen ihm als einziger Spitze und dem Italiener Ciro Immobile. Überhaupt tummeln sich derzeit so viele einsatzfähige Spieler wie lange nicht mehr auf dem Dortmunder Trainingsplatz.

Und nun, Herr Hummels? "Das werden wir sehen"

Was das heißt? „Das werden wir dann sehen, das ist halt die Krux an der Vorbereitung“, sagt Abwehrchef Mats Hummels, der mit seinen Kollegen beim letzten Test gegen Zweitligist Fortuna Düsseldorf einen mittelmäßigen Eindruck hinterließ. Er sagt: „Man kann eine Vermutung haben, wie man drauf ist, aber man kann es nie sicher sagen. Das werden wir sehen.“

In Leverkusen. Am Samstag. Vier Tage später gegen Augsburg, drei Tage später gegen Freiburg, wo es zu einem bedrückenden Duell der beiden Tabellenletzten kommen könnte. Der Neustart des schwarz-gelben Systems wird schnell einem ultimativen Stresstest unterzogen. Danach soll das Gute wieder leichter zu erkennen sein.

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