Kommentar

Auch ohne EM-Quali träumt das DFB-Team schon vom neuen Campo

Im Campo Bahia wuchst der deutsche Weltmeister-Teamgeist. Für die EM soll ein ähnlich inspirierender Ort gefunden werden.
Im Campo Bahia wuchst der deutsche Weltmeister-Teamgeist. Für die EM soll ein ähnlich inspirierender Ort gefunden werden.
Foto: Getty Images

Der DFB sucht mit deutscher Gründlichkeit schon jetzt das EM-Quartier für 2016. Maßstab ist das Campo Bahia der WM 2014. Ein Kommentar.

Essen.. Vor 515 Jahren landeten die Portugiesen in Santa Cruz Cabrália und eroberten Land für ihre Krone. Vor einem Jahr landeten die Deutschen in der Gegend, sie bauten dort das Campo Bahia – und der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte: Die Fußball-Nationalmannschaft eroberte von dort aus die Krone des Weltfußballs, und seit dem WM-Sieg in Brasilien gilt das Campo Bahia beim DFB als bestes Quartier der Geschichte.

DFB-Unterkunft Wie so vieles hat diese Geschichte zwei Seiten, aus dem Dorf Santo André, das vor den Türen des Campo Bahia liegt, kommen Klagen darüber, dass das Leben nicht anders ist als vor der WM. So, als wäre der DFB nie dagewesen. Den Trainingsplatz zum Beispiel, der Kern einer Fußball-Akademie werden sollte, holt sich die Natur zurück. Und das Campo Bahia selbst ist zu einem Edel-Resort geworden, in dem man um die 1800 Euro pro Nacht zahlen muss, wenn man eine der 14 Luxusvillen bewohnen will, in denen die Weltmeister geschlafen haben.

EM-Quartier angeguckt, Qualifikation fehlt noch

Den DFB muss das alles nicht beschäftigen, seine Planungen sind in Brasilien aufgegangen. Wer will es dem Verband da verdenken, dass er mit deutscher Gründlichkeit schon ein Jahr vor der EM das nächste Quartier ausguckt? Organisation ist eben alles. Naja, fast alles: Das Ticket zur EM muss das seit der WM durch die Qualifikation rumpelnde DFB-Team schon noch selber lösen.