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Außer Klose hat Deutschlands Sturm fast nichts zu bieten

14.08.2012 | 19:58 Uhr
Außer Klose hat Deutschlands Sturm fast nichts zu bieten
Der einzige nominelle Stürmer im Aufgebot der Deutschen Nationalmannschaft im Testspiel gegen Argentinien: Miroslav Klose.Foto: imago

Frankfurt/Main.  Der Blick auf die Stürmerpracht Argentiniens offenbart die Misere der deutschen Nationalelf. Namen wie Messi, Higuain oder Agüero steht in Deutschland ein 34-jähriger Angreifer gegenüber: Miroslav Klose. Eine Stürmerdiskussion mit Traditionswert.

Vor Länderpartien lässt der Deutsche Fußball-Bund gewöhnlich Heftchen produzieren, die nicht viel größer sind als die „Mundorgel“, dieser Klassiker des Lagerfeuer-Liedgutes, und es gibt Journalisten, die all das, was an Informationen darin veröffentlicht wird, flüssiger vorsingen können als „Die Affen rasen durch den Wald“. Wie heißen die Kinesiologen der Argentinier? Richtig, Luis Garcia und Ruben Aragus. Ernsthafter wird es mit dem Blick auf den Kader der aktuell zum Duell antretenden Teams. Im Fall der Auseinandersetzung der Mannen von Bundestrainer Joachim Löw mit den Südamerikanern am Mittwochabend in Frankfurt wird es sogar außerordentlich ernst.

Stürmerdiskussion ist in Deutschland schon zu einer Tradition geworden

Streng gegliedert, so streng wie es sich gehört, ist nämlich die Vorstellung des Gäste-Aufgebotes. Tor. Abwehr. Mittelfeld. Angriff. Weniger streng geht es auf der deutschen Seite zu. Tor. Abwehr. Und dann: Mittelfeld/Angriff. Mit Schrägstrich! Zusammengewürfelt, als gebe es in dem Land, dem einst der große Gerd Müller geboren wurde, gar keine Trennung mehr zwischen diesen Reihen. Auf einen Scherzbold in der Druckerei lässt sich der Strich nicht zurückführen. Während der argentinische Trainer Alejandro Sabella die Namen von vier reichlich jugendlichen Weltklasseartisten unter der Überschrift „Angriff“ notieren konnte, hätte Löw lediglich einen beschämend einsamen Eintrag parat gehabt . Miroslav Klose, Baujahr 1978.

Video
Frankfurt am Main, 14.08.12: Nach seiner Kür zum Fußballer des Jahres rückt Marco Reus auch in der Nationalelf immer mehr in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit Sami Khedira freut sich der Shootingstar auf die Begegnung mit Weltfußballer Lionel Messi.

Die Diskussion darüber, ob die Nation bereits von einer Stürmerkrise erfasst wurde, oder ob sie sich erst in den kommenden zwei, drei Jahren einstellen wird, hat schon eine kleine Tradition. Weil Argentinien aber mit dem Megastar Lionel Messi vom FC Barcelona, mit Gonzalo Higuain von Real Madrid, mit Sergio Agüero von Manchester City und Ezequiel Lavezzi von den Milliardären von Paris Saint Germain angereist ist (auf Carlos Tevez hat Sabella unaufgeregt verzichtet), sticht der Schrägstrich besonders ins Auge. Mario Gomez musste verletzt absagen. Bleibt nach längerem Suchen zwischen all den Mittelfeldakteuren: Miroslav Klose, der ewige Klose, der Klose, der 2001 seine Karriere im Adlertrikot startete und von dem der Satz stammt: „Da waren ja noch Spieler bei der Nationalmannschaft, da kennt man die Namen nicht mehr.“

Der Nationalelf scheinen im Sturm einfach die Alternativen zu fehlen

Sollte sein Erinnerungsvermögen in den anstehenden beiden Jahren weiter leiden, wird dem derzeit 34-Jährigen im Jahre 2014 gar nicht mehr präsent sein, dass Deutschland auch andere Stürmer als ihn kannte. 2014, das soll noch einmal das Jahr Miro werden. Der Bundestrainer hat zumindest erklärt, dass er bei der Weltmeisterschaft in Brasilien mit dem Wahl-Römer plant: „Selbstverständlich werde ich die nächsten zwei Jahre auf Miroslav Klose setzen. Bei ihm sehe ich die Altersgrenze so nicht.“

