Bayern wollen gemeinsam die Kurve kriegen
24.11.2009 | 07:13 Uhr 2009-11-24T07:13:00+0100
München. Der Vorstand von Rekordmeister Bayern München will an Trainer Louis van Gaal festhalten, vor allem aus eigenem Interesse. Wie lange das gut geht, weiß niemand.
Karl Hopfner gilt als die graue Eminenz des FC Bayern München. Der Finanzchef taucht selten in der Öffentlichkeit auf, das erledigen Präsident Karl-Heinz Rummenigge und Manager Uli Hoeneß. Aber wenn es brenzlig wird in München, wenn Entscheidungen anstehen, ist Hopfner dabei. Nach dem 1:1 gegen Bayer Leverkusen tauchten Präsident, Manager und Finanzchef gemeinsam in der Kabine auf, wie eine Phalanx marschierten sie hinein und kurz danach geschlossen wieder heraus.
Mittelmaß in der Bundesliga
Das gilt seit jeher als ernstes Zeichen für eine ernste Lage. Und sie ist ernst: Mittelmaß in der Bundesliga, möglicherweise schon morgen raus aus der Champions League – deshalb steht Trainer Louis van Gaal unter Druck.
Öffentlich wollen sie ihn ja noch schützen im Bayern-Vorstand, aber wenn man das Herz auf der Zunge trägt, dann rutscht einem schon mal mehr heraus, als man sagen möchte: Er habe in der Kabine keine großen Reden geschwungen, teilte Rummenigge nach dem 1:1 gegen Leverkusen mit. Und dann sagte er: „Wir müssen versuchen, gemeinsam die Kurve zu kriegen.”
Da ist viel Wahres dran. Und viel Entlarvendes.
Wie sehr die Stimmung in der Öffentlichkeit gegen den Niederländer umgeschlagen ist, zeigt ein Spielchen, das man nicht mitmachen, auch nicht geschmackvoll finden muss, aber doch zur Kenntnis nehmen kann: Man hat gestern die Amtszeiten der 17 Bayern-Trainer seit dem Bundesliga-Aufstieg 1965 aufgelistet. Heraus kam, dass Udo Lattek mit neun Jahren an dem einen Ende der Liste steht, und Sören Lerby mit nicht einmal vier Monaten an dem anderen. Würde Louis van Gaal jetzt entlassen, hätte er Lerby noch unterboten.
Ist van Gaal noch im Amt?
So ist inzwischen die Stimmung in München: Beim Training schauen Kamerateams nach. Ist van Gaal noch im Amt? Muss er Mittwoch gehen? Etwa, wenn Juventus Turin in der Champions League 1:0 in Bordeaux gewinnt und den Bayern damit die Chance nimmt, in Turin noch aus eigener Kraft das Achtelfinale zu erreichen. Oder, schlimmer noch: Was, wenn Bordeaux den Bayern mit einem Punktgewinn hilft, aber van Gaals Elf nicht einmal mehr gegen Maccabi Haifa gewinnt?
Das sind die Fragen, die der Bayern-Vorstand auf dem Weg in die Winterpause fürchtet, denn man muss ja versuchen, bis dahin die Kurve zu kriegen. Man muss, hat Rummenigge gesagt. Nicht etwa: man will. Man muss, weil man sich nach dem halbherzigen Experiment mit Jürgen Klinsmann nicht den zweiten Trainerflop in Folge eingestehen will. Das klingt nach einer unbestimmten Hoffnung, dass es irgendwie doch noch gut gehen wird mit Louis van Gaal. Aber nicht nach Vertrauen. Und van Gaal liefert ja in der Tat genug Gründe, ihm skeptisch gegenüber zu stehen. Der Niederländer mag der kenntnisreiche Fußball-Lehrer sein, den die Bayern nach Klinsmann gesucht haben. Aber er kommt, auch wenn man alle den Sprachproblemen geschuldeten Missverständnissse beiseite schiebt, wie ein Brachial-Pädagoge rüber, wie einer, der mit seiner Sturheit, mit Kleider- und Sitzordnungen Spieler verschreckt.
Augenfällig ist, wie verunsichert viele Bayern wirken. Youngster Thomas Müller, immer noch die Entdeckung der Münchener Saison, verspringen einfachste Bälle. Anatoliy Tymoshchuk treibt die Zuschauer mit Quergeschiebe zur Weißglut, Miroslav Klose wird je nach Spielsystem hin- und hergeschoben. Man könnte die Liste lange fortsetzen.
