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Bundesliga spart – trotz teurer Transfers

31.08.2010 | 17:19 Uhr
Bundesliga spart – trotz teurer Transfers
Klaas-Jan Huntelaar wechselt für 14 Millionen Euro vom AC Mailand zu Schalke 04.

Frankfurt.Die Wirtschaftskrise hat auch die Bundesliga zu einem Sparkurs gezwungen. Trotz teurer Transfers gaben die Klubs ingesamt 58,6 Millionen Euro weniger als im Vorjahr für die Verpflichtung neuer Spieler aus.

Die millionenschweren Last-Minute-Transfers von Jose Manuel Jurado, Klaas-Jan Huntelaar, Gylfi Sigurdsson und Mauro Camoranesi haben die Ausgaben zwar auf 158,4 Millionen Euro in die Höhe getrieben, die Wirtschaftskrise hat aber auch die Fußball-Bundesliga zu einem Sparkurs gezwungen. Kurz vor dem Ende der Wechselperiode am Dienstag um Mitternacht wurde der Ausgabenrekord aus dem Vorjahr (216,4 Millionen Euro) deutlich um 58 Millionen Euro verfehlt.

Den Investitionen in neue Spieler standen zudem Transfererlöse in Höhe von 142,7 Millionen Euro gegenüber. Am Dienstagabend brachte der Transfer von Zvjezdan Misimovic zu Galatasaray Istanbul Ex-Meister VfL Wolfsburg noch 8,5 Millionen ein. Im Endeffekt haben die 18 Vereine also lediglich 15,7 Millionen ausgegeben. Die Zurückhaltung auf dem Transfermarkt ist die logische Konsequenz aus der vergangenen Saison, in der die Hälfte der Klubs rote Zahlen geschrieben hat.

Vizemeister Schalke scheint dies allerdings nicht sonderlich beeindruckt zu haben. Die Königsblauen leisteten sich im Schlussverkauf den Niederländer Huntelaar (AC Mailand/14 Millionen), den Spanier Jurado (Atletico Madrid/11 Millionen) und den Franzosen Nicolas Plestan (OSC Lille). „Das Angebot konnte ich nicht ablehnen. Schalke ist ein sehr guter Schritt in meiner Karriere“, sagte Jurado.

Schalke unbeeindruckt

Trotz der Ausgaben in letzter Minute erscheinen die Bundesligisten im Vergleich mit den anderen europäischen Top-Ligen richtig geizig. In der englischen Premier League wurden 389,3 Millionen Euro ausgegeben, was auf der Insel zu einem Transferdefizit von 235 Millionen geführt hat. Manchester City hat alleine fast so viel Geld überwiesen wie die gesamte Bundesliga (153,5 Millionen). Die italienischen Serie-A-Klubs haben 270,9 Millionen (ein Minus von 2,2 Millionen) investiert. In der spanischen Primera Division wurden Spieler im Wert von 254,8 Millionen (ein Minus von 6 Millionen) gekauft.

In der deutschen Eliteklasse ist Schalke trotz der Schlussoffensive nicht ganz an Wolfsburg herangekommen. Die Niedersachsen, die den unter anderem den Brasilianer Diego für 15,5 Millionen Euro in die Bundesliga zurückholten, haben 38,9 Millionen investiert. Das Transferminus von 16,5 Millionen Euro kann sich der Klub mit dem VW-Konzern im Rücken offenbar leisten. Schalke investierte 34,6 Millionen Euro und muss trotz der Verkäufe von Heiko Westermann (Hamburger SV/7,5 Millionen) und Rafinha (FC Genua/9 Millionen) mit einem Minus von 17,5 Millionen leben.

Bayern ohne Neuverpflichtung

Im Gegensatz zu Wolfsburg und Schalke hat Rekordmeister Bayern München entgegen früherer Gepflogenheiten keinen Cent in neue Profis gesteckt. „Ich brauche keine neuen Spieler“, hatte Trainer Louis van Gaal oft genug beteuert. Durch den Verkauf von Georg Niedermeier (VfB Stuttgart/3,5 Millionen) und Jose Sosa (SSC Neapel/4 Millionen) haben die Bayern sogar 7,5 Millionen Gewinn gemacht.

Ein noch größeres Plus als Bayern verzeichnete 1899 Hoffenheim. Die Kraichgauer profitierten vom drittteuersten Export der Bundesliga-Geschichte. Allerdings investierten die Hoffenheimer einen großen Teil der 20 Millionen Euro, die der russische Meister Rubin Kasan für den Brasilianer Carlos Eduardo überwiesen hat, gleich wieder. Der vom englischen Zweitligisten FC Reading geholte Sigurdsson kostete 5,2 Millionen, für Sebastian Rudy vom VfB Stuttgart waren 4 Millionen fällig. Am Ende steht dennoch ein Gewinn von 11,6 Millionen - kein anderer Bundesligaklub hat im Sommer so gewinnbringend auf dem Transfermarkt gearbeitet.

Dennoch können die Verantwortlichen des sechsmaligen spanischen Meisters FC Valencia über diese Summe nur müde lächeln. Der Klub hat ein Transferplus von 83,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Bedanken muss sich Valencia vor allem bei Meister FC Barcelona. Die Katalanen überwiesen 40 Millionen für Weltmeister David Villa, der damit zum teuersten Spieler des Jahres wurde. Bei 547 Millionen Euro Schulden und einem halbfertigen neuen Stadion war der Geldregen aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. (sid)

DerWesten

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Kommentare
02.09.2010
15:10
Bundesliga spart – trotz teurer Transfers
von bot | #1

Was soll man dazu noch sagen? Die italienische Pleite- und Mafialiga gibt deutlich mehr als die Bundesliga und sogar mehr als die Baulöwen-Liga aus Spanien aus - kriminell und wettbewerbsverzerrend. Die UEFA muss Regeln aufstellen. Wer diese nicht einhält, spielt eben auch nicht in internationalen Wettbewerben.

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