Bundesliga macht Pause - Tipps für verzweifelte Fußballfans

Ohne Fußball kann das Leben eines Fans schon mal sinnlos erscheinen.
Ohne Fußball kann das Leben eines Fans schon mal sinnlos erscheinen.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
In der Sommerpause stehen die Fans vor einem existenziellen Problem: Was mit all der Zeit anfangen, die sonst der Fußball einnimmt? Eine Ideenliste.

Essen.. Es war klar, dass der Tag kommen würde. Und doch reißt er die Fußballfans alle zwei Jahre zuverlässig in eine Sinnkrise. Waren die Wochenenden bisher gefüllt mit der süßen Aussicht auf einen Erfolg des Lieblingsklubs oder - wir wollen ja realistisch bleiben - zumindest mit der Aussicht, sich endlich mal wieder aus tiefstem Herzen aufregen zu können, liegen genau diese Wochenenden nun blank und öde vor einem. Kein DFB-Pokal-, kein Champions-League-Finale kann diese Leere mehr füllen. Gut, die Nationalelf hat noch mal gespielt, gegen Gibraltar, aber ach, jetzt macht es sich endgültig breit, das Schreckgespenst des gemeinen Fans: die Sommerpause.

In diesem Jahr allerdings gibt es keinen Grund zur Sorge. Denn wir haben vorgesorgt und einen ausgefuchsten Notfallplan erarbeitet. Es mag vielleicht verrückt klingen, aber es gibt Alternativen zum wöchentlichen Bundesliga-Gucken. Unsere Tipps für verzweifelte Fans:

1. Kurztrips in Deutschlands Fußballstädte

Seien wir ehrlich: Als Fußballfan kennt man zwar diverse Stadien der Republik von innen, den Städten drumherum aber zeigt man meist die kalte Schulter. Dabei gäbe es so viel zu entdecken - gerade hier im Revier! Nehmen wir nur mal Deutschlands bekanntesten Stadtteil: Schalke strotzt vor Sehenswürdigkeiten. Und die haben praktischerweise auch noch mit unser aller Lieblingsballsport zu tun. Da wäre zum einen die Glückauf-Kampfbahn, bis zum Bau des Parkstadions 1973 Heimspielstätte des S04. Da wäre dem Ernst Kuzorra seine Geburtsstätte - und ihm sein Grab gleich mit. Und da wäre die Schalker Meile, auf der man sich nach all der Kultur gepflegt ein Pilsken zischen kann.

Freizeit-Tipps Auch 35 Kilometer weiter, im Reich des BVB, kann man Fußball und Sightseeing verbinden. Nach der klassischen Stadiontour, bei der man unter anderem in Kabinen, Spielertunnel und Gefängnis des Westfalenstadions hineinschaut, lässt man sich vom internationalen Flair rund um den Borsigplatz begeistern. Nur einen Steinwurf entfernt, an der Osterholzstraße 60, weht einem am Imbiss Pommes Rot-Weiß ein Hauch von Geschichte entgegen. Denn just an dieser Stelle stand einst die legendäre Gaststätte "Der Wildschütz", wo der BVB 1909 seine Geburt feierte. Darauf eine Currywurst.

2. Urlaub mit Blick auf schwitzende Profis

Noch eine Spur näher dran am Bundesliga-Geschehen bleibt natürlich, wer gleich seinen gesamten Sommerurlaub auf die Vorbereitung der Klubs ausrichtet. Dem Schalker bieten sich so zehn Tage in Kärnten an, wo die S04-Profis vom 5. bis 15. Juli trainieren. Außer dem Blick auf den Wörthersee sind bei dieser Urlaubsvariante auch zwei Spiele inklusive: gegen den österreichischen Wolfsberger AC und Udinese Calcio.

