Auch BVB-Gegner Bayern plagen Personalprobleme

Derzeit nur in Trainingsklamotten unterwegs: Franck Ribery vom FC Bayern München.
Derzeit nur in Trainingsklamotten unterwegs: Franck Ribery vom FC Bayern München.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Ribery, Robben, Alaba, Martinez - die Verletzungsliste von Bayern München ist prominent besetzt. Der BVB rechnet dennoch mit einem Gegner in Topform.

Dortmund.. Noch vor einem Jahr war nicht unbedingt damit zu rechnen, dass Sebastian Rode mal in einem Atemzug mit Bastian Schweinsteiger und Xabi Alonso genannt werden würde. Die Verwunderung war groß, als der FC Bayern München die Verpflichtung des Frankfurter Mittelfeldspielers von Eintracht Frankfurt bekannt gab. Im April 2015 aber wird jener Rode angeführt, wenn Jügen Klopp, der Trainer von Borussia Dortmund, die Stärke des Bayern-Kaders belegen will.

Personalien Dass diese Frage überhaupt debattiert wird, liegt daran, dass den Münchnern in kurzer Folge drei ihrer tragenden Säulen weggebrochen sind: Arjen Robben, Franck Ribery und David Alaba. "Bayern hat in der Offensive Thomas Müller, Mario Götze und Robert Lewandowski zur Verfügung", meint Klopp trocken. "Ich habe schon von schlimmeren Offensivreihen gehört." Und auch Philipp Lahm werde wohl wieder dabei und in guter Form sein. "Für dieses Spiel müssen wir mit maximaler Qualität rechnen", so der BVB-Coach.

Und doch will auch Klopp nicht bestreiten, dass die Ausfälle für die Statik des Bayern-Spiels gravierende Auswirkungen haben: Ribery und Robben sind jene Spieler, die mit ihrem Tempo und ihrer Dribbelstärke für die Zuspitzung im bayerischen Ballbesitzspiel sorgen. Im Hinspiel war es Ribery, der den 1:1-Ausgleich einleitete und den Elfmeter zum 2:1-Endstand aus Münchner Sicht herausholte. Arjen Robben, der dem BVB in jüngerer Vergangenheit immer wieder wehgetan hat, war der Mann, der verwandelte.

Bayern muss umstellen - und der BVB muss reagieren

"Ribery, Robben und Alaba sind drei der schnellsten Spieler im Kader", sagt Klopp. "Wenn du Tempo verlierst, musst du etwas umstellen." Die Bayern müssen sich also Gedanken machen, wie sie ihr Spiel vortragen - und wie sie diesen Vortrag absichern. Denn mit seinem Tempo und seiner Zweikampfstärke war Alaba ein wichtiger Faktor, um gegnerische Konter auszubremsen - zumal mit Javi Martinez ein weiterer in dieser Hinsicht wichtiger Spieler nach wie vor ausfällt. "Man muss sich auf ein anderes Bayern vorbereiten als wenn die drei spielen würden, das ist klar", sagt Klopp.

Bundesliga Die Münchner Verletzungssorgen wirken sich also auch auf die Arbeit des Dortmunder Trainerstabs aus: Hier muss antizipiert werden, welches Personal der Gegner nun wohl wählen wird, wie sich das auf die Spielweise auswirkt - und was dagegen getan werden kann. Dabei muss auch Klopp improvisieren: Auf den defensiven Außenbahnen fehlen ihm Lukasz Piszczek und Oliver Kirch. Marcel Schmelzer, Erik Durm und Kevin Großkreutz sind erst kürzlich nach längeren Verletzungspausen ins Training zurückgekehrt, somit verbleiben der etatmäßige Innenverteidiger Sokratis und der 19-jährige Jeremy Dudziak, der die Erfahrung von etwa einer halben Stunde Bundesliga mitbringt. Im Mittelfeld fehlt weiterhin Nuri Sahin.

BVB muss gut verteidigen - und gut umschalten

Die Herangehensweise dagegen ist schon jetzt klar: "Man sollte ziemlich gut verteidigen gegen Bayern", so der Trainer, "und sich idealerweise im Umschaltspiel die eine oder andere Möglichkeit erarbeiten und dann auch nutzen." Dieses Rezept gelang im Hinspiel eine Halbzeit lang gut, mit einer 1:0-Führung ging man in die Pause - und erlag später doch dem Druck der Münchner. "Das bestrafen sie sofort. Das wurden wir in der zweiten Halbzeit und dann brauchst du Glück. Das hatten wir nicht - und dementsprechend haben wir verdient verloren."

Auch wegen dieser Niederlage sind die Voraussetzungen vor dem Rückspiel nun ganz andere als sonst: Der FCB rangiert wie gewohnt an erster Position, doch der BVB geht als Tabellenzehnter ins Duell. "Wir sehen uns nicht auf Augenhöhe mit Bayern München", sagt denn auch der BVB-Coach - und weil das allzu fatalistisch klingt, schiebt er schnell hinterher: "So haben wir uns noch nie gesehen." Für die anstehende Partie habe das ohnehin keine Relevanz: "In den jeweiligen Spielen haben wir uns nicht als chancenlos betrachtet, das ist auch dieses Mal so. Es ist ein Heimspiel von Borussia Dortmund, die haben wir generell im Vorfeld noch nie abgeschenkt."