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Contra Sicherheitskonzept

Boykott eines kompletten Spieltags für Fans "eine Option"

12.12.2012 | 17:18 Uhr
Boykott eines kompletten Spieltags für Fans "eine Option"
Ultra-Sprecher und HSV-Ultra Philipp MarkhardtFoto: dpa

Frankfurt/Main.   Die Fanorganisation "12:12" droht nach dem Beschluss der DFL für das neue Sicherheitskonzept mit weiteren Protesten. "Das Ergebnis ist sehr unschön. Ich gehe davon aus, dass es neue Proteste geben wird", sagte Philipp Markhardt, Sprecher der Organisation "Pro Fans". Alex Schulz von der Fanvereinigung "Pro Fans" will "unsere Gruppen aufrufen, weiter am Dialog zu arbeiten."

Philipp Markhardt, Sprecher der Organisation "Pro Fans" und der Aktion "12:12 - Ohne Stimme keine Stimmung": "Wir machen uns nicht zum Büttel von Herrn Rauball. Der Stil ist unter jeder Kanone. Das Ergebnis ist sehr unschön. Ich gehe davon aus, dass es neue Proteste geben wird. Das wurde auch am Mittwoch in Frankfurt von den rund 1000 Fans, die vor Ort waren, schon diskutiert. Neue Stimmungsboykotte oder andere Aktionen könnten sich bis in den März hineinziehen. Auch der Boykott eines kompletten Spieltags ist eine Option. Aber es ist noch nichts in trockenen Tüchern. Wenn die DFL sagt, nach uns die Sintflut, wäre das das komplett falsche Zeichen."

Jan-Hendrik Gruszecki, Dortmunder Sprecher der Aktion 12:12 und Mitbegründer der Fangruppierung "The Unity": "Das ist kein guter Tag für den deutschen Fußball und ich glaube nicht, dass die Stadien dadurch sicherer werden. Wir müssen uns nun mit dem Verein auseinandersetzen, was das für die BVB-Fans im einzelnen bedeutet, dazu wird es zeitnah ein Treffen geben. Wie darauf reagiert wird und was bim Spiel gegen Hoffenheim passieren wird, kann aber noch niemand sagen."

Ben Praße (Fanvereinigung "Unsere Kurve"): "Wir sind enttäuscht, dass der Antrag der Vertagung nicht stattgegeben wurde. (...) Wie die einzelnen Fans reagieren, wird man am Wochenende sehen. Es sind jedoch keine organisierten Maßnahmen geplant."

Live-Ticker
DFL segnet Sicherheitskonzept ab - Der Tag im Überblick

Die DFL hat das Sicherheitskonzept "Sicheres Stadionerlebnis" mit breiter Mehrheit beschlossen. Vereinsvertreter und Innenminister zeigen sich zufrieden, Fanvertreter dagegen üben scharfe Kritik. Auch nach der Entscheidung liefern wir live aktuelle Ereignisse und Reaktionen.

Alex Schulz (Fanvereinigung "Pro Fans"): "Die Frustration ist bei vielen Fans groß. (...) Die Gefahr ist groß, dass jetzt Probleme auftreten, die es vorher nicht gab. (...) Wir können unsere Gruppen nur aufrufen, weiter am Dialog zu arbeiten."

Dirk Zingler, Präsident von Zweitligist Union Berlin, der das Sicherheitspapier abgelehnt hat: "Alle in der Debatte der letzten Monate ins Feld geführten Zahlen zeigen, dass die Vereine in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Sicherheitsbehörden und den Verbänden alles tun, um die sichere Austragung von Fußballspielen in ihrem Zuständigkeitsbereich, also den Stadien, zu gewährleisten. Es gibt keinerlei Veranlassung, sich einem wodurch auch immer motivierten politischen Druck zu beugen und zum jetzigen Zeitpunkt symbolisch eine Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, die überhaupt nie in Frage stand. Bereits die Sicherheitskonferenz im Sommer in Berlin bediente mit reiner Symbolik Forderungen der Politik. Für ein solches Handeln steht der 1. FC Union Berlin nicht zur Verfügung." (sid/dpa)



Kommentare
13.12.2012
16:12
Boykott eines kompletten Spieltags für Fans
von mehlbox | #6

hat dieser vogel aus hamburg nichts anderes zu tun als sich mittwochs in frankfurt rumzutreiben. die ganzen ultra vorsitzenden sind agitatoren hoch drei und gehören eingesperrt.

13.12.2012
13:43
Boykott eines kompletten Spieltags für Fans
von renibert | #5

Dauerboykott der angeblichen Fans und das Problem ist gelöst. Auf solche Zündler kann jeder Verein verzichten. Wie beim Streik im Arbeitskampf, einfach "aussperren", für immer! Dieses stupide Lautherumtönen ist spätpubertäres Gehabe.

13.12.2012
10:10
Boykott eines kompletten Spieltags für Fans
von Burkinho09 | #4

Die Politik hatte den Eindruck vermittelt, als wenn die Klubs an Lösungen nicht interessiert wären. Daher wurde eine Drohkulisse aufgebaut, die letztlich kaum in die Tat umzusetzen gewesen wäre. Es ist unverständlich, warum die Mehrheit der Vereine diesem Druck nachgegeben haben, wissen sie doch am besten, dass man in puncto Sicherheit nicht untätig war bzw. ist.

Es gab im Vorfeld etliche Aussagen von Personen, die dem Fußball nahe stehen und keine Ultras sind, die die Vorgehensweise bei der Umsetzung des verabschiedeten Papiers kritisiert haben. Der Präsident von Union, Herr Zingler, bringt es mit seinem Statement auf den Punkt. Nur schade, dass es anscheinend nicht mehr viele Verantwortliche mit Rückgrat gibt, die dieser durch Medien und Politik aufgeheizten Diskussion sachlich entgegentreten.

Anstatt alle Betroffenen mitzunehmen grenzt man mit der gestrigen Verabschiedung eben nicht nur die paar Idioten aus und muss sich nicht wundern, wenn nun eine Radikalisierung stattfindet.

13.12.2012
09:49
Boykott eines kompletten Spieltags für Fans
von steff1904 | #3

und Ihre Bengalos dabei im Wohnzimmer abbrennen......
Auch das sollte helfen, diese Idioten aus dem Stadion rauszukriegen..

Dann wird auch das neue Konzept wesentlich unkritischer sein

13.12.2012
09:41
Boykott eines kompletten Spieltags für Fans
von steff1904 | #2

Dann boykottiert mal schön..

Man kann dann ja alternativ seine bengalos zuhause im Wohnzimmer abbrennen....


Dann sind wenigstens die Strassen zum Stadion frei ! :-)

13.12.2012
08:08
Boykott eines kompletten Spieltags für Fans
von The_Rebel | #1

Besser wäre ein Boykott aller Spieltage, dann wären alle Probleme schlagartig erledigt!!

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