S04/BVB

BVB-Stimmung gerettet – auf Schalke bleibt Keller ein Trainer auf Abruf

Hofft immer noch auf eine Bescherung durch  den Schalke-Vorstand: Jens Keller (r.)
Hofft immer noch auf eine Bescherung durch den Schalke-Vorstand: Jens Keller (r.)
Foto: Bongarts/Getty Images

Sieg ist nicht gleich Sieg. Während Kevin Großkreutz die Stimmung beim BVB über den Winter gerettet hat, bleibt auf Schalke trotz des Weiterkommens in der Champions League die Frage nach der Zukunft des Trainers offen. Ein Kommentar.

Essen.. Es hat nicht viel gefehlt, und diese Fußball-Saison hätte schon zur Halbzeit eine Pointe erlebt, die wohl niemand auf dem Zettel hatte: Königsblau, gefühlt in einer Dauer-Krise, kommt in der Champions League weiter, während Schwarz-Gelb, über Jahre von Fans wie Kritikern verhätschelt, in die Europaleague absteigen muss.

Dass es nicht so gekommen ist, lag – wie so oft im Fußball – an einem einzigen Schuss, mit dem diesmal Kevin Großkreutz aus Beinahe-Deppen wieder Helden gemacht hat. Was aber wäre gewesen, hätte das Dortmunder Urgestein in Marseille nicht noch in der 87. Minute getroffen?

Auch wenn der BVB – anders als Schalke – einen gefestigten Eindruck macht und einen unumstrittenen Trainer hat, wäre es spannend zu beobachten gewesen, wie sie beim zuletzt so erfolgsverwöhnten Klub mit dem Schock umgegangen wären, nach einem fulminanten Saisonstart innerhalb weniger Tage Meisterschaft (aller Voraussicht nach) und Champions League verspielt zu haben. Mit der Aussicht, auch im neuen Jahr in der Königsklasse weiter für Furore sorgen zu können, ist die Stimmung beim BVB trotz der Verletzungsmisere und der unbefriedigenden Lage in der Liga gerettet, aufkommende Kritik und Unruhe im Keim erstickt.

Aufatmen ja - Entwarnung nein

Davon kann auf Schalke trotz des gewonnenen Gruppen-Endspiels gegen Basel nicht die Rede sein. Aufatmen: ja. Entwarnung: nein. Sind doch die Zweifel an Jens Keller keineswegs schlagartig ausgeräumt. Weder bei Fans und Medien noch – weit wichtiger – bei den S04-Verantwortlichen. Haben diese doch nach dem Erreichen des Champions-League-Achtelfinales die Gelegenheit verstreichen lassen, klipp und klar zu sagen: Wir gehen mit Keller in die Rückrunde. Wer nach zwölf Monaten zur Beurteilung der Trainerarbeit unbedingt noch zwei weitere Vorrundenspiele gegen Freiburg und Nürnberg benötigt, demonstriert öffentlich seine Zweifel.

Wenn nicht alles täuscht, hängt Kellers Verbleib auf Schalke über die Winterpause hinaus weniger vom Ausgang der beiden kommenden Partien als von den sich auf dem Markt bietenden Alternativen ab.