Kommentar

Immer wieder Theater bei 1860 München

Wird Teil des Trainerstabs bei 1860 München: Sven-Göran Eriksson.
Wird Teil des Trainerstabs bei 1860 München: Sven-Göran Eriksson.
Foto: dpa

Der Zweitligist holt Trainer Sven-Göran Eriksson. Und erfüllt damit den Wunsch seines Investors aus Jordanien. Wieder einmal eine Posse bei den Löwen. Es ist ein Lehrstück darüber, wie Geld die Welt regiert. Ein Kommentar.

Essen.. Herrlich, diese Sechziger! Diese Tradition: Was war das für eine Elf, die 1966 Deutscher Meister wurde. Zampano Max Merkel schwang die Peitsche, ‘60 stürmte auf Teufel komm raus und Trainer Merkels bester Spruch aus dieser Zeit lautete: „Ich hab im Training die Alkoholiker gegen die Nicht-Alkoholiker spielen lassen, die Alkoholiker haben 8:1 gewonnen. Hob i gsogt: Saufts weiter, Buam“.

Zweite Liga Und jahrzehntelang dieses Chaos: Absturz ins Amateurlager, ein Amigo-Präsident namens Karl-Heinz Wildmoser und jetzt, in den Tiefen der 2. Liga, die Beinahe-Pleite, weil man sich mit der Beteiligung an Bayerns Allianz-Arena so kolossal verhoben hat. Schließlich der Retter aus Jordanien, ein millionenschwerer Unternehmer, im Volksmund trotzdem nur Scheich genannt.

Es ist ein Lehrstück, was da bei den Löwen abläuft. Darüber, wie der Verein den Mann mit den Millionen benutzt, wie der wiederum den Verein regiert, weil Geld dann doch die Welt regiert, ob es nun eine 50+1-Regel gibt oder nicht. Der Mann mit dem Koffer will Sven-Göran Eriksson als Trainer, wie absurd das auch sein mag? Der Mann mit dem Koffer bekommt ihn. Vor allem aber ist die Geschichte wieder mal die reine Folklore auf Giesings Höhen. Der Kommödienstadl spielt!

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