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Lewandowski versetzt Bayern den K.o.

11.04.2012 | 21:28 Uhr

Borussia Dortmund hat im Kampf der Giganten gegen Bayern München den vorentscheidenden Schlag gelandet und greift dank Robert Lewandowski erneut nach der Meisterschale.

Dortmund (SID) - Borussia Dortmund hat im Kampf der Giganten gegen den Erzrivalen Bayern München den vorentscheidenden Schlag gelandet und greift dank Robert Lewandowski erneut nach der Meisterschale. Der Pole versetzte mit seinem 20. Saisontreffer zum 1:0 (0:0)-Erfolg des BVB dem Rekordmeister aus München in der 77. Minute des enorm spannenden Gipfeltreffens den K.o. und verschaffte dem Titelverteidiger vier Spiele vor dem Saisonende einen komfortablen Vorsprung von sechs Punkten.

Großer BVB-Held neben Lewandowski war Roman Weidenfeller. Der Torwart hielt in der 85. Minute einen Foulelfmeter von Arjen Robben. Der Keeper selbst hatte den Niederländer zuvor im Strafraum zu Fall gebracht. In der dramatischen Nachspielzeit köpfte Abwehrspieler Neven Subotic an die eigene Latte, Robben schoss den Nachschuss aus sechs Metern über das Tor und avancierte endgültig zum großen Verlierer. Im direkten Gegenzug traf auch Lewandowski noch die Latte.

Für Dortmund war es auf dem Weg zum ersten Double der Vereinsgeschichte das 24. Spiel in Folge ohne Niederlage und - noch wichtiger - der vierte Erfolg gegen die Bayern in Serie. Bei den Bayern gilt nach dem voraussichtlichen Aus im Titelrennen nun die Konzentration den Halbfinal-Partien in der Champions League gegen Real Madrid und dem Pokalfinale am 12. Mai gegen den BVB.

"Das war heute Nervenkitzel am Anschlag. Die Schlussphase war unglaublich. Hut ab an meine Mannschaft, das kann man nicht viel besser spielen. Ich finde, der Sieg war hochverdient. Ich bin sehr glücklich. Jetzt kommt das nächste Brett bei unseren Freunden in Gelsenkirchen", sagte ein enorm erleichterter Trainer Jürgen Klopp, der schon den Blick auf das Derby am Samstag in Schalke richtete: "Wir bleiben in der Spur und werden auf keinen Fall feiern."

Bei aller Freude blieb auch Weidenfeller auf dem Boden: "Wir haben ein tolles Spiel gemacht. Wir können alle sehr, sehr glücklich sein. Es war ein schönes Gefühl, den Elfmeter gehalten zu haben. Jetzt haben wir aber ein weiteres schweres Spiel vor der Brust. Wir schauen weiter von Spiel zu Spiel." Dagegen legte sich Franz Beckenbauer bereits fest. "Die Dortmunder werden das durchziehen und am Ende ein verdienter deutscher Meister sein", sagte der "Kaiser" bei Sky.

Jupp Heynckes war nach der Niederlage gefasst. Der Bayern-Coach sprach von einem "klasse Spiel" von beiden Mannschaften. "Die erste Halbzeit ging an Borussia Dortmund. Nach der Pause hat sich das Blatt gewendet, und wir haben das Spiel dominiert. Arjen Robben hatte dann die beiden großen Möglichkeiten, noch den Ausgleich zu erzielen. So was passiert halt im Fußball. Alle Chancen liegen jetzt bei Borussia Dortmund", sagte Heynckes.

Das Tor Lewandowskis, der einen Schuss von Kevin Großkreutz von der Strafraumgrenze ins Tor weiterleitete, hatte vor 80.720 Zuschauern und unter den Augen von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sowie Bundestrainer Joachim Löw in der ausverkauften Dortmunder Arena die Serie der Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes von zuvor neun Pflichtspiel-Siegen beendet. Bezeichnenderweise hob Robben in dieser Szene das Abseits auf.

Das Duell der Erzrivalen, das weltweit in 200 Länder übertragen wurde, begann turbulent und vielversprechend. Schon nach 50 Sekunden hatte Mario Gomez per Kopfball die erste Chance für die Bayern. Doch BVB-Torhüter Roman Weidenfeller parierte ohne Mühe. Nicht einmal eine Minute später spitzelte Jakub Blaszczykowski den Ball aus spitzem Winkel an Bayern-Keeper Manuel Neuer, aber auch am Münchner Gehäuse vorbei. Der Nationaltorhüter verhinderte wenig später mit einem sehenswerten Reflex nach einem Schuss von Kevin Großkreutz aus sechs Metern einen frühen Rückstand.

Die Begegnung hielt auch in der Folge, was die spektakuläre Anfangsphase versprach. Der BVB versuchte mit aggressivem Forechecking den Spielaufbau der Bayern zu stören, wodurch besonders die Münchner Flügelzange mit Franck Ribéry und Arjen Robben zunächst keine Wirkung zeigte.

Nach zehn Minuten beruhigte sich das Spiel, ohne jedoch an Niveau und Brisanz zu verlieren. Die Borussen wirkten in der Offensive jedoch entschlossener und hatten Pech, als Luiz Gustavo den Schuss von Shinji Kagawa (25.) im letzten Moment blockte und Robert Lewandowski (37.) mit einem Kopfball nur den Pfosten traf.

Auch nach dem Wiederanpiff wurde bei den Münchnern zwar mehr Ballbesitz registriert, doch der BVB präsentierte sich wesentlich giftiger, gedankenschneller und zieltrebiger. Dagegen wirkten die Aktionen der Bayern in diesem "Endspiel" zu langsam und ohne Überraschungseffekt. Einen Hauch mehr Kreativität erhoffte sich Coach Heynckes mit der Einwechslung von Bastian Schweinsteiger nach einer Stunde Spielzeit.

Die Entscheidung schien sich auszuzahlen, denn die Aktionen der Gäste wurden zwingender, und die BVB-Defensive hatte einige brenzlige Situationen zu überstehen. Trainer Jürgen Klopp, der auf den von einer Schambein-Entzündung genesenen Nationalspieler Mario Götze verzichtet hatte, hoffte auf den entscheidenden Konter. In der hektischen Schlussphase behielt der BVB dann die Nerven.

Die Borussen hatten in Ilkay Gündogan und Blaszczykowski ihre stärksten Akteure. Aufseiten der Bayern überzeugten Torhüter Neuer und David Alaba.

sid

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