Zählt seit Jahren zu den besten Stürmern Deutschlands: Miroslav Klose.Foto: imago

Die Frage ist nur, ob der vorbildliche Umgang mit dem Wunsch älterer Menschen, sich noch am Erwerbsleben zu beteiligen, aus positiven Erkenntnissen („Wenn er seine Physis hat, gehört er weiter zu den weltbesten Stürmern“) oder aus schierer Not resultiert. Wer könnte denn noch eine Angriffsrolle übernehmen? Patrick Helmes? Hat sich im nationalen Ensemble nie etablieren können. Ist schon wieder auf Monate hinaus verletzt. Kevin Kuranyi? Wurde vom Bundestrainer in die Verbannung geschickt. Spielt zwar nicht deshalb, spielt aber im fernen Russland. Oder hält sich da draußen ein junger Mann mit dem Ausbildungshintergrund Stürmer auf, der nur noch nicht so ins Blickfeld gerückt ist? Unwahrscheinlich. Weil alle Spieler der Nationalmannschaft – alle außer: Miroslav Klose – den nach den Trauerturnieren WM 1998 und EM 2000 radikal renovierten Ausbildungsstätten des deutschen Fußballs entstammen. Weil das Aufflammen von Talent auf irgendeinem Rasen oder Aschegrund außerhalb des Blickfeldes seltener ist als die Geburt eines weißen Tigers.

Die Zukunft wird Deutschland einen anderen Stürmertyp bringen

Mit dem Wurzelstock in der Hand wird Klose seine Karriere vielleicht dennoch nicht ausklingen lassen müssen. Es ist eine besondere Art der Gattung Stürmer, die Deutschland auszusterben droht. Die Gomez-Art, die Art, an der auffällt, dass sie sich auf engem Raum bewegt, und die speziell ist, wie der Bayer selbst weiß: „Ich bin dafür da, das Tor zu machen.“

Nationalmannschaft
Khedira empfindet Kritik an DFB-Elf als beleidigend

Für Nationalspieler Sami Khedira war die Hymnen-Debatte um das DFB-Team künstlich aufgebauscht. Auf der Pressekonferenz vor dem Länderspiel gegen Argentinien lobte Real Madrids Spieler stattdessen die fachlichen Qualitäten von Bundestrainer Joachim Löw.

Dass Stürmer auch für mehr da sein können, dafür ist Argentinien auch ein gutes Beispiel. Lionel Messi trifft für den FC Barcelona seit Jahren in einem rasanten Rhythmus und hat sogar in der Nationalmannschaft mit zuletzt sieben Toren in drei Partien die Taktzahl erhöht. Einen Spielertypen wie den technisch brillanten, wuseligen und gedankenschnellen Weltfußballer kann sich der Bundestrainer ebenfalls als Speerspitze seiner Formation vorstellen. Thomas Müller, mit zehn Treffern hinter Klose zweitbester Schütze im Aufgebot, wurde von ihm als Alternative genannt. Über Marco Reus, der in der vergangenen Saison 18 Tore für Ex-Klub Gladbach erzielte,  sagte Löw vor der EM: „Marco würde ich gerne ganz, ganz vorne sehen. “ Und Kaiser Franz Beckenbauer hat Mario Götze mit Messi verglichen. Irgendeine Weisheit wird darin sicher verborgen sein.

Frank Lamers

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Kommentare
15.08.2012
17:14
Außer Klose hat Deutschlands Sturm fast nichts zu bieten
von akaz | #8

Manni Breuckmann hat in seiner Kolumne "Sinnfreies Gekicke" auf der Sportseite den Nagel auf den Kopf getroffen.
Es geht doch nur noch um das große Geld.

