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SC Paderborn

Umstrittener Elfmeter für 1.FC Kaiserslautern erzürnt die Paderborner Gemüter

10.11.2012 | 17:00 Uhr
Die Entscheidungen von Schiedsrichter Winkmann sorgten für Diskussionen im Spiel zwischen Paderborn und Kaiserslautern.Foto: Hartwig Sellmann/WNM

Paderborn.  Um ein Haar hätte der SC Paderborn 07 die „Roten Teufel“ vom 1.FC Kaiserslautern vor über 11 000 Zuschauern auf die Hörner genommen. Erst ein umstrittener Foulelfmeter sicherte den Pfälzern noch einen Punkt beim 1:1 (0:0) im Topduell der 2. Fußball-Bundesliga. So blieb der Aufstiegsanwärter auch am 13. Spieltag ungeschlagen. Nach dem Abpfiff wurde heiß diskutiert.

SCP-Manager Michael Born fauchte nach Spielschluss als wäre er gerade durch die Fußball-Hölle gegangen. „Unser Torwart Lukas Kruse hat den Ball doch an seinem Fuß. Dann kommt Bunjako und lässt sich fallen. Da kann man doch keinen Elfmeter geben.“ Im Fokus der Diskussionen stand der Strafstoß aus der 67. Minute. Der SC Paderborn führte im Topspiel gegen den 1.FC Kaiserslautern bis zu diesem Zeitpunkt dank eines unglückliches Eigentor (57.) des FCK-Linksverteidigers Leon Jessen mit 1:0.

Zehn Minuten später tauchte Kaiserslauterns Kapitän Albert Bunjako, der früher selbst das SCP-Trikot trug, nach einem langen Pass auf der rechten Seite vor seinem alten Kumpel Lukas Kruse auf. Der Paderborner Schlussmann lief ihm entgegen, kam aber nicht rechtzeitig an den Ball. Bunjako ging zu Boden beim Körperkontakt im Strafraum. Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Mohamadou Idrissiou verwandelte für den FCK zum Gleichstand und frühzeitigen Endergebnis.

Paderborn ärgert Kaiserslautern

Die Rote Karte für Kaiserslauterns Denis Linsmayer (69.) nach einem Ellbogencheck gegen den gerade erst eingewechselten Paderborner Wirbelwind Manuel Seitz änderte daran nichts. Der SCP hatte anschließend noch Pech mit einem Fernschuss. Auf der anderen Seite rettete Torwart Lukas Kruse fast mit dem Schlusspfiff in höchster Not den Paderbornern das vierte Remis im siebten Vergleich seit 2006 gegen die Pfälzer. Einen Sieg über den Traditionsklub, der seinen Kader für sechs Millionen Euro aufgerüstet hat, gab es für die Ostwestfalen in der Zweiten Liga noch nie.

Franco Foda: "Der Schiedsrichter hat richtig entschieden"

Am Ende der aktuellen Partie drehte sich alles um den Elfmeterpfiff von Winkmann. „Der Schiedsrichter hat das so entschieden. Damit müssen wir alle leben“, kommentierte SC-Trainer Stephan Schmidt die kuriose Szene. Kollege Franco Foda sagte: „Der Schiedsrichter hat in beiden Situationen richtig entschieden – sowohl beim Elfmeter als auch bei der Roten Karte gegen uns.“

War das ein Elfmeter? Eine leichte Berührung von SCP-Keeper Lukas Kruse gegen FCK-Stürmer Albert Bunjako in der 67. Minute ist offenbar da. Foto: Hartwig Sellmann/WNM

Paderborns Keeper Lukas Kruse hingegen kochte vor Wut: „Ich hatte schon im Spiel das Gefühl, dass es kein Elfmeter ist. Ich finde es eine Frechheit, so einen Elfmeter zu geben. Aber wir sind es in dieser Saison ja schon gewohnt, dass solche Eierdinger gegen uns gepfiffen werden.“ Albert Bunjako widersprach dieser Version vehement: „Ich will den Ball vorbeilegen. Der Torwart kommt raus und trifft mich an der Seite. Kruse meinte, es sei ein Schwalbe von mir gewesen. Das ist Quatsch. Ich kann mich nicht in Luft auflösen. Das war ein glasklarer Elfmeter.“

Kaiserslautern und die vielen mitgereisten FCK-Fans durften sich so noch über den Ausgleich durch Idrissiou freuen. Trainer Franco Foda: „Wir wollten das Spiel zwar unbedingt gewinnen, aber nach dem Spielverlauf müssen wir mit dem Punkt im Endeffekt zufrieden sein. Ein Sieg für uns wäre heute nicht verdient gewesen.“ Trotzdem verteilte er ein Kompliment an seine Mannschaft, die ohne den Ex-Paderborner Enis Alushi (Kreuzbrandriss im Spiel gegen Bochum) auskommen musste. Foda: „Die Jungs haben wieder Moral bewiesen. Sie sind nach dem Gegentor schnell zurückgekommen.“

SCP-Coach Schmidt: "Gegen Aufstiegsanwärter gut bestanden"

SCP-Coach Stephan Schmidt resümierte: „Wir hätten dem FCK gerne die erste Niederlage beigebracht. Gegen den Aufstiegsanwärter Nummer eins haben wir aber gut bestanden.“ In der Konsilidierungsphase seiner Mannschaft nach dem personellen Umbruch vor der Saison sei das Spiel ein „weiterer Lernprozess“ gewesen. Träume von einem Aufstiegsplatz wie in der Vorsaison habe Paderborn mit derzeit 19 Zählern nicht. Schmidt: „Wir müssen sehen, dass wir weiterhin Abstand zu den Abstiegsrängen bekommen. Mein Blick in der Tabelle geht nach unten. Für andere Ambitionen haben wir nicht das Potenzial."

Hartwig Sellmann

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