Kobiaschwili legt Einspruch gegen einjährige Sperre ein
31.05.2012 | 17:06 Uhr 2012-05-31T17:06:02+0200
Berlin. Dem Hertha-Profi Lewan Kobiaschwili droht nach dem Relegations-Skandalspiel die Rekordsperre von einem Jahr. Dann wäre die Karriere des 34-Jährigen wohl beendet. Doch die Berliner legten Einspruch ein, denn Kobiaschwili streitet die Tätlichkeit gegen Schiedsrichter Wolfgang Stark ab.
Für Otto Rehhagel ist er der 'fairste Spieler seit dem Zweiten Weltkrieg', doch jetzt drohen Lewan Kobiaschwili eine Rekordstrafe und das unfreiwillige Karriereende: Der Profi von Bundesliga-Absteiger Hertha BSC wird für ein Jahr gesperrt, wenn dem Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses wegen der Tumulte rund um das Relegations-Skandalspiel bei Fortuna Düsseldorf (2:2) stattgegeben wird.
Nachdem Kobiaschwili und seine drei mitangeklagten Teamkollegen am Donnerstag wie erwartet Einspruch eingelegt haben, wird nun der Einzelrichter des DFB-Sportgerichts spätestens bis Anfang nächster Woche über das Strafmaß entscheiden. Zwölf Monate ohne Fußball - so lange wurde in der Bundesliga-Geschichte noch nie ein Spieler wegen einer Tätlichkeit aus dem Verkehr gezogen. Doch Hertha kämpft für seinen Leistungsträger, denn der beteuert seine Unschuld.
Kobiaschwili beteuert seine Unschuld
'Lewan Kobiaschwili schwört Stein und Bein, dass
er nicht geschlagen hat', sagte Herthas wiedergewählter Präsident Werner
Gegenbauer zu den 3400 anwesenden Fans auf der Mitgliederversammlung am
Dienstagabend. Diese hatten zuvor mit Pfiffen und Buhrufen reagiert, als
Kobiaschwili von Manager Michael Preetz als eine wichtige Stütze für die
kommende Zweitligasaison genannt wurde.
Zwar müssen auch die Berliner
Christian Lell (sechs Spiele Sperre beantragt), Thomas Kraft (fünf), Andre
Mijatovic (vier) mit saftigen Strafen rechnen, doch Kobiaschwili könnte es
besonders hart treffen. Sollte die Einjahressperre (16. Mai 2012 bis 16. Mai
2013) nicht abgemildert werden, droht dem 34-Jährigen das unwürdige und
erzwungene Ende seiner Profi-Karriere.
Der Vorwurf an Kobiaschwili wiegt
schwer. Der Defensivspieler soll Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) beim
Spiel in Düsseldorf am 15. Mai nach Spielschluss auf dem Treppenabgang des
Spielertunnels tätlich angegriffen haben. 'Der Spieler Lewan Kobiaschwili hat
mit ausgestreckter Faust in meine Richtung geschlagen. Ich habe mich weggeduckt,
bin dann am Hinterkopf getroffen worden. Einzig das Treppengeländer verhinderte
einen Sturz, und das wären fünf bis sechs Meter gewesen', hatte Stark bei der
Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht gesagt. Der Unparteiische hat noch in der
Kabine Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt.
Weiße Weste von Kobiaschwili bekommt hässliche Flecken zum Karriereende
Starks Version
können seine Schiedsrichter-Assistenten bestätigen. Wie Kobiaschwili mit Hilfe
der Hertha-Verantwortlichen seine Unschuld beweisen will, ist noch unklar. Fest
steht aber schon jetzt: Das Image des 'Rekord-Ausländers' der Bundesliga (336
Spiele, gemeinsam mit Ze Roberto) hat gelitten.
Bislang galt der
georgische Rekordnationalspieler als zurückhaltender Musterprofi, der bei fast
jedem seiner Trainer für seine Qualitäten auf und neben dem Platz geschätzt
wurde. Auch Rehhagel schwärmte über den Linksfuß, den er nach Mijatovic'
Verletzung zum Kapitän ernannt hatte: 'Er ist ein super Profi, er hat alle Dinge
schon einmal erlebt. Und das prädestiniert ihn dazu, als Leader
aufzutreten'.
Allerdings hatte sich Kobiaschwili schon vor dem
Relegations-Rückspiel einige Aussetzer geleistet. Beim 0:1 gegen den 1. FC Köln
sah er nach einer Rudelbildung mit Lukas Podolski die Gelb-Rote Karte, beim 3:3
bei Bayer Leverkusen verursachte Kobiaschwili einen Foulelfmeter und flog mit
Rot zum zweiten Mal in der abgelaufenen Saison vorzeitig vom Platz. (sid)

08:49
Wie kann ich gegen etwas Einspruch erheben, was noch gar nicht ausgesprochen wurde???
21:08
er greift einen schiedsrichter an und bekommt nur eine einjährige sperre und selbst gegen die geht er noch vor.....
lebenslang wäre richtig...
Stimme Ihnen absolut zu ! Auch die anderen Strafen sind viel zu mild.
Die Herren sollten sich mal ansehen was Herr Kölz an Strafen ausspricht !
Nur so ist eine richtige Abschreckung möglich-