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Guardiola ist ein großer Trainer - aber für Bayern auch ein Risiko

16.01.2013 | 22:49 Uhr
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Guardiola ist ein großer Trainer - aber für Bayern auch ein Risiko
Heilsbringer für die Bayern? Josep Guardiola.Foto: David Ramos/Getty Images

Essen.  Josep Guardiola perfektionierte das Kurzpassspiel des FC Barcelona und gewann Titel zuhauf. Der scheue spanische Trainer dient fortan dem deutschem Vorzeigeklub. Doch niemand weiß, inwieweit sich die Barca-Philosophie auf das Bayern-Gefühl übertragen lässt. Ein Kommentar.

Was für eine Genugtuung. Der begehrteste Trainer dieses Planeten samt aller noch unbekannten Galaxien ist dem Werben des FC Bayern erlegen.

Keine Scheich-Milliarden aus Manchester oder Paris, keine Oligarchen-Millionen des FC Chelsea haben sein Herz erweichen können, sondern die familiäre Atmosphäre, das vernünftige Wirtschaften und das von vielen, vielen Erfolgen unterfütterte Selbstbewusstsein der Münchner. So würde Uli Hoeneß  den vermutlich spektakulärsten Bayern-Transfer der Klub-Historie einordnen. Und eingeordnet sehen.

WAZ-Sportchef Dirk Graalmann

Keine Frage: Josep Guardiola ist für viele weit mehr als ein Trainer, er dient als Heilsbringer, pflegt zudem den Ruf des Ästheten. Er ist derjenige, der das virtuose Kurzpassspiel des FC Barcelona perfektionierte, Titel zuhauf gewann; und, selten genug, zudem – mit Ausnahme der Madrilenen – die Sympathien der staunenden, verzückten Fußballwelt. Und fortan dient dieser Supermann dem deutschem Vorzeigeklub. Wenn das keine Traumehe ist.

Man benötigt kein sonderbar gutes Gedächtnis, um sich daran zu erinnern, wie Uli Hoeneß strahlte, als er Jürgen Klinsmann als Revoluzzer ankündigte, um ihn kurz darauf vom Hof zu jagen wie den letzten Lehrling. Oder Louis van Gaal bekränzte, der ein Ära begründen sollte, um schließlich als Egomane und sozialer Autist gebrandmarkt zu werden. 

Deshalb muss Guardiola nicht das gleiche Schicksal widerfahren. Doch niemand weiß, inwieweit sich die Barca-Philosophie übertragen lässt auf das Bayern-Gefühl, sich der Charakter des scheuen Spaniers mit denen der großkopferten Alphatiere auf der Münchener Kommandobrücke verträgt. Heute ist Jubel angesagt, dominiert der Stolz. All’ das ist berechtigt. Doch die Mühen der Ebene werden folgen. Schon bald. Und erst dann wird man wissen, ob Guardiola die perfekte Wahl war.

Dirk Graalmann

Kommentare
23.01.2013
18:22
Guardiola ist ein großer Trainer - aber für Bayern auch ein Risiko
von Danzel | #23

naja bayern ist immernoch der solventeste verein der welt. die haben nen großes festgeldkonto und können da auch den ein oder anderen großen...
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7490411
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Guardiola ist ein großer Trainer - aber für Bayern auch ein Risiko
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http://www.derwesten.de/sport/fussball/1_bundesliga/guardiola-ist-ein-grosser-trainer-aber-fuer-bayern-auch-ein-risiko-cmt-id7490411.html
2013-01-16 22:49
FC Bayern,FCB,München,FC Chelsea,FC Barcelona
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