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Bürgerinitiative will gegen DFB-Mammutprojekt vorgehen

30.12.2014 | 11:10 Uhr
Bürgerinitiative will gegen DFB-Mammutprojekt vorgehen
Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff (l.) und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (r.) unterstützen beide den Bau eines Leistungszentrums in Frankfurt.Foto: imago

Frankfurt/Main.  Der Deutsche Fußball-Bund plant eine Akademie auf dem Gelände der Galopprennbahn in Frankfurt. Die Bürger stellen sich nun dem Verband in den Weg.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist der größte Sportfachverband der Welt und die Dachorganisation des Fußball-Weltmeisters. Und er peilt ein "Jahrhundertprojekt" an. Das sagte Präsident Wolfgang Niersbach voller Stolz und Vorfreude. Der DFB treibt die Planung seiner Akademie in Frankfurt am Main vehement und von Widerständen relativ unbeeindruckt voran. Das kommende Jahr steht für den DFB auch im Zeichen seines geplanten 89 Millionen Euro teuren Leistungszentrums. Am 31. Dezember 2016 soll das Gelände der bisherigen Galopprennbahn in Niederrad übergeben werden.

DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock begreift den WM-Triumph von Brasilien "als Ansporn, noch mehr in Struktur und Organisation und auch in Personal und Know-how zu investieren: Je weiter wir auf diese Weise andere Nationen auf Distanz halten und erfolgreich bleiben können, desto besser." 213 Architekten aus aller Welt haben sich bereits beworben, im Mai sollen die vier Gewinner gekürt werden.

Bürgerinitiative will Galopprennbahn retten

Doch eine Bürgerinitiative will die bereits beschlossene Schließung der Galopprennbahn zugunsten des Trainingszentrums noch kippen. Dazu hat sie nach eigenen Angaben 18 500 Unterschriften gesammelt. Nach Informationen der Stadt sind rund 13 600 gültige Unterschriften notwendig, um einen Bürgerentscheid in Gang zu setzen. Dann müssten sich 113 000 Frankfurter Bürger bei einem Urnengang für die Aufhebung des Parlamentsbeschlusses aussprechen. Der bereits bestehende 99 Jahre gültige Erbbauvertrag für das 15 Hektar große Gelände beläuft sich auf sieben Millionen Euro und müsste in diesem Fall komplett neu verhandelt werden. Die aufwendige Überprüfung der Stimmen soll frühestens im Laufe des Januars beendet sein.

"Trotz großer Sympathien für den Pferdesport ist es unser Ziel, die international wahrgenommene Hauptstadt des Fußballs und der Sportverbände zu werden", sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Der DFB ist für ihn "ein Weltkonzern" - und den gilt es unbedingt am Main zu halten.

DFB mischt sich nicht in Politik ein

"2016 rollen die Bagger, Ende 2018 sollten wir komplett umziehen", hat Sandrock bereits angekündigt. Die Auseinandersetzungen mit den Rennbahn-Sympathisanten überlassen die DFB-Bosse der Kommune: "Das ist alles in Absprache mit der Stadt geregelt, wir zweifeln nicht an der Seriosität. Wir haben nichts Verbotenes getan, wir haben nicht gedrängt", erklärte Niersbach - das Gelände sei dem DFB schließlich angeboten worden.

Auch sein Vize Rainer Koch verspricht sich einen Riesenschub für den 6,8 Millionen Mitglieder starken Verband mit seinen 26 000 Vereinen - eine Art Universität "von allergrößten Bedeutung, allergrößter Wichtigkeit." Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff hat das Projekt - nach dem Vorbild des englischen und französischen Leistungszentrums - vehement vorangetrieben und erklärte selbstbewusst: "Die Leitidee ist: Wir wollen die Kompetenz im Fußball sein, im deutschen Fußball, möglichst auch im internationalen."

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Alte DFB-Verwaltung soll für EM genutzt werden

2015 läuft auf jeden Fall noch die komplette Turfsaison auf der Galopprennbahn. Dann aber sollen hier die A-Nationalmannschaft und andere Auswahlteams ihren Treffpunkt haben, auch die Spitzen-Schiedsrichter. Geplant sind neben Trainingsplätzen auch Hotel, Halle, medizinische und sportwissenschaftliche Einrichtungen sowie ein Pressezentrum. Auch die DFB-Verwaltung wird umziehen. Der bisherige Sitz in der Otto-Fleck-Schneise könnte Zentrale eines weiteren Großprojektes werden: Der Verband bewirbt sich um die Europameisterschaft 2024. "Was wir im Hinterkopf haben, ist, dass das Organisationskomitee hier einziehen könnte", sagte Niersbach. (dpa)

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Bürgerinitiative will gegen DFB-Mammutprojekt vorgehen
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2014-12-30 11:10
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