Bayern darf dank Olic und Bordeaux weiter hoffen
26.11.2009 | 00:01 Uhr 2009-11-26T00:01:00+0100
München. Glanzlos, aber erfolgreich: Bayern München darf dank Ivica Olic und der Schützenhilfe von Girondins Bordeaux trotz einer über weite Strecken schwachen Vorstellung durch ein 1:0 gegen Maccabi Haifa weiter vom Achtelfinale in der Champions League träumen.
ichtig gejubelt wurde in München erst nach dem Abpfiff: Denn dann erhielten die Bayern die frohe Kunde von der Konkurrenz. Weil Girondins Bordeaux mit 2:0 gegen Juventus Turin siegte, können die Münchener nach ihrem eigenen, mageren 1:0-Sieg gegen den israelischen Vertreter Maccabi Haifa noch aus eigener Kraft das Achtelfinale der Champions League erreichen. Nötig ist dazu allerdings ein Sieg am 8. Dezember in Turin!
Endspiel in Turin
Der Tag hatte unruhig begonnen für die Münchner. Die Bild-Zeitung hatte gemeldet, dass der aufmüpfige Luca Toni von Louis van Gaal suspendiert worden war. Der Verein wollte dies zunächst nicht bestätigen, Toni war aber wieder nicht im Aufgebot – angeblich wegen einer Verletzung. Der Italiener arbeitet schon seit zwei Wochen vehement auf einen Rauswurf hin, und die neuerliche Kritik am Trainer lässt van Gaal beinahe keine andere Wahl, als dem Wunsch Tonis zu entsprechen.
Am Abend, direkt vor dem Spiel, erklärte Sportdirektor Christian Nerlinger, dass die Bayern Luca Toni eine Geldstrafe aufgebrummt haben. „Wir haben sein Verhalten sanktioniert – mit einer hohen Geldstrafe”, sagte Nerlinger. Trainer Louis van Gaal hatte den Weltmeister nach dessen erneuter Kritik suspendiert. Das sei „ganz normal”, fügte Nerlinger hinzu. Noch ist aber nicht klar, wie lange Toni suspendiert bleibt.
Außerdem hatte Nerlinger noch den Druck auf den Trainer erhöht und vier Siege in den vier Bundesligaspielen bis zur Weihnachtspause gefordert. Vermutlich geht aber auch die Partie gegen Haifa in die Bewertung van Gaals ein.
Zunächst sah es nicht so aus, als ob der Holländer Pluspunkte würde sammeln können. Die Bayern begannen so, wie sie sich schon in den vergangenen Spielen präsentiert hatten: Nervös, verunsichert und ängstlich. Die Israelis, die in den vier Begegnungen der Vorrunde zuvor kein Tor erzielt hatten, schienen in München nicht mit aller Macht das bisher Versäumte nachholen zu wollen. Eher vorsichtig verhielten sie sich, sie waren womöglich überrascht, dass ihnen der Ball immer wieder mal vor die Füße gespielt wurde.
Es dauerte eine gute Viertelstunde, bis sich die Münchner etwas fingen, Ballverluste und Fehlpässe seltener wurden. Mario Gomez verpasste gleich zweimal die Möglichkeit, die Bayern in Führung zu bringen.
Wie sehr die schwachen Leistungen, sieglosen Spiele und Diskussionen der vergangenen Wochen Spuren hinterlassen haben in der Bayern-Mannschaft, offenbarte Thomas Müller nach einer halben Stunde. Statt in aussichtsreicher Position im Strafraum selbst zu schießen, spielte er lieber auf Danijel Pranjic, allerdings viel zu steil, und so verpuffte auch diese Aktion.
Pfiffe bei jedem Fehler
Das Publikum übte wenig Nachsicht, bei jedem kleinen Fehler gab es Pfiffe. Die Fans, sie glaubten offenbar nicht mehr an gutes Ende. Erst nach einer knappen Stunde änderte sich das, da erschien auf der Videoleinwand das Zwischenergebnis aus Bordeaux, und die Führung der Franzosen gegen Turin sorgte für ein wenig Stimmung im Stadion. Die Bayern ließen sich zunächst nicht davon anstecken, sie spielten bemüht, aber wenig inspiriert. Der Treffer in der 62. Minute war dennoch hochverdient. Den Schuss von Gomez hatte Haifas Torwart Davidovitch noch abwehren können, beim Abstauber von Olic, der für für den angeschlagenen Klose in die Anfangself gerückt war, war er machtlos.
Und so haben die Bayern tatsächlich noch eine Chance, die Vorrunde zu überstehen.
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