Arminia Bielefeld scheint auf dem heimischen Acker unbesiegbar

Nach der Pokalüberraschung gegen Mönchengladbach, hatten die Bielefelder allen Grund zum Jubeln.
Nach der Pokalüberraschung gegen Mönchengladbach, hatten die Bielefelder allen Grund zum Jubeln.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Arminia Bielefeld könnte nach dem Sieg über Gladbach als erster Drittligist seit 2001 ins Pokalfinale einziehen. Norbert Meier: "Denkwürdiger Abend."

Bielefeld.. Nach dem Triumph von Arminia Bielefeld über Borussia Mönchengladbach (5:4 nach Elfmeterschießen) im Viertelfinale des DFB-Pokals nimmt eine der größten Überraschungen der jüngsten Pokalgeschichte weiter Formen an. Vor 14 Jahren erreichte letztmals ein drittklassiger Verein das Finale. Damals unterlag der 1. FC Union Berlin dem FC Schalke 04 mit 0:2. Die "Eisernen" kämpften sich seinerzeit in die Herzen der Zuschauer und gewannen bundesweit an Sympathie.

Pokal-Sensation Ganz ähnlich verhält es sich in diesen Tagen mit dem ewigen Underdog Arminia Bielefeld. Hertha BSC Berlin, Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach mussten bereits niedergeschlagen die Heimreise antreten. Wenn sich am 29. April der Bundesligazweite VfL Wolfsburg im Halbfinale in der SchücoArena vorstellt, geht es dann um den ganz großen Wurf. Eine Finalteilnahme wäre der größte Erfolg der Vereinsgeschichte von Arminia Bielefeld.

Norbert Meier wusste, wie er Gladbach ärgern kann

Aber daran wollte gestern Abend nach dem Schlusspfiff noch niemand denken. Zu groß war der Stolz über das Erreichte. "Es war ein denkwürdiger Abend", sagte Trainer Norbert Meier, der sein Team perfekt auf den Gegner eingestellt hatte. Auf dem völlig zerpflügten Acker der Bielefelder Alm bekamen die technisch beschlagenen Fohlen Probleme, ihr präzises Kombinationsspiel aufzuziehen. Fuchs Norbert Meier hatte seine Mannschaft zuvor extra im Stadion trainieren lassen, damit das Geläuf noch schwerer zu bespielen sein würde.

Auf der anderen Seite schmissen sich die Arminen in jeden Ball, als wenn es um das nackte Überleben ginge. Getragen von den 26.137 Fans in der ausverkauften Arena, kämpften sie Mönchengladbach nieder und hatten im Elfmeterschießen das nötige Glück auf ihrer Seite. "Dieser Sieg hat einen unfassbar hohen Wert", freute sich Stürmer Fabian Klos, "das wird dauern, bis wir das begriffen haben. Ins Pokal-Halbfinale zu kommen, ist wie im Lotto zu gewinnen."

"Wenn man im Halbfinale steht, darf man auch vom Finale träumen", wagte Sportchef Samir Arabi doch noch einen Blick nach vorne. Gleichzeitig mahnte er aber auch an, dass die Dritte Liga für den Verein an erster Stelle steht. "Was für uns als nächstes zählt, ist das Tagesgeschäft mit dem Spiel am Samstag in Dresden.“ So sah es auch Coach Meier. Seine Pläne für das Ende der Pokal-Nacht: "Bielefeld wird feiern, und ich gehe nach Hause und schaue mir noch Aufzeichnungen von unserem nächsten Gegner Dynamo Dresden an."

Arminia Bielefeld braucht jeden Euro

Die Arminen führen die Drittliga-Tabelle mit 62 Punkten an, der Aufstieg in die Zweite Bundesliga hat für die finanziell klammen Ostwestfalen absolute Priorität. Mit den dort erhältlichen Fernsehgeldern könnte der Schuldenberg in Höhe von 25,7 Millionen Euro weiter abgetragen werden. In diesem Zusammenhang stellen auch die zwei Millionen Euro, die Arminia für den Sieg über Gladbach kassiert, eine äußerst willkommene Einnahme dar. Gelingt Bielefeld der Einzug ins Finale, kämen weitere Prämien vom DFB, Geld für die Live-Übertragung der ARD sowie die Einnahmen einer ausverkauften Alm hinzu. Aber bevor es soweit kommt, hat der VfL Wolfsburg auch noch ein Wörtchen mitzureden. (mit dpa)