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Für Herthas Kobiaschwili geht’s ums Ende der Karriere

30.05.2012 | 19:25 Uhr
Für Herthas Kobiaschwili geht’s ums Ende der Karriere
Herthas Lewan Kobiaschwili droht eine einjährige Sperre. Der Mittelfeldspieler soll Schiedsrichter Wolfgang Stark nach dem 2:2 in Düsseldorf geschlagen haben.Foto: imago

Berlin.  Mit dem Antrag, Lewan Kobiaschwili für ein ganzes Jahr zu sperren, fuhr der DFB-Kontrollausschuss ganz schweres Geschütz auf. Eine derart lange Sperre gab es im Bereich des Verbandes noch nie. Der Antrag ist ein Zeichen dafür, dass Hertha BSC beim DFB derzeit einen schweren Stand hat.

Fortuna Düsseldorf kann gelassener für die 1. Liga planen. Hertha BSC Berlin findet sich langsam mit dem Abstieg ab. Der Verein dürfte das Relegationsspiel gegen die Fortuna nicht anfechten. Solange das Urteil des Deutschen Fußball Bundes (DFB) zum Skandalspiel nicht schriftlich vorliegt, behält sich der Klub zwar vor, das Ständige Schiedsgericht des DFB anzurufen. Aber weder Führung noch Fans sind auf Krawall gebürstet. Auf einer Mitgliederversammlung am Dienstagabend in Berlin war das Meinungsbild eindeutig. „Kein Kampf mit den Windmühlen“, riet ein Fan, „wir müssen den Wiederaufstieg sportlich schaffen“. Auch wenn das Mitglieder-Votum nicht bindend ist, so sind doch die Signale der Chefetage ähnlich. Manager Michael Preetz: „Wir müssen davon ausgehen, dass wir abgestiegen sind“.

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Ein weiteres Signal erreichte den Verein am Mittwoch: Mit dem Antrag, Lewan Kobiaschwili für ein ganzes Jahr zu sperren, fuhr der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ganz schweres Geschütz auf. Der Mittelfeldspieler soll Schiedsrichter Wolfgang Stark nach dem 2:2 in Düsseldorf geschlagen haben. Eine derart lange Sperre gab es im Bereich des DFB noch nie, und Hertha hat bereits einen Einspruch angekündigt. Für Kobiaschwili (34) geht’s um das Ende der Karriere – für Hertha BSC  ist der Antrag ein Zeichen dafür, dass der Verein im Verband derzeit einen schweren Stand hat.

„Keine Lobby beim DFB“

Die Mitglieder sind ohnehin der Meinung, dass das Team spielerisch erstligareif, aber disziplin- und charakterlos war. Sie glauben zwar, dass das Relegationsspiel irregulär war – aber auch wenn es Unrecht war, so der Tenor, „muss man es akzeptieren“. Man habe halt „keine Lobby beim DFB“. Sie wissen aber insgeheim, dass das Relegationsspiel ein Spiegelbild der Saison war und dass Hertha sich mit jeder Klage selbst blockiert. Die Saisonvorbereitung leidet darunter, wie der künftige Trainer Jos Luhukay andeutete.

Dazu kommen finanzielle Unwägbarkeiten. Hertha plant mit Einnahmen von 30,5 Millionen Euro und Ausgaben von fast 45 Millionen. Transfererlöse müssen die Lücke schließen. Der Klub muss teure Spieler verkaufen, allen voran Raffael und Ramos.

Hertha-Mitglieder reden sich die Köpfe heiß

Über 29.000 Mitglieder hat Hertha, rund 3400 strömen ins Messezentrum ICC, acht Stunden lang reden sie sich die Köpfe heiß, fast bis drei Uhr morgens. Kurz nach Mitternacht ging Präsident Werner Gegenbauer vom Wasser zum Bier über, Signal dafür, dass alle Messen gelesen sind. Er wurde mit 73,2 Prozent gewählt, mit ihm rücken fast nur Vertrauensleute ins Präsidium auf. Der Rest ist Formsache.

Die Emotionen gehen hoch, als das Thema „Bengalos“ flackert, da ist kein Gespräch möglich. Das größte Reizthema: Michael Preetz. Seine Bilanz in drei Jahren: Zwei Abstiege, fünf Trainer. Gegenbauer meint, dass Preetz glücklos war, aber nicht leichtfertig. Er hält zum Manager, weil vieles gemeinsam entschieden wurde und weil er sich selbst herausgefordert fühlt, „grundsätzlich einen Gegenpunkt zu setzen“. Dieser Gegenpunkt lautet: Es gibt sie nur im Doppelpack. „Wer Preetz loswerden will, braucht mich nicht zu wählen“.

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Preetz war nicht zu Selbstkritik fähig

Preetz wurde ausgepfiffen. „Michael, Du hast Deine Chance verpasst“, rief der frühere Profi Michael Sziedat. Aber Preetz drückte das Kreuz durch, blieb aufreizend sachlich. So glücklos er in der Saison agierte, so nervenstark saß er den Protest aus. Zu Selbstkritik war er nicht fähig, die Details der Trennung von Markus Babbel (der Anfang vom Ende) blieben ungeklärt; einschließlich der Frage, ob eine Sexaffäre den Ausschlag gab. „Lassen Sie mich das neue Trikot präsentieren“, rief Preetz aus. Plötzlich kam, wandgroß, das Trikot zum Vorschein - mit Hertha-Fahne auf der Brust. „Fahne pur“. Für Minuten war der Unmut verraucht. Den gleichen Effekt erzielt Preetz mit der Vorstellung von Trainer Luhukay , der auf einige erfahrene Kräfte und Talente setzten will.

Nicht nur Preetz ist tief in der Schuld von Gegenbauer, es trifft auf den ganzen Verein zu  – und das womöglich wortwörtlich. Einfache Frage: „Wat willste ändern, bringste Jeld mit?“, wollte eine Frau wissen. Die Frage galt Sziedat, der sich gegen Gegenbauer auflehnte. Mit Geld konnte Sziedat nicht dienen - bei der Wahl ins Präsidium fiel er durch. Dort hat Gegenbauer freie Hand. Und so ist Tante Hertha auch nach einer langen Nacht einfach wiederzuerkennen: Anlehnungsbedürftig und mit einer fatalen Schwäche für starke Männer.

Miguel Sanches

Kommentare
30.05.2012
22:02
Für Herthas Kobiaschwili geht’s ums Ende der Karriere
von STVhorst1986 | #2

Wer einen Schiedsrichter schlägt sollte mindestens 1 Jahr gesperrt werden! Alles andere wäre fatal für Schiedsrichter vorallem in unteren Ligen! Die...
Weiterlesen

1 Antwort
Für Herthas Kobiaschwili geht’s ums Ende der Karriere
von lightmyfire | #2-1

Volle Zustimmung. Ein Fußballprofi muss sich in Griff haben.

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Für Herthas Kobiaschwili geht’s ums Ende der Karriere
Für Herthas Kobiaschwili geht’s ums Ende der Karriere
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http://www.derwesten.de/sport/fussball/2_bundesliga/fuer-herthas-kobiaschwili-geht-s-ums-ende-der-karriere-id6713773.html
2012-05-30 19:25
Hertha BSC Berlin,Preetz,Gegenbauer,Fortuna,Relegation
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