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Doping

Doping-Studie belastet auch den Fußball - WM-Helden von 1954 und BVB im Visier

05.08.2013 | 14:19 Uhr
Doping-Studie belastet auch den Fußball - WM-Helden von 1954 und BVB im Visier
Vitamin C oder Pervitin? Die WM-Helden von 1954 stehen unter Doping-Verdacht.Foto: Imago

Essen.  Laut Doping-Studie der Berliner Humboldt-Universität wurde auch im deutschen Spitzenfußball gedopt. Unter anderem stehen die deutsche Nationalmannschaft von 1954 und Borussia Dortmund unter Trainer Max Merkel unter Verdacht. Der Abschlussbericht der Studie wurde am Montag veröffentlicht.

Es ranken sich ja so einige Legenden um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, die 1954 in der Schweiz Weltmeister wurde. So heißt es unter anderem, die Herbergers Wunderwirker wären im Finale topfitgespritzt gewesen. Dass es entsprechende Kanülen in der Kabine gab, wird nicht dementiert. Strittig ist allerdings deren Inhalt.

Er ist, wie so viel Strittiges, Gegenstand der Doping-Studie der Berliner Humboldt-Universität , die dieser Tage für Aufsehen sorgt. Demnach, so berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ), der die Studie vorliegt, sei auch die Geschichte des deutschen Fußballs alles andere als unverdächtig. Genauso wie das Mittel in den Spritzen der WM-Helden von Bern, in der romantischen Version der Legende schlichtes Vitamin C.

BVB-Coach Merkel soll Doping eingefordert haben

Der Missbrauch von Substanzen aus der Gruppe der Amphetamine sei im Leistungsfußball schon in den 1940er-Jahren verbreitet gewesen, heißt es in der SZ. Es gebe Indizien dafür, dass Fritz Walter und Co. ihre Finalform dank des Aufputschmittels Pervitin erreichten. Ebenso gibt es laut SZ belastende Informationen gegen die deutschen Nationalteams von 1966 und 1974. Die Forscher der Humboldt-Universität monierten zudem, dass ihnen der DFB den Zugang zum Verbands-Archiv erschwerte.

Doping im Fußball
Dopingfälle im deutschen Spitzenfußball

Große Dopingskandale verbindet man in der Regel mit dem Radsport und der Leichtathletik. Aber auch der Fußball hat seine Dopingsünder hervorgebracht. Von Roland Wohlfarth über Ibrahim Tanko bis Marko Rehmer - die Dopingfälle des deutschen Spitzenfußballs.

Explizit wird im SZ-Bericht auch die BVB-Mannschaft von 1961 genannt. Trainer Max Merkel habe seine Spieler zum Doping aufgefordert. Der damalige Dortmunder Hoppy Kurrat dementierte dies am Montag gegenüber WAZ.de: „Merkel hat uns im Trainingslager in der Sportschule Kaiserau zum Frühstück ein Glas Rotwein mit einem Eigelb und einer Traubenzucker-Tablette gegeben – und dann hat er uns zum Laufen geschickt.“

Doping-Praktiken in der Bundesliga wurden schon von Kult-Keeper Toni Schumacher beschrieben. In seinem Buch "Anpfiff" schildert der Ex-Nationaltorhüter diverse Szenen, in denen Mannschaftskollegen und er selbst mit "Spezial-Hochform-Pillen" in Berührung kamen. "In der Bundesliga hat Doping seit langem Tradition", schrieb Schumacher 1987. Seine Posten beim 1. FC Köln und in der Nationalmannschaft war er danach los. Verein und DFB warfen ihm Effekthascherei und Verleumdung vor.

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    Seite 2: Dopingforschung von staatlicher Seite gefördert
    Seite 3: Amphetamine im Fußball offenbar Normalität

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Kommentare
07.08.2013
10:55
Doping-Studie belastet auch den Fußball - WM-Helden von 1954 und BVB im Visier
von Smirre | #36

Sind in der Redaktion noch Sommerferien? Bringt mal ein paar neue Berichte, schickt die Volontäre los, von nichts kommt schließlich nichts. Aber, liebe Redaktion, bitte, bitte keinen Lewandowski Artikel mehr, einverstanden?