Vorbereitung Auch der BVB bereitet sich in Asien vor. Am 7. Juli wäre für den geneigten Fan daher ein Kurztrip nach Japan angezeigt, wo die Borussia gegen den J-League-Klub Kawasaki Frontale antritt. Zwei Tage später stünde dann Malaysia auf dem Reiseplan. Der Gegner: Meister Johor Southern Tigers. Etwas mehr Erholung für den Fan verspricht allerdings ein Aufenthalt im schweizerischen Bad Ragaz, wo er vom 22. bis 29. Juli Zeit zum Sonnen und Profis-Gucken hat.

Anhänger der restlichen West-Klubs notieren sich bitte folgende Termine und Reiseziele in ihrem Urlaubskalender: Gladbach trainiert vom 20. bis 27. Juli im bayrischen Rottach-Egern. Fortuna Düsseldorf verschlägt es vom 12. bis 20. Juli zunächst nach Maria Alm in Österreich, bevor es vom 31. Juli bis 5. August weiter ins niederländische Doorwerth geht. Fans des VfL Bochum reicht eine Reise mit dem Regionalexpress gen Duisburg und Oberhausen (Testspiele am 11. und 14. Juli).

3. Saisonvorbeitung beginnt beim Fan

Freizeit Auch der zwölfte Mann hat eine gewisse Verantwortung, wenn es um das Wohl seines Klubs in der neuen Saison geht. Will er ihn bestmöglich unterstützen, geht es nicht ohne ein gewisses Maß an Kondition. Die nötige Puste für Non-Stop-Fangesänge holt er sich, indem er seine neu gewonnene Freizeit dafür nutzt, endlich mal wieder selbst ein bisschen Sport zu treiben (Trinksport zählt nicht!). Alternativ kann er sich aber auch auf einen Job als Anheizer im Vorfeld der Partie vorbereiten. Dafür einfach mal einen Grillkurs beim örtlichen Metzger belegen und schon wird pünktlich zu Saisonbeginn die perfekte Stadionwurst beim Einstimmen zu Hause kredenzt.

4. Vernachlässigte Freunde besuchen

Für den Fußballfan mag es unvorstellbar klingen, doch es soll tatsächlich Menschen geben, die sich keine Spur für Ballsport interessieren. So weit, so unproblematisch. Ärgerlich wird es erst, wenn solche raren Exemplare zum engeren Freundeskreis gehören. Denn dann werden sie zwischen August und Mai mitunter mucksig, weil der gute Kumpel am Wochenende einfach nie Zeit für sie hat. Mit der Sommerpause hingegen schlägt ihre große Stunde. Nun kann man endlich nachholen, was bisher nicht möglich war. Spieleabende mit befreundeten Pärchen, literarische Diskussionen bei Rotwein und Käse, Tatort gucken. Geil.

5. Die Saison auf der Playstation vorspielen

Videospiele Wessen Verlangen nach Spiel, Spaß und Spannung schlichtweg zu groß ist, kann sich virtuell ein Ventil suchen und den neuen Deutschen Meister vorab schon mal per Spielkonsole ermitteln. Diese Variante der Bundesliga hat zudem besonderen Charme: Vermutlich ist das die einzige Möglichkeit, wie mal nicht der FC Bayern den Titel holt.

6. Auf andere Sportarten umschwenken

So eine Sommerpause ist immer auch eine wunderbare Gelegenheit, um den Horizont zu erweitern. Es kommt vielleicht überraschend, aber es gibt neben Fußball noch weitere Sportarten, die im Fernsehen gezeigt werden. Im Angebot wären beispielsweise Wimbledon (das älteste und prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt, Anm. d. Red.), die Tour de France (das berühmteste und bedeutendste Radrennen der Welt, Anm. d. Red.) oder die Formel-1-WM (Königsklasse des Automobilsports, Anm. d. Red.).

DFB-Frauen Wem das zu abwegig ist, kann aber auch bei seinem Lieblingssport bleiben. Vom 17. bis 30. Juni tritt etwa die deutsche U21-Nationalmannschaft bei der EM in Tschechien an. Und: Die Sommerpause bietet sogar eine WM! Noch bis zum 5. Juli wird das beste Team der Welt in Kanada gesucht.

Bitte?

Ach, das ist Frauenfußball?

Zeit, dass die Bundesliga wieder losgeht.