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Fandel fordert härtere Bestrafung

02.03.2012 | 12:57 Uhr
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Keine Gnade für Ellbogenschläger: Angesichts der immer häufigeren Gesichtsverletzungen im Fußball fordert der deutsche Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel ein hartes Durchgreifen

Köln (SID) - Keine Gnade für Ellbogenschläger: Angesichts der immer häufigeren Gesichtsverletzungen im Fußball fordert der deutsche Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel ein hartes Durchgreifen und nimmt auch Streitfälle in Kauf. "Wir haben die Schiedsrichter angewiesen, den bewussten Einsatz von Ellbogen und Armen zwingend mit Roter Karte zu ahnden und keine Gnade vor Recht ergehen zu lassen", sagte Fandel im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Die Unterscheidung zwischen Versehen, Leichtfertigkeit und Absicht sei zwar schwierig, doch der Schutz der Spieler müsse im Vordergrund stehen. "Wenn der Ellbogen leichtfertig eingesetzt wird, liegt die Strafe im Ermessen des Schiedsrichters. Dann kann auch Gelb ausreichen", sagte Fandel: "Eine Schlagbewegung muss aber immer Knallrot nach sich ziehen. Und wenn es im Zweifelsfall die eine oder andere Rote Karte mehr gibt, schadet das der Sache nicht."

Das Problem sei jedenfalls offensichtlich und müsse bekämpft werden, sagte der langjährige FIFA-Schiedsrichter. "Die Häufigkeit der Verletzungen gibt uns zu denken. Das dürfen wir nicht ignorieren und müssen es im Auge behalten", sagte Fandel: "Wir müssen das wieder rausbekommen aus dem Fußball."

Absicht will Fandel den Spielern im Normalfall aber nicht unterstellen. "Ich habe nicht den Eindruck, dass die Arme und Ellbogen übertrieben bewusst eingesetzt werden", sagte er: "Die Athletik, die sich in den vergangenen fünf oder zehn Jahren stark verändert hat, spielt sicher eine ganz wesentliche Rolle. Aber die Spieler müssen begreifen, dass sie in Kopfhöhe nichts zu suchen haben."

Fandel zeigt sich aber optimistisch, das Problem in absehbarer Zeit bekämpfen zu können. "Da habe ich keine Angst. Ich glaube an einen Selbstreinigungsprozess des Fußballs", erklärte er: "Trainer und Spieler haben die Entwicklung auch im Auge. Ich denke, dass diese Fälle in einigen Jahren deutlich zurückgehen werden."

sid

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