Das aktuelle Wetter NRW 22°C
Fußball

Bayern bleibt Krösus bei Trikotwerbung

03.08.2010 | 12:14 Uhr

Bayern München ist wieder der Krösus, die Schlagzeilen in Sachen Trikotwerbung jedoch gehören dem FC St. Pauli. Während der Branchenriese bis zu 25 Millionen Euro pro Jahr mit dem Schriftzug auf der Brust erlösen kann, hat der kleine, aber ambitionierte Aufsteiger für die im Vergleich bescheidene Summe von nur 3,2 Millionen einigen Ärger. Insgesamt erwirtschaften die 18 Bundesliga-Klubs in der kommenden Saison bis zu 137 Millionen Euro.

Die neue Trikotwerbung des FC St. Pauli für die ARD-Fernsehlotterie sorgte bei dem TV-Sender für grimmige Gesichter. Die Lotterie als eigenständiges Unternehmen hatte den Vertrag nicht mit der ARD abgestimmt. Daraufhin untersagt die ARD, dass ihr Markenzeichen, die stilisierte Eins, die Brust von Gerald Asamoah ziert. Man wolle laut NDR-Intendant Lutz Mamor verhindern, dass beim breiten Publikum der Eindruck entstehe, das Unternehmen würde Gebührengelder für Werbung verpulvern.

Auf den neuen Trikots prangt nun der schlichte Schriftzug "Ein Platz an der Sonne" - und alle Parteien sind zufrieden. Für mindestens zwei Jahre ist das in Hamburg ansässige Unternehmen Hauptsponsor des Kiezklubs. Für die ARD-Fernsehlotterie ist es das erste Sportsponsoring in ihrer 62-jährigen Geschichte.

<strong>Schlusslicht Freiburg</strong>

Bei Bayern München bekommt man für die Summe, die St. Pauli kassiert, maximal einen Buchstaben. Die Telekom lässt sich ihr Engagement jährlich bis zu 25 Millionen Euro kosten. Der Vertrag läuft noch bis zum Jahr 2013.

Schlusslicht der Sponsoren-Rangliste ist der SC Freiburg. Die Breisgauer bekommen 2,5 Millionen Euro pro Jahr. Allerdings kassiert der Klub damit etwa das 56-fache von dem, was der Vater der Trikotwerbung 1973 an seinen Leib- und Magen-Klub zahlte. Likörfabrikant und Mäzen Günter Mast blätterte bei Eintracht Braunschweig damals 90.000 Mark, umgerechnet 45.000 Euro, hin.

Die Unterschiede lassen sich mit dem Markenwert des Vereins, dem Standort sowie der Präsenz im Fernsehen erklären. Spielt ein Klub international, winken deutlich höhere Einnahmen.

<strong>Rückgang deutlich erkennbar</strong>

Die fetten Jahre scheinen trotz der stattlichen Gesamteinnahmen langsam vorbei zu sein. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet diese Summe zwar eine Steigerung um gut neun Millionen Euro, doch von 2008 zu 2009 waren die Einnahmen noch um 14 Millionen Euro gestiegen. Die Mehrheit der Klubs macht zu derartigen Zahlen keine offiziellen Angaben, weshalb es sich zumeist um Schätzwerte handelt.

Hinter den Bayern ist der VfL Wolfsburg die Nummer zwei. Der VfL erhält von VW bis zu 20 Millionen Euro pro Saison, der Vertrag ist unbefristet. Vizemeister Schalke 04 bekommt von dem russischen Gaskonzern Gazprom schon fünf Millionen Euro weniger.

Großer Erfolg gleich große Einnahmen - diese Formel gilt auch bei der Trikotwerbung. Für die Underdogs der Liga bleibt nur ein kleiner Stück vom Kuchen übrig. 1899 Hoffenheim hat zum Glück mit Dietmar Hopp einen Mäzen in der Hinterhand, denn durch das Trikotsponsoring werden nur 2,5 Millionen Euro generiert.

<strong>Schnäppchen für Teldafax</strong>

Eher bescheidene Summen nehmen auch der FSV Mainz 05 (2,8 Millionen) und der 1. FC Nürnberg (3,8) ein. Ein echtes Schnäppchen hat sich dagegen die Unternehmensgruppe Teldafax geschnappt. Die zahlt Bayer Leverkusen sechs Millionen Euro pro Jahr, hat dafür aber in Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack einen der wohl bekanntesten Werbeträger der Bundesliga.

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3400227/create

Aktuelle Fotos und Videos
Deutschland patzt vor EM
Bildgalerie
DFB-Team
BVB II feiert Aufstieg
Bildgalerie
Regionalliga
Aus dem Ressort
Hertha vor der Qual der Wahl - Einspruch oder nicht?
Hertha BSC Berlin
Für Hertha BSC Berlin steht am Dienstag der Tag der Entscheidungen bevor. Auf der Mitgliederversammlung geht es um nichts Geringeres als die Zukunft des Hauptstadt-Klubs. Bleibt Gegenbauer Präsident? Legt Hertha erneut Einspruch gegen drohenden Abstieg ein? Fragen, die geklärt werden müssen.
Löw gibt mit Rückennummern Hinweise auf EM-Streichkandidaten
Nationalmannschaft
Bei der 3:5-Niederlage in der Schweiz hat Joachim Löw eine Vorentscheidung offen gelegt, welche Spieler nicht für den endgültigen DFB-Kader für die EM nominiert werden. Der Bundestrainer sandte anhand der Rückennummern kräftige Signale aus, wer die vier Streichkandidaten werden könnten.
Foto Text 5 Kommentare 5