Fußball-Romantik auf Knopfdruck
28.09.2012 | 19:41 Uhr 2012-09-28T19:41:00+0200
Essen. Mario Mandzukic jubelt nicht über seine Tore gegen den VfL Wolfsburg, Claudio Pizarro hat sich gestern bereits vor seiner Rückkehr mit den Bayern an seine alte Wirkungsstätte Bremen ein Jubel-Verbot auferlegt. Und auch Bayern-Leihgabe Nils Petersen hadert mit sich. Fußball-Romantiker allerorten?
Bayern-Leihgabe Nils Petersen ringt mit sich, was er im Falle eines Torerfolgs für sein Team, das derzeit Bremen heißt, so an Jubelarien veranstaltet. Fußball-Romantiker allerorten?
Die Attitüde mancher Fußball-Profis ist ab und an schwer zu ertragen. Auf dem grünen Rasen laufen Männer umher, die Millionen verdienen (was ihnen niemand vorwerfen kann), die ihren Arbeitgeber entsprechend nach streng professionellen Kriterien erwählen (Karrierefortschritt, Titel und, nun ja, Geld) und deren Ziel es ist, mit ihrem jeweiligen Klub (und in der logischen Folge für sich selbst) das Optimum zu erreichen. Das ist weniger Söldnertum – als vielmehr eine bewusste Karriere-Entscheidung.
All’ das ist gelebter, normaler Alltag. Die Zeiten der immer treuen Fritz Walters und Uwe Seelers sind passé – das mag zwar manchen grämen, aber, nüchtern betrachtet, ist es in einer Branche, die Milliarden umsetzt, die normalste Sache der Welt. Kein Grund zumindest, sich dafür zu schämen. Peinlich wird es immer nur dann, wenn diese nüchternen, rationalen Entscheidungen später mit läppischer Anbiederei versteckt werden sollen.

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