15.08.2012
15:46
Außer Klose hat Deutschlands Sturm fast nichts zu bieten
von LordofRoscommon | #7

Wenn es nur ein Testspiel ist, dann soll getestet werden. Es darf hier nicht um Statistiken gehen sondern es müssen neue Spiele eine Chance erhalten. Nur ein Klose geht kräftig in die Hose!

15.08.2012
13:04
Außer Klose hat Deutschlands Sturm fast nichts zu bieten
von Tolli | #6

Vollkommen überflüssiges Länderspiel.Die ganzen "Deutschland Fans" sind wieder für 2 Jahre in ihren Höhlen verschwunden,wen interessiert also ein Testspiel?Mich jedenfalls nicht,ich will das die Bundesliga endlich los geht.Jogis Jungs gehen mir am allerwertesten vorbei.

15.08.2012
12:35
Außer Klose hat Deutschlands Sturm fast nichts zu bieten
von Der.Luedenscheider | #5

Neuer trainiert bei Bayern mit. Nicht als Toirwart, aber als Spieler auf dem Feld... Die meisten Bayen werden also nicht in der Vorbereitung gestört. Und jetzt sind die Jungs, die sonst nicht zum Einsatz kämen, "gut genug"?

Unmögliche Terminierung, so kurz vor Saisonstart. Ist für die meisten Vereine unglücklich. Für manche aber halt nicht so. "Cherry picking" bei den Bayern oder wird da eine Extra Weisswurst "gebrüht"...?

Das ist das einzige, was es zu diesem Länderspiel zu sagen oder fragen gibt.

15.08.2012
11:44
Außer Klose hat Deutschlands Sturm fast nichts zu bieten
von Rentner4rr | #4

Klose ist doch ein alter Man der war vor 2 Jahren
beim Fc Bayern schon nicht mehr Bundesliga tauglich
aber es ist ja schon soweit gekommen das man hier Leute
wie Schieber erwähnt der eine Klasse eines Oberliga Spieler und nicht mehr hat

15.08.2012
09:28
Außer Klose hat Deutschlands Sturm fast nichts zu bieten
von JotZee | #3

#2: Wer ist denn Biermann? Und Klose hat reichlich zu bieten. Musterprofi, kompletter Stürmer, Vorbild.

Allgemein: So viel Drama um nichts. Am Stoßstürmer entscheidet sich selten das Schicksal einer Mannschaft. Mit Gomez und Klose kann man erst mal weitermachen, Reus sehe ich auf lange Sicht auch ganz vorne. Er bringt alles mit außer Körpergröße und Physis, aber die braucht man heute nicht mehr so dringend wie früher. Es wäre schon wünschenswert, dass sich in den nächsten zwei Jahren noch ein "richtiger" Stürmer dazu gesellt. Ich habe Hoffnungen, dass Julian Schieber in Dortmund den echten Durchbruch schafft. Das ist nämlich ein kompletter Spieler mit der richtigen Einstellung. Früher haben wir Deutschen kein Mittelfeld gehabt, heute ist es bestens besetzt. Man hat nun mal selten alle Mannschaftsteile doppelt und dreifach hochklassig besetzt. Das ist Jammern auf hohem Niveau, was hier gemacht wird.

14.08.2012
23:15
Außer Klose hat Deutschlands Sturm fast nichts zu bieten
von Rentner4rr | #2

was hat der Alte Man Klose den noch zu bieten
der will die nächste WM Spielen mit 37 jahren
nur Deutschland kann sich so lächerlich machen
der alte Man gehört abgesägt genauso wie es bei Ballack
gemacht wurde wenn Löwi zu Feige dazu ist sollte
Biermann wieder dran

1 Antwort
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #2-1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

14.08.2012
22:38
Boähhhh....
von westfaIenborusse | #1

Soviel Text für was? Reus könnte sofort als Ersatz für Klose einspringen.

1 Antwort
Außer Klose hat Deutschlands Sturm fast nichts zu bieten
von Mirage | #1-1

nö, lassense mal..mir isses lieber Jogi zerdeppert vor Saisonbeginn alle Bayernspieler, als dass er unsere Jungens einem Verletzungsrisiko aussetzt.

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