Aus gegen Inter war ein Stich ins Herz der Bayern
16.03.2011 | 17:10 Uhr 2011-03-16T17:10:44+0100
München. Nach dem K.o. in der Champions League gegen Inter Mailand verzweifelt der FC Bayern an sich selbst. Der Klub spielt nun um seine Zukunft, in der nicht nur Trainer Jupp Heynckes für Stabilität sorgen soll.
Ein besonderer Moment der jüngeren Vereinsgeschichte liegt schon eine Weile zurück, und er sollte ein Versprechen für die Zukunft sein. Ende Januar 2009 wurde das Finale der Champions League für 2012 an München vergeben, und damals haben sie sich beim FC Bayern die Hände gerieben. Die Welt wird dann auf ihre Stadt blicken, wenn das größte Ereignis im Klubfußball in der Arena in Fröttmaning steigt. „Sehr, sehr glücklich“ sei man, das Finale 2012 „ausrichten dürfen“, sagte damals Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. Natürlich schwang das Selbstverständnis mit, als Gastgeber am Finale teilzunehmen.
Am Dienstagabend gastierte Europas Eliteliga zum vorerst letzten Mal in der Münchner Peripherie, und Stadt und Stadion boten einen erstklassigen Rahmen, wenngleich im Achtelfinale: Für ein Spektakel, das im Drama endete. Erneut genügte die windschiefe Architektur der Bayern-Mannschaft nicht den eigenen Ansprüchen. Rummenigge sprach von einem „brutalen Stich ins bayerische Herz“. 2:3 (2:1) hatten die Bayern gegen Inter Mailand verloren , besiegelt durch Goran Pandevs Tor in der 88. Minute. Hinweggespült war nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel nicht nur die Hoffnung auf das Viertelfinale und die letzte Titelchance. Sondern auch die Aufbruchstimmung nach dem Entschluss, die Zusammenarbeit mit Trainer Louis van Gaal zum Saisonende zu beenden .
Wie im Rausch spielten die Münchner etwa eine Stunde lang. Sie hätten den Titelverteidiger in der Neuauflage des 0:2 verlorenen Vorjahresendspiels in seine Einzelteile zerlegen können. Doch sie scheiterten wieder einmal an sich selbst, weil sie ihre Chancen nicht nutzten und ihre Defensive kollabierte. Ob die Abwehr reif sei für die Champions League, wurde Arjen Robben gefragt. „Im Moment nicht. Es kann nicht sein, dass wir zu Hause drei Tore bekommen. Jetzt müssen wir sehen, dass wir wieder Champions League spielen und es besser machen.“ „Wir haben nichts aus unseren Fehlern gelernt“, sagte Trainer van Gaal.
Es ist die Unwucht zwischen grandioser Offensive und dilettantischer Defensive, die die Bayern immer wieder an sich selbst verzweifeln lässt. 18 Innenverteidiger-Duos hat der Trainer auf der vergeblichen Suche nach einem stabilen Konstrukt in dieser Saison probiert. Diesmal havarierte vor allem Breno, zunächst neben Daniel van Buyten und später Holger Badstuber. Van Gaal muss sich den Vorwurf gefallen lassen, das Defensivpersonal falsch eingeschätzt und dann taktisch nicht gegengesteuert zu haben.
Geblieben ist nur die vage und im Ansatz gefährdete Aussicht auf das Finale 2012 im eigenen Stadion. „So ein Spiel wird Spuren hinterlassen. Wir müssen jetzt fighten“, sagte Rummenigge. Zwei Punkte Rückstand auf Rang drei müssen in der Liga aufgeholt werden. Dieses Vorhaben gerät zum Charaktertest. Zumal „der Stachel tief sitzt“, wie Mario Gomez befand: „Die bessere Mannschaft ist ausgeschieden, die schlauere weiter.“ Eines will man den Fans nicht antun: dass der große FC Bayern München durch die Europa League tingelt, während das eigene Stadion für das Finale der Champions League hergerichtet wird.
