Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Fußball

Anwälte: DFL-Sicherheitskonzept ist rechtswidrig

23.10.2012 | 16:34 Uhr

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) erhält für den Entwurf ihres Sicherheitskonzepts auch von der "Arbeitsgemeinschaft Fananwälte" Gegenwind.

Frankfurt/Main (SID) - Die Deutsche Fußball Liga (DFL) erhält für den Entwurf ihres Sicherheitskonzepts nicht nur Gegenwind von den Klubs. Für die in der "Arbeitsgemeinschaft Fananwälte" zusammengeschlossenen Juristen steht der Maßnahmenkatalog "mit der bestehenden Rechtslage nicht im Einklang". Laut der AG sind die Maßnahmen "nicht nur rechtswidrig und unverhältnismäßig, sondern das Papier enthält keine Erklärung, weshalb derartige Eingriffe in Rechte anderer überhaupt notwendig sein sollen."

Die Anwälte der Fans, die regelmäßig Fußball-Anhänger vertreten, benennen zahlreiche Kritikpunkte. So sehe die deutsche Rechtsordnung keine Kollektivschuld vor, demzufolge seien auch Kollektivstrafen nicht zulässig. Auch die momentane Praxis bei der Verhängung von Stadionverboten sei nicht rechtsstaatlich. Zudem würden bereits derzeit Daten aus laufenden Ermittlungsverfahren von der Polizei an die Vereine ohne Rechtsgrundlage weitergegeben.

Auch die sogenannten "Vollkontrollen" sind laut der Juristen unzulässig, da private Sicherheitskräfte keine Befugnis hätten, Personen zu durchsuchen - außer, die betroffene Person würde einwilligen.

Bei der DFL stieß die Einlassung der Anwälte auf Unverständnis. "Die im Konzeptpapier 'Sicheres Stadionerlebnis' vorgeschlagenen Maßnahmen werden in den verbandsrechtlichen Vorschriften selbstverständlich so ausgestaltet und in der Praxis selbstverständlich so umgesetzt, dass sie mit dem geltenden Recht in Einklang stehen. Die entsprechenden konkreten Anträge werden den Mitgliedern des Ligaverbandes und den zuständigen DFB-Gremien nach Abschluss des laufenden Konsultations- und Beratungsprozesses zu dem Diskussionspapier vorgelegt", sagte ein DFL-Sprecher.

sid

Facebook
Kommentare
Umfrage
Dortmund in der Krise - Kann der BVB seine Saisonziele noch erreichen?

Dortmund in der Krise - Kann der BVB seine Saisonziele noch erreichen?

 
Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Nach Breitenreiter-Kritik winkt Paderborn neuer Trainingsort
Paderborn
Der Fußball-Bundesligist SC Paderborn hat ein neues Trainingszentrum geplant und stellt es schon der Öffentlichkeit vor. SCP-Trainer André Breitenreiter kann wohl endlich aufatmen. Doch der Stadt geht das schnelle Vorgehen des Klubs zu weit. Bürgermeister Dreier bremst und kritisiert den Verein.
BVB-Boss Watzke hält an Jobgarantie für Klopp fest
Watzke
Hans-Joachim Watzke will während der sportlichen Krise des BVB keinerlei Zweifel an Jürgen Klopp aufkommen lassen. "Ich habe immer gesagt, das unser Trainer das Ende seiner Zeit beim BVB selbst bestimmt. Dabei bleibt es", sagte Dortmunds Geschäfsführer vor dem Champions-League-Spiel in Istanbul.
Favre auf Europa fokussiert - "Denke nicht an Bayern"
Fußball
Alle reden vom Top-Duell mit dem FC Bayern, nur Lucien Favre will davon nichts wissen.
Gericht: Leverkusen muss 16 Millionen zurückzahlen
Fußball
Dem Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen droht eine erhebliche finanzielle Belastung: Der Verein muss den Gläubigern des 2011 pleitegegangenen Billigstromanbieters Teldafax rund 16 Millionen Euro früherer Sponsorengelder zurückzahlen.
Barça feiert ter Stegen nach Champions-League-Sieg über Ajax
Ter Stegen
Beim 3:1 seines FC Barcelona hatte der Ex-Gladbacher Marc-André ter Stegen kaum eine Gelegenheit, sich mit Paraden auszuzeichnen. Trotzdem wurde er von seinem Klub als einer der Schlüssel zum Sieg gefeiert. Damit stand er in diesem Fall auf einer Stufe mit Neymar und Andres Iniesta.