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Interview : Dortmunds Dede will „kein Theater machen“

BVB, 07.01.2010, Nils Hotze

Marbella. Dede (31) trainiert im „Paradise of football and sports“ als einziger in der Hinrunde länger verletzte Borusse mit der Mannschaft. Hier spricht der dienstälteste BVB-Profi übers Älterwerden in einer immer jüngeren Mannschaft; über Rückschläge und einen Befreiungsschlag; über Anerkennung. Aber auch über Abnutzungserscheinungen.

Dede, den 19. Dezember 2009 wird in Dortmund niemand so schnell vergessen. Der 100. Geburtstag des BVB war aber auch für Sie persönlich ein bedeutsamer Tag. Nur fünf Wochen nach einem Innenbandriss haben Sie Ihr Comeback gefeiert.

Dede: Dieses Gefühl kann man mit Worten nicht beschreiben. Die Ärzte hatten gesagt: Es dauert acht Wochen, also bis 2010. Als der Trainer mich zu sich holte, schlug mir das Herz bis zum Hals. Wie damals, nach meinem Kreuzbandriss. Aber dann haben die Fans meinen Namen gerufen – in diesem Moment haben sie die 50 Prozent wett gemacht, die mir eigentlich noch fehlten.

Im Sommer hat Michael Zorc Sie nach der langen Ausfallzeit in der Folge des Kreuzbandrisses als Neuzugang bezeichnet. Glauben Sie, dass Sie den Sportdirektor bei nur 696 Minuten Einsatzzeit in zehn Spielen überzeugen konnten?

Dede: Zu Saisonbeginn habe ich erst gar nicht und dann schlecht gespielt. Doch dann kam das Spiel in Mönchengladbach. Das war der Wendepunkt der ganzen Hinrunde. Wir standen unter großem Druck. Aber in diesem Spiel haben wir eine neue Serie gestartet. Und ich war dabei.

Wie beim folgenden Sieg gegen Bochum und den Unentschieden bei den Topklubs Leverkusen und Bremen?

Tinga und Dede. Foto: WR/Franz Luthe

Dede: In Bremen habe ich schon nach acht Minuten etwas im Knie gespürt. Aber ich habe dem Arzt nichts davon gesagt. Ich hab’ gedacht: Das ist nichts. Denn es war links, den Kreuzbandriss hatte ich aber rechts. Und rechts war alles super. Nach dem Spiel stellte sich dann aber heraus, dass der Meniskus beschädigt war.

Wie weit hat Sie diese erneute Verletzung zurück geworfen?

Dede: Alle anderen Spieler, die hier im Trainingslager sind, stehen vor mir. Das ist klar. Aber anders als früher habe ich jetzt Zeit. Bisher bin ich nach Verletzungen immer frühzeitig zurückgekommen. Wenn der Arzt vier Wochen Pause verordnet hat, hab ich nach zwei wieder gespielt. Das war nicht gut für meinen Körper – und das merke ich heute.

Mit Marcel Schmelzer haben Sie mittlerweile einen ernst zu nehmenden Konkurrenten. Er hat gut gespielt, und konstant. Und er ist jung, zehn Jahre jünger als Sie. Wie schätzen Sie diese Situation ein?

Dede: Wissen Sie was? Es ist klasse! Elf Jahre lang hieß es immer: „Dede darf nicht verletzt sein. Mit Dede darf nichts passieren.“ Ich habe elf Jahre lang fast jedes Spiel gemacht. Und es hat immer funktioniert. Ich selbst aber habe in vielen Spielen um meine Gesundheit gefürchtet. Doch das ist Gott sei Dank vorbei. Deshalb ist es für mich absolut positiv, dass der Trainer jetzt zwei gute Spieler für eine Position hat.

Dede, sind Sie von einer Last befreit?

Dede: Ja.

Deshalb wäre ein Platz auf der Bank kein Problem?

Dede: Wenn das ein ernsthaftes Problem wäre, würde ich die beleidigen, die wirklich Probleme haben. Nein, ich bin zufrieden. Wir können hier im Trainingslager in Ruhe arbeiten, haben eine gute Ausgangslage. Es gibt überhaupt keinen Grund, Theater zu machen.

Sie sind auch der „Integrationsminister“ der Borussia. Haben Sie Kontakt zum verletzten Tinga?

Dede: Ja klar! Es geht ihm gut. Ich habe am Sonntag mit ihm telefoniert; und auch schon mit dem Trainer gesprochen. Tinga kommt am 7. Januar nach Dortmund, trainiert dort zwei Tage und steigt dann am kommenden Montag sofort voll ins Mannschaftstraining ein.

Und wie geht der junge Felipe Santana damit um, dass er derzeit hinter Neven Subotic und Mats Hummels nur noch Innenverteidiger Nummer drei ist?

Dede: Wir reden viel. Aber am Ende gibt es nur eine Möglichkeit: Weiter trainieren und in jeder Einheit hundert Prozent geben. Mehr hab ich ihm nicht zu sagen.Durch Reden ist noch keiner auf den Platz gekommen. Ich spiele seit über elf Jahren beim BVB – aber ich habe nie mit dem Mund gespielt. Die Anerkennung der Fans und der Trainer habe ich mir durch Leistung verdient.

Sie sind jetzt 31. Doch wie alt sind Sie wirklich innerhalb dieser jungen Mannschaft?

Dede: 31 ist nicht so alt für einen Fußballer. Schauen Sie sich Ze Roberto an. Der ist mit 35 Jahren der beste Spieler in der ganzen Liga, und ein Vorbild für alle Leute. Nein, alt bin ich nicht.

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