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VfL Osnabrück kämpft ums Überleben

16.10.2012 | 11:06 Uhr
VfL Osnabrück kämpft ums Überleben. "Dass sich etwas ändern muss, liegt auf der Hand", sagte Trainer Claus-Dieter Wollitz.Foto: imago

Osnabrück.  Rund acht Millionen Euro betrug die Schuldenlast des VfL Osnabrücks im Frühjahr. Momentan steht der Verein auf Platz zwei in der Dritten Liga. Der angestrebte – und wirtschaftlich notwendige – Aufstieg muss keine Illusion bleiben.

Dienstagabend stand wieder ein Mitglieder-Informationsabend an. Der dritte und letzte vor der Jahreshauptversammlung am 18. November. Dann will der verschuldete VfL Osnabrück eine grundsätzliche Entscheidung über seine Vereinsstruktur fällen. Und damit über seine Zukunftsfähigkeit.

"Dass sich etwas ändern muss, liegt auf der Hand"

Eine wirtschaftliche Ausgliederung der Profiabteilung ist ebenso denkbar wie eine professionelle Regelung unter dem Dach des e.V. "Dass sich etwas ändern muss, liegt auf der Hand", sagte Trainer Claus-Dieter Wollitz der "Osnabrücker Zeitung": "Man hat hier immer am Rand des Abgrunds wirtschaften müssen."

Erstaunlicherweise hat der emotionale Trainer und Sportchef das Team nach einem Drittel der Saison in der Dritten Liga in die Spitzengruppe geführt. Platz zwei, der angestrebte – und wirtschaftlich notwendige – Aufstieg muss keine Illusion bleiben. "Der Druck ist groß, weil ich weiß, dass dieser Verein nicht mehr viele Chancen bekommt", sagt Wollitz, "es ist fünf nach zwölf – und wir sind im Moment dabei, mit aller Kraft die Uhr zurückzustellen."

Acht Millionen Euro Schulden im Frühjahr

Rund acht Millionen Euro betrug die Schuldenlast des Vereins im Frühjahr, die vom DFB für die Drittliga-Lizenz geforderte Liquiditätsreserve von 1,6 Millionen Euro war nicht aufzubringen. Erst durch die Politik wurde der Verein im letzten Moment gerettet. Voraussetzung war allerdings die Zusage, für die Zukunft professionelle Strukturen zu schaffen. Das soll im November geschehen.

Wesentlicher Teil des Rettungsprogramms ist der Erwerb einer Kaufoption über maximal 1,1 Millionen Euro für die vom VfL errichtete Stadion-Immobilie, vor allem der Nordtribüne und der Geschäftsstelle. Für 7,6 Millionen Euro sollen diese Gebäude Ende des Jahres von einer städtischen Gesellschaft gekauft und dann an den Verein für 500.000 Euro zurückverpachtet werden. Derzeit bringt der Klub jährlich 700.000 Euro für Tilgung auf.

Dass aus wirtschaftlichen Gründen der Aufstieg in die Zweite Liga nötig ist, wissen alle Beteiligten. 4,3 Millionen Euro TV-Geld pro Jahr kassieren die Klubs in der zweiten Liga, rund 800.000 die in der Klasse darunter. Und die Differenz wird mit dem neun Vertrag ab kommender Saison eher noch größer. "So schnell wie möglich", müsse der Verein wieder nach oben, weiß Wollitz: "Aber in einem Kraftakt geht das nicht, und man kann den Aufstieg auch nicht herbeireden."

"Meilenstein" in Rostock"

Die Entwicklung seiner Mannschaft macht ihm allerdings Mut. Er hat ein Team zusammengestellt, in dem nur noch vier Stammspieler aus dem Vorjahr stehen. Eine junge Mannschaft mit Leidenschaft und Begeisterung, die mit ihrem schnellen, offensiven Stil auch die Fans "mitnimmt".

Fiese Fouls statt Fair Play

Der 3:0-Auswärtssieg bei Hansa Rostock am 12. Spieltag vor zweieinhalb Wochen soll das Schlüsselspiel für den Glauben an die eigene Stärke und die sportliche Entwicklung gewesen sein. "Dieses Spiel kann für die Entwicklung der Mannschaft ein Meilenstein gewesen sein", meinte Wollitz. Und Stürmer Marcus Piossek kündigt an: "So sind wir schwer zu schlagen und können uns da oben auch noch ein bisschen aufhalten." (dapd)



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