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Schattenmann von Ex-BVB-Star Kagawa kümmert sich um Nürnbergs Kanazaki und Kiyotake

20.02.2013 | 17:16 Uhr
Herzliche Begrüßung: BVB-Profi Moritz Leitner nimmt Jumpei Yamamori beim Heimspiel der Dortmunder gegen Nürnberg in Empfang.Foto: imago

Essen/Nürnberg.   Jumpei Yamamori war der Mann hinter dem Erfolg von Shinji Kagawa bei Borussia Dormtund. Der Dolmetscher und Betreuer war immer an Kagawas Seite und somit Teil der erfolgreichen Meistermannschaft des BVB Jetzt ist Yamamori im Funktionsteam vom 1. FC Nürnberg. Im Interview erinnert sich der Japaner an seine Zeit beim BVB und spricht über seine Erfahrungen in der Bundesliga.

Im schnelllebigen Fußballgeschäft ist häufig kein Platz für Freundschaften, man könnte meinen, die Menschlichkeit geht im Profi-Sport fast gänzlich verloren. Das ist aber nur der oberflächliche Blick auf das Bundesliga-Business. Jumpei Yamamori und Borussia Dortmund zeigten Ende Januar, dass es auch anders geht. Der Japaner war zwei Jahre lang der Schattenmann von BVB-Star Shinji Kagawa , kümmerte sich um die Integration des Nationalspielers, war Übersetzer und festes Mitglied der Meistermannschaften. Eine ähnliche Funktion übernahm der 35-Jährige nach dem Abgang Kagawas zu Manchester United beim 1. FC Nürnberg, die mit Hiroshi Kiyotake und Mu Kanazaki sogar zwei Spieler aus Fernost in ihren Reihen haben. Und das auf persönliche Empfehlung von BVB-Trainer Jürgen Klopp. Im Interview spricht Yamamori über seine Aufgaben, die Erinnerungen an seine Zeit beim Double-Sieger und Freundschaften im Fußball-Geschäft.

Die Begrüßung im Stadion von Borussia Dortmund fiel emotional aus. Man könnte meinen, sie haben sich alle seit Jahren nicht mehr gesehen.

Jumpei Yamamori: Der Kontakt nach Dortmund ist nicht abgebrochen. Aber natürlich ist es nicht einfach, sich in dem Bundesliga-Geschäft regelmäßig zu besuchen. Als wir mit dem Club gegen Dortmund gespielt haben, war die Begrüßung sehr herzlich. Das hat mir noch mal in Erinnerung gerufen, wie toll und aufregend die Zeit damals beim BVB war - nicht nur für Shinji Kagawa, sondern auch für mich.

War es schwierig für Sie, nach Dortmund zurückzukehren – in anderen Mannschaftsfarben? Sie müssten doch eigentlich BVB-Fan sein…

Bundesliga
Inui, Kiyotake, Usami und Co. auf Kagawas Spuren

Japans junge Garde mischt derzeit die Fußball-Bundesliga auf. Nachdem Shinji Kagawa Borussia Dortmund vor der Saison in Richtung Manchester verlassen hat, erobern andere Namen Deutschlands Fußball-Bühne.

Yamamori: (lacht) Fan bin ich eigentlich gar nicht, weil ich Teil der Mannschaft bin – auch in Nürnberg. Ich stehe voll und ganz hinter dem Team und deshalb ist es selbstverständlich, dass ich emotional hundertprozentig hinter dem Verein stehe. Als wir gegen Dortmund gespielt haben, hatte ich natürlich etwas gemischte Gefühle. Aber das ist bei ehemaligen Spielern auch nicht anders.

Seit dieser Saison stehen Sie beim Club in Lohn und Brot. Gibt es Unterschiede zu der Zeit bei der Borussia?

Yamamori: Auch in Nürnberg bin ich Teil des Funktionsteam und immer mit dabei - da gibt es keinen Unterschied im Vergleich zu der BVB-Zeit. In Dortmund war ich allerdings nicht der erste Dolmetscher im Team. Da gab es noch Hardy Meuleneers, der sich um Lucas Barrios gekümmert hat. Wir waren voll integriert und es war eine super Truppe. Borussia Dortmund und Shinji hatten natürlich in den zwei Jahren große Erfolge, so dass es an meiner Tätigkeit nicht viel auszusetzen gab und sich niemand beschwert hat.

Nach dem Abgang von Kagawa endeten Ihre Aufgaben in Dortmund. Wie kam der Kontakt zum 1. FC Nürnberg zustande?

Jumpei Yamamori (l.) feierte mit dem BVB und Shinji Kagawa zwei Meisterschaften.Foto: imago

Yamamori: Es war eine Weiterempfehlung, über die ich sehr froh und dankbar bin. Das zeigt, dass man mit meiner Arbeit in Dortmund zufrieden war.

Jetzt haben Sie gleich zwei Spieler, die unter Ihren Fittichen stehen. Fällt die Integration von Mu Kanazaki leichter, weil mit Hiroshi Kiyotake schon ein Japaner im Team ist?

Yamamori: Die Mannschaft hat Mu sehr gut aufgenommen, weil sie den Umgang mit Japanern durch Kiyotake schon kennen. Da gab es überhaupt keine Berührungsängste. Die beiden verstehen sich blendend, weil sie sich schon lange kennen. Sie werden sich gegenseitig unterstützen. 

Und Sie bringen den beiden die deutsche Kultur näher?

Yamamori: Ich will den japanischen Spielern nicht die deutsche Kultur beibringen, das überlasse ich den Deutschen. Ich stehe den Japanern in Deutschland zur Seite und erkläre Dinge, die neu für sie sind. Außerdem rege ich die Spieler an, sich zu integrieren. Japaner sind häufig schüchtern und zurückhaltend. Ich spiele aber nicht „den Deutschen“ und konfrontiere sie frontal mit der neuen Kultur. Die Mitspieler machen das in der Regel sehr gut.

Japaner in der Bundesliga

  1. Seite 1: Schattenmann von Ex-BVB-Star Kagawa kümmert sich um Nürnbergs Kanazaki und Kiyotake
    Seite 2: Yamamori musste seinen Job beim BVB "selbst erfinden"

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Kommentare
20.02.2013
20:47
Kagawas Schattenmann kümmert sich um Kanazaki und Kiyotake
von Chapuisat | #1

Cooler sympathischer Typ!

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