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SC Paderborn ist stolz auf seine Jungs nach dem 4:0-Triumph gegen Bochum

12.08.2012 | 17:57 Uhr
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Deniz Yilmaz hat in der 82. Minute das 4:0 für den SC Paderborn erzielt. Die Spieler feiern.Foto: Hartwig Sellmann/WNM

Paderborn.  Schon wieder dreht sich in der 2. Fußball-Bundesliga alles um den SC Paderborn. Pessimistische Prognosen mit Attitüden wie Abstiegskampf nach dem Ausverkauf hat der Vorjahres-Fünfte ganz schnell ins Reich der Fabeln verwiesen. Die neuformierte Mannschaft schreibt nach dem 4:0 (2:0)-Erfolg über den VfL Bochum weiter an der Geschichte eines unglaublichen Fußball-Märchens. Der Verein ist stolz auf seine Jungs.

Auf das 2:2 bei Hertha BSC Berlin folgte der 4:0-Triumph im Westfalenderby gegen den VfL Bochum. Tore von Mario Vrancic (24./50.), Alban Meha (40.) und Deniz Yilmaz (82.) entzauberten vor 10.763 Zuschauern die enttäuschenden Kicker aus dem Kohlenpott.

Trainer Stephan Schmidt - der Nachfolger von Namensvetter Roger Schmidt (abgewandert zu Red Bull Salzburg) - resümierte nach dem Sieg: „Selbstverständlich war die Torfolge für uns optimal. Wir haben aber eine klare Spiel-Philosophie. Unser Ziel ist es offensiven, kreativen Kombinationsfußball nach vorne zu entwickeln, mit einer gesunden Balance für die Defensive. Das haben wir gegen Bochum in guten Ansätzen gezeigt.“ Was fast noch untertrieben ist.

Mit frühem Pressing setzte der SCP die Gäste massiv unter Druck. Die ballorientierten Flügelwechsel führten zu herrlichen Kombinationen. Das Ergebnis permanenter Torgefahr: Zwei verdiente Treffer vor dem Seitenwechsel durch Neuzugang Vrancic und Mittefeldregisseur Alban Meha. Die Marschroute für den zweiten Durchgang erledigte Paderborns Elf mit der Leichtigkeit eines Teams, das an seine Qualitäten glaubt. „Wir gehen klar aufs 3:0“, habe er in der Kabine gesagt, verriet Trainer Schmidt später.

Vrancic und Yilmaz machen den Sack zu

Der Ex-Dortmunder Vrancic erledigte zunächst die Minimalvorgabe, der frühere Mainzer Yilmaz setzte noch einen Treffer drauf. Der Sack war damit zu. 4:0! VfL-Keeper Andreas Luthe, selbst oft ein Unsicherheitsfaktor in der wackligen VfL-Abwehr, verhinderte beim letzten gefährlichen Torschuss von Meha mit einer Glanzparade das totale Bochumer Debakel. Paderborn, das vergangene Saison schon mit 4:0 im Revier-Stadion gewann, bleibt ein Angstgegner für den VfL.

Bochumer 0:4-Blamage in Paderborn

Beim SCP dreht sich nach neun Ab- und elf Zugängen die Zeit weiter wie geschmiert. Mit vier Punkten aus zwei Spielen ist die neuformierte Truppe optimal in die Zweitliga-Runde gestartet. Nächsten Sonntag (16 Uhr) geht es mit breiter Brust in das ostwestfälische DFB-Pokalderby bei Erzrivale Arminia Bielefeld.

Trainer Schmidt: "Mannschaft hat eine Topmentalität"

„Die Mannschaft hat eine Topmentalität“, erklärt Trainer Stephan Schmidt das Phänomen SC Paderborn. Und der Verein hat mit ihm offensichtlich wieder den richtigen Mann für die Entwicklung feiner Fußballkost mit bescheidenen Finanzmiitteln gefunden. Der erst 35-jährige Coach war 2011 Deutscher A-Junioren-Meister mit dem VfL Wolfsburg. In Paderborn arbeitet er weiter an der Jugendstil-Trilogie.

Frustrierte VfL-Fans beim 0:4

Das war die Vorgabe bei seiner Verpflichtung. „Jeder Trainer hat natürlich seine eigenen Vorstellungen, aber es muss zu unserer Philosophie passen“, sagt Michael Born, Geschäftsführer Sport. Die intelligente Spielweise wie gegen Bochum praktiziert sei auch das Prinzip des Vereins: "Frühes Pressing, schnelle Kombination, geduldig sein und im richtigen Moment den Spielrhythmus wieder verändern."

Bewerbungsgespräch fand auf Mallorca statt

Der neue Trainer Stephan Schmidt kam vom VfL Wolsburg zum SC Paderborn.Foto: Hartwig Sellmann/WNM

Aus „tausend Vorschlägen“ bei der Auswahl des Nachfolgers von Roger Schmidt machte sich Born für die Person Stephan Schmidt stark. „Ich habe mich an die Halbfinalspiele der deutschen A-Jugendmeisterschaft erinnert als Wolfsburg ganz tollen Fußball gespielt hat“, kam Born die Idee, auch mal mit dem damaligen VfL-Coach zu reden. Das Bewerbungsgespräch fand auf Mallorca statt , wo Schmidt gerade zufällig im Urlaub weilte. Beide Seiten wurden sich schnell einig.

Stephan Schmidt sprang nach vorherigen Nobodys namens Roger Schmidt und Andre Schubert in letzter Minute auf den Zug als neuer Coach beim SCP und musste mit dem Personal leben, das größtenteils schon zusammengestellt worden war.

Hartwig Sellmann

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