Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Sperre

Herthas Lewan Kobiaschwili kehrt nach Rekordsperre zurück

27.12.2012 | 12:34 Uhr
Am 31. Dezember endet für den Berliner Lewan Kobiaschwili die Leidenszeit.Foto: dapd

Berlin.  Nach den Vorkommnissen beim Relegationsspiel bei Fortuna Düsseldorf wurde Lewan Kobiaschwili wegen eines tätlichen Angriffs auf Schiedsrichter Stark mit der Rekordsperre von mehr als sieben Monaten belegt. Am 31. Dezember endet für den Berliner die Leidenszeit.

Für Lewan Kobiaschwili wurde die Rekordsperre zu einer siebenmonatigen Leidenszeit. 'Es gab Tage, an denen ich nicht aufstehen wollte und keinerlei Lust auf Training hatte. Das alles war schon brutal', sagte der Fußballprofi des Zweitligisten Hertha BSC der Berliner Zeitung: 'Die Geschichte hat mich unheimlich belastet. Natürlich auch meine Familie, meine Frau Tamara, meinen Sohn Nicka und meine Tochter Salome.'

Kobiaschwilis 'Geschichte' bestimmte im Mai wochenlang die Schlagzeilen . Relegation zwischen Berlin gegen Fortuna Düsseldorf, vorzeitiger Platzsturm, Beleidigungen und ein Gerangel mit Schiedsrichter Wolfgang Stark - am 4. Juni dann die Strafe. Siebeneinhalb Monate Sperre für den Georgier wegen eines tätlichen Angriffs auf Stark. Kein Pflichtspiel, kein Testspiel, nur Training. 'Kobi' zählt derzeit die Tage bis zum Ende des Jahres, er verbringt sie in seiner Heimat mit der Familie und Freunden.

Beleidigungen und ein Gerangel mit dem Schiedsrichter

Hintergrund
Kobiaschwili will Stark nur "unabsichtlich berührt haben"

Nach seiner Rekordsperre bis zum Ende des Jahres hat Lewan Kobiaschwili sein Schweigen zum Vorfall beim Relegationsspiel gebrochen: "Ich sage nicht,...

Das Urteil des DFB-Sportgerichts habe er im Sommer nur akzeptiert, um 'irgendwann wieder Fußball zu spielen', sagt er. Der Kontrollausschuss hatte sogar ein Jahr Sperre gefordert - es wäre womöglich das Karriereende für den 35-Jährigen gewesen. Auch den Strafbefehl über 60.000 Euro akzeptierte der georgische Rekord-Nationalspieler ohne Murren, wenn auch wahrscheinlich zähneknirschend. Eine Gerichtsverhandlung ist vom Tisch, Kobiaschwili nicht vorbestraft. Ein kleines Trostpflaster, wenn überhaupt.

Chaos im Spiel der Fortuna

Denn Kobiaschwili bestreitet bis heute, Stark absichtlich geschlagen zu haben. 'Wir waren alle sehr aufgeregt, ja, aufgebracht, denn unsere Sicherheit war auch nicht gewährleistet. Das hat aber niemanden interessiert. Es gab natürlich Beleidigungen. Ganz klar', betonte er. Schon kurz nach dem Urteil hatte er erklärt: 'Es stimmt nicht, dass ich ihn geschlagen habe - auch das ist mir wichtig.' Stark hatte bei der Verhandlung berichtet, Kobiaschwili habe 'mit ausgestreckter Faust' in seine Richtung geschlagen.

Zu Beginn der Sperre jeden Tag gegrübelt

Er sei am Hinterkopf getroffen worden. Lediglich das Treppengeländer habe einen Sturz aus fünf bis sechs Metern Höhe verhindert. Aussagen, die im Gedächtnis der Öffentlichkeit hängen blieben, im Gegensatz zu den Zweifeln des ehemaligen Freiburgers und Schalkers. Zu Beginn der Sperre habe er jeden Tag gegrübelt, er sei fast alle Details des Tages in Düsseldorf durchgegangen: 'Jede Szene, auch die nach dem Abpfiff.'

Rückendeckung gab es aber nicht nur von seiner Familie , sondern auch vom Verein. Sein Vertrag wurde bis 2014 verlängert, Trainer Jos Luhukay rechnet wieder mit dem 'sehr angenehmen Menschen'. 'Ich bin dem Verein einiges schuldig', weiß auch Kobiaschwili: 'Auch wenn ich nur noch für ein Spiel gebraucht werden sollte, bin ich glücklich.'

Und sollte es mit dem sehr wahrscheinlichen Aufstieg der Hertha ins Oberhaus in dieser Saison klappen, winkt Kobiaschwili immer noch ein anderer, weit erfreulicherer Rekord. Mit 336 Einsätzen liegt er derzeit auf Platz zwei der Ausländer mit den meisten Bundesligaspielen. (sid)

 

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
Party in Darmstadt: Mallorca und "Durchwischen für Pep"
Fußball
"Unglaublich", "Wahnsinn", "einfach geil" - die Spieler des SV Darmstadt 98 schwelgten nach dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga in Superlativen.
Medien: Schalke 04 trennt sich von Trainer Di Matteo
Fußball
Der FC Schalke hat nach Informationen der "Sport Bild" und anderer Medien auf die sportliche Talfahrt reagiert und sich von Trainer Roberto Di Matteo...
Schalkes Trennung von Di Matteo war alternativlos
Kommentar
Am Tag nach dem blamablen Saisonende hat Bundesligist Schalke 04 die Zusammenarbeit mit Trainer Roberto Di Matteo beendet. Ein Kommentar.
HSV empfindet Dankbarkeit und sucht erneut die Einsamkeit
Fußball
Der Hamburger SV hat seine Glücksschmiede gefunden. Erneut reist der Fußball-Bundesligist, der sich am Samstag auf den Relegationsplatz rettete, in...
Sensation perfekt: Darmstadt schafft Bundesliga-Aufstieg
Fußball
Eine der größten Überraschungen in der deutschen Fußball-Geschichte ist perfekt: Darmstadt 98 kehrt nach 33 Jahren in die Bundesliga zurück. Die...
Fotos und Videos
Feierlaune in Gladbach
Bildgalerie
Saisonabschluss
Bayern feiert das "Single"
Bildgalerie
Bierdusche
Paderborn traurig nach Abstieg
Bildgalerie
Bundesliga
So feiert Stuttgart den Klassenerhalt
Bildgalerie
Abstiegskampf
article
7426207
Herthas Lewan Kobiaschwili kehrt nach Rekordsperre zurück
Herthas Lewan Kobiaschwili kehrt nach Rekordsperre zurück
$description$
http://www.derwesten.de/sport/fussball/1_bundesliga/herthas-lewan-kobiaschwili-kehrt-nach-rekordsperre-zurueck-id7426207.html
2012-12-27 12:34
Familie,Hertha BSC,Düsseldorf,Berlin,Schiedsrichter
1. Bundesliga