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Leverkusen-Trainer Schmidt droht jetzt eine lange Sperre

22.02.2016 | 19:22 Uhr
Hatte mehrfach während des Spiels gegen den BVB Diskussionsbedarf: Bayer-Coach Roger Schmidt.Foto: dpa

Leverkusen.  Leverkusens Trainer Roger Schmidt wurde während des Spiels gegen den BVB (0:1) auf die Tribüne geschickt und weigerte sich. Fünf Fragen und Antworten.

Am Montag geriet auch Rudi Völler ins Visier der DFB-Justiz. Überraschend war das nicht mehr nach jenem denkwürdigen Sonntagsspiel zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund, bei dem das Ergebnis von 0:1 anschließend kaum ein Thema war. Denn Leverkusens Trainer Roger Schmidt hatte sich einem Feldverweis durch den Schiedsrichter widersetzt – das hatte es in knapp 53 Jahren Bundesliga noch nicht gegeben. Am Montagmittag nahm der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes Ermittlungen gegen Schmidt und Bayer-Sportdirektor Völler auf. Der hatte den Schiedsrichter scharf attackiert und ihm unterstellt, einen Elfmeter für Bayer Leverkusen absichtlich nicht gegeben zu haben.

Welche Folgen drohen Schmidt?

Kommentar
Roger Schmidt sendet verheerendes Signal an Kreisligen

Bayer-Trainer Schmidt provozierte im Spiel gegen den BVB eine Unterbrechung. Er forderte ein, was ihm nicht zustand: eine Erklärung. Ein Kommentar.

Laut DFB-Regelwerk kann unsportliches Verhalten durch Trainer eine Verwarnung oder einen Verweis, eine Geldstrafe bis zu 50.000 Euro, ein Aufenthaltsverbot für bis zu fünf Spiele seiner Mannschaft und eine Sperre der Trainer-Tätigkeit von bis zu zwei Jahren zur Folge haben – auch Kombinationen sind möglich. „Eine längere Sperre für Roger Schmidt ist durchaus denkbar“, sagte DFL-Schiedsrichterberater Hellmut Krug der „Bild“. Auch Anton Nachreiner, der Vorsitzende des Kontrollausschusses hat bei Sport1 angekündigt: „Es wird sicher eine Sanktion geben. Aber welche, das kann ich noch nicht sagen.“ Am Dienstagnachmittag oder am Mittwoch soll es eine Entscheidung geben.

Ist Roger Schmidt einsichtig?

Zum Teil. Der Trainer hat öffentlich Besserung gelobt. „Mir ist natürlich bewusst, dass das jetzt Konsequenzen hat. Ich werde die Strafe, wenn sie im Maße ist, auch so akzeptieren. Ich habe mich falsch verhalten, das ist mir hundertprozentig klar, aber es gab auch Fehler auf dem Platz, die am Ende entschieden haben, wer drei Punkte kriegt“, sagt er gegenüber Sky.

War der Freistoß vor dem BVB-Tor korrekt?

Spielunterbrechung
DFB ermittelt nach dem Skandalspiel auch gegen Rudi Völler

Nicht nur Bayer Leverkusens Coach Roger Schmidt könnten Sanktionen drohen. Auch Sportdirektor Völler wurde nun zu einer Stellungnahme aufgefordert.

Stein des Anstoßes war der Freistoß für Borussia Dortmund, der zum 1:0 führte. Stefan Kießling hatte Sven Bender am BVB-Strafraum gefoult, Matthias Ginter den Freistoß schnell ausgeführt – allerdings knapp sechs Meter weiter vorne. Die Leverkusener waren aufgebracht. Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter und heutige Schiedsrichter-Beobachter Jürgen Jansen kann das nicht verstehen: „So tief in der eigenen Hälfte ist ein Unterschied von fünf, sechs Metern nicht so extrem, dass ich einen Vorteil noch einmal wegpfeife“, sagt er. Das entspreche dem Sinn und Geist der Regel.

War die Spielunterbrechung korrekt?

Ja – sagt der frühere Schiedsrichter Jansen. „Er muss ein Zeichen setzen, wenn er jemand des Feldes verweist und der nicht geht“, sagt er. „Und dann kann er nur dieses Mittel wählen.“ Unterstützung kommt auch von Herbert Fandel, dem Vorsitzenden der DFB-Schiedsrichterkommission: „Er hat in der Situation nach dem Dortmunder Treffer regeltechnisch richtig entschieden.“

War die Kommunikation über Kießling regelkonform?

Schmidt und Völler beschwerten sich vehement darüber, dass Schiedsrichter Zwayer nur per Handzeichen aus der Distanz und dann über Kapitän Kießling mitteilte, dass der Trainer auf die Tribüne müsse. Den Regeln zufolge ist das nicht nur ein möglicher, sondern der vorgesehene Weg. „Der Spielführer ist der erste Ansprechpartner für den Schiedsrichter“, erklärt Jansen. „Dass der Schiedsrichter in dem Moment nicht hingeht, schützt Herrn Schmidt eher noch, weil die Situation nicht weiter eskaliert.“

 

BVB siegt im Chaos-Spiel

Sebastian Weßling

Kommentare
24.02.2016
23:27
Leverkusen-Trainer Schmidt droht jetzt eine lange Sperre
von falkefalke | #3

dieser Schiri war doch eine Lachnummer
wenn er ein Spieler Rot zeigt macht er das auch über 40 Meter entfernung
pfürtti

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Leverkusen-Trainer Schmidt droht jetzt eine lange Sperre
Leverkusen-Trainer Schmidt droht jetzt eine lange Sperre
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http://www.derwesten.de/sport/fussball/1_bundesliga/leverkusen-trainer-schmidt-droht-jetzt-eine-lange-sperre-id11589685.html
2016-02-22 19:22
sports,Roger Schmidt,Bayer Leverkusen,Rudi Völler,DFB,BVB
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