Am Samstag spielen sie beim SC Freiburg bereits wieder um ihre Zukunft, in der nicht nur Trainer Jupp Heynckes für Stabilität sorgen soll. Neues Personal in der Defensive dürfte ebenfalls eingebaut werden, nicht allein um Schalkes Manuel Neuer werden sich die Bayern bemühen. Sollten sie die Qualifikation für die Champions League verpassen, könnte es durchaus sein, dass nicht nur van Gaal seine Abschiedstournee gibt. Robben, Franck Ribery und andere vereint trotz langfristiger Verträge vor allem das Selbstverständnis mit dem Verein: dass man in die Champions League gehört.
15:34
Ich kann the real thomas nur zustimmen.
Habe das Finale 1997 auf Malle zusammen mit nem Zeckenkumpel inner Kneipe geguckt. Da warn auch ein paar Bayernfuzzis mit Mitgliedsausweis. Beim Tor für Juve haben die gejubelt. Danach haben wir ohne die Bazis in Ruhe weitergeguckt. Grins. Die Rivalität zu den Lüdenscheidern ist ok aber den Bajuwaren gönne ich nicht das schwarze unterm Fingernagel. Wie oft hat uns dieser Sch... verein schon alles vermasselt. 1971/72, 1976/77, 2001, letztes Jahr immer dieser Verein.
Deshalb für mich schönstes Fußballspiel ever Championsleague Finale 1999!!! Und Vorgestern war auch ok.
11:48
#21
Soviel ich weiß war es keine Bayerische sondern Holländische Arroganz. Van Gaal wollte keine Spieler holen und hielt den Kader für stark genug.Der Verein hat ihm Geld für neue zur verfügung gestellt was er nicht nutzte.
11:39
Für einen alten Gladbacher ist es immer wieder traurig, wenn diese Blechbüchsen-Matadore gewinnen...Bayern-Fan??? In DEM Fall schon...
11:37
Heimpleite gegen Dortmund und damit das Aus in der Meisterschaft; Heimpleite gegen Schalke und damit das Aus im DFB-Pokal; Heimpleite gegen Inter und damit das Aus in der Champions-League. Endlich hat sich der legendäre Bayern-Dusel (wenn auch vermutlich leider nur vorübergehend) einmal abgewandt. Es gibt also doch noch so etwas wie Gerechtigkeit!
11:37
#24 von nobbi1204 ,
Gerade weil es um Sport geht, sollte man die Vereinbrille ablegen und über den Tellerrand hinaussehen können!
Na das erklären Sie mal bitte. Steht bei einer Niederlage einer deutschen Mannschaft unsere Gesellschaft auf dem Spiel? Wird Deutschland jetzt in der Welt nicht mehr anerkannt?
11:33
Sorry,
. . . meinem Kommentar
. . . Vereinsbrille
11:28
#22 NichtEgal
Da Sie scheinbar nichts begriffen haben, gehören Sie wohl auch genau zu den Leuten, die sich von meinen Kommentar angesprochen fühlen sollten!
Gerade weil es um Sport geht, sollte man die Vereinbrille ablegen und über den Tellerrand hinaussehen können!
11:05
#14 Der Umkehrschluss ist auch richtig.
Die Verlierer der Gesellschaft wollen auch mal auf der Siegerseite stehen, werden also Bauern-Sympathisanten. In der Schule sind das meistens die, die niemand in der eigenen Mannschaft haben möchte.
09:50
#19 von nobbi1204 ,
Schade, dass viele Fußballfans bzw. Kommentatoren in Deutschland eine Vereinsbrille tragen, die nur eine sehr dümmliche und kurzsichtige Beurteilung zulässt!
Wer den Fussball so ernst nimmt und sich zu solchen Bewertungen aufschwingt ist für mich genau das was Sie vorwerfen. Es geht um Sport!!!
09:35
Es wird doch nur die bayrische Arroganz bestraft , die da meinten , ohne einen € in neue Spieler zu investieren , in der Saison 2010 / 11 national und international auftrumpfen zu können !