Zugleich fungiert van Gaal auch als Sündenbock für Entwicklungen, die er nicht zu verantworten hat. Franck Ribery und Arjen Robben werden Bayern eine andere Qualität geben, wenn sie irgendwann wieder fit sind. Aber auch mit den beiden bleiben die Fragen, warum gegen das seit Jahren klaffende Loch im vorderen Mittelfeld nichts getan wurde, warum sich Bayern immer noch die van Bommels und van Buytens leistet, deren Spiel immer antiquierter wirkt, warum ein Außenverteidiger von Format fehlt.
Das ist die Crux am Trainergeschäft: Die Antwort auf diese Fragen müsste genau die geben, die intern längst van Gaal in Frage stellen.
11:43
Man kann auch die Kritik übertreiben.
Ein Van Buyten spielt eine herausragende Saison, sorgt mit dafür, dass die Bayernabwehr in der Liga zu den Herausragenden zählt.
Die Bayern haben keine guten Außenverteidiger? Ich glaube nicht, dass damit Lahm gemeint ist. Und Braafheid ist nicht der erste Spieler, der Eingewöhnungsprobleme hat. Wer aber einem Niederländischen Nationalspieler (Braafheid spielt dort Außenverteidiger) die Qualität abspricht, sollte nochmal nachdenken.
Was die Bayern mit Robben und Ribery zu leisten imstande sind, konnte man ja gegen Wolfsburg bewundern und dass in der Zentrale Kreativität fehlt ist nicht Van Gaals Schuld. Er wollte einen Ze Roberto nicht abgeben und einen Tymoschtschuk wollte er auch nicht.
11:37
Obwohl das Bild zeigt es ja. Mit van Gaal geht es bergab.
10:23
Ich hoffe doch schwer, daß die Bauern an van Gaal festhalten. Denn so rutschen sie noch tiefer... ;-)
09:50
Der Trainer passt duch gut zu Bayern.Arroganz zu Arroganz.
Man kann keine Spiele gewinnen, wenn man arrogant und überheblich ist. Da nützen auch die Millioneneinkäufe der Spieler nichts.
Ferner darf man nicht vergessen, dass Bayern oft in der Vergangenheit erst in der Verlängerung Spiele gewonnen hat.
Selbst der beste Trainer nützt nichts, wenn die Spieler nicht laufen wollen und zusammen spielen.
Ich gönne diesen arroganten Bayern einen Abstiegsplatz. Vielleicht werden sie dann wieder normal.
In meinen Augen müsste der gesamte Vorstand ausgetauscht werden.
09:13
Der passt doch eigentlich perfekt zum FC Bayern... die Pure arroganz. Der ganze Verein strotzt vor purer arroganz. Hauptsache Millionenschwere Spieler einkaufen und glauben dann läuft es von alleine... Schade, dass keiner von denen es drauf hat ein Mannschaftsspiel zu spielen.
08:09
Hier zum 10. mal! Noch nie wurde ein Holländer als Trainer in der Buli Meister.
Das wird dieser Trainer gewiss nicht ändern.
07:49
Ich möchte nicht wissen,wieviele froh sind,daß der Supermanager der Liga endlich den Job abgibt. Heute wäre er froh mit seiner Mio-Truppe von Fehleinkäufen Herbstmeister werden zu können. Aber was ein Schmarrn,es sind schon ganz andere Klubs vor die Wand gefahren worden.
01:21
Vielleicht ist der Tulpen-General ja ein guter Lehrer, aber als Mensch ist er nun mal untragbar. Selbstherrlichkeit, Arroganz und Selbstüberschätzung sind nun mal keine geeignete Mischung für eine leitende Funktion. Herr van Gaal wird den Bayern noch viel Geld kosten und ich bin jetzt schon froh, wenn er die Biege machen muss und die Stimmung in der Mannschaft somit wieder steigt.
01:13
Parallelen zu Fred Rutten letzte Saison in Schalke und jetzt Louis van Chaaal tun sich auf. Beidemale haben holländische Trainer keinen Fuß auf die Erde bekommen.
Für mich ist van Gaal noch vor der Winterpause bei Bayern weg vom Fenster. Das spricht eher gegen Uli Hoeneß. Bereits der zweite Trainer, der auf Großkotz Hoeneß Kappe geht.
00:08
Das stimmt schon was da beim deutschen Rekordmeister momentan läuft geht auf keine Kuhhaut. Ich denke beim FCB muss ein neuer Trainer her. Van Gaal ist nicht der richtige an dieser Stelle, aber wenn Van Gaal nun gehen wird, muss sich die Chef Etage auf einige harte Wochen einstellen, denn damit gestehen sie dem Fehler der Chefetage bzw. der Trainer Verpflichtung ein. Eins ist klar, es muss etwas passieren