06.08.2013
18:06
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Name von Moderation entfernt | #35

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

06.08.2013
17:28
Doping-Studie belastet auch den Fußball - WM-Helden von 1954 und BVB im Visier
von lightmyfire | #34

Doping ist nicht zu verharmlosen. Ich bin davon überzeugt, dass es so alt ist wie der Sport und das sich die Methoden mit der Zeit verschärft geändert haben. Wer bis in die Antike forscht wird fündig werden. Die Berichterstattung über Doping hat für mich etwas von Mainstream-

06.08.2013
14:21
Doping-Studie belastet auch den Fußball - WM-Helden von 1954 und BVB im Visier
von Wohlbekomms | #33

Hilde Koslowsky allerdings war nicht zu verachten - auch, wenn sie nicht lief - aber nur, wenn sie sich nicht während des Lauf´s mal wieder vollgepisst hat und somit keineswegs sauber war.

06.08.2013
13:25
Doping-Studie belastet auch den Fußball - WM-Helden von 1954 und BVB im Visier
von slowhand68 | #32

Bei solchen Berichten kommt mir echt die Galle hoch.
Da werden jetzt Millionen Euro an Steuergeldern verschwendet um rauszufinden ob vor 40, 50 oder 60 Jahren gedopt wurde. Mein Gott, wen interessiert das ??? Wen interessiert es ob Hans Schibulsky und Hotte Schlawinsky im Spiel Wanne Eickel - Westfalia Herne 1965 irgendwelche Mittelchen genommen haben oder Hilde Koslowsky im Hundertmeterlauf 1972 sauber war ? Die meisten der Verdächtigen sind schon nicht mehr unter uns - also lasst die Vergangenheit doch endlich ruhen.
Die Kohle für diese Aufklärung hätte man besser dem Amateursport zukommen lassen sollen, da wäre es gut angelegt.

Gut das am Wochenende die Saison wieder los geht, ich hab auf diesen Sommerloch-Journalismus echt keinen Bock mehr !!

Sportliche Grüße

4 Antworten
Doping-Studie belastet auch den Fußball - WM-Helden von 1954 und BVB im Visier
von Kronenschmeckt | #32-1

Da bin ich zu 1909% bei Dir.

Die Presse
von Borussenbaer53 | #32-2

stürzt sich halt auf Alles, frei nach dem Motto: Schlagzeile komm raus, du bist umzingelt.Aber ok, würden se schreiben, heut nix passiert wärs wohl auch nicht Recht.....

Doping-Studie belastet auch den Fußball - WM-Helden von 1954 und BVB im Visier
von nzkiwi | #32-3

Sommerloch. Richtig. Die Mittelchen, die seinerzeit genommen wurden, standen auf keiner Liste. Es gab noch kein Dopingverpot, nicht einmal das Wort DOPING im Deutschen gab es 1954.

Doping-Studie belastet auch den Fußball - WM-Helden von 1954 und BVB im Visier
von bigkahuna | #32-4

"Für das Projekt wurden 550.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Wissenschaftler haben drei Jahre lang die Archive gesichtet und 50 Zeitzeugen befragt."
Aus dem Artikel "Auch im Westen wurde systematisch gedopt"
Die Uni heißt zum Glück nicht "Uni für Gemütlichkeit und Allgemeines vergessen".

06.08.2013
12:56
Schlippi
von Kronenschmeckt | #31

Mach Dich doch nicht zum Affen, Du bist doch gar nicht so dumm, wie Du Dich hier verhälst.

06.08.2013
11:36
Schmutz
von Schlippinho | #30

Doping, Denunziation, Börsenabzocke, Schiebung und Rechtspopulismus beschmutzen das Ansehen unseres Landes.

1 Antwort
Doping-Studie belastet auch den Fußball - WM-Helden von 1954 und BVB im Visier
von dercherusker | #30-1

Nee, einzig allein du beschämst unser Land, bist du etwa ein Nachfahre von J.G?????

06.08.2013
10:16
Doping-Studie belastet auch den Fußball - WM-Helden von 1954 und BVB im Visier
von Kronenschmeckt | #29

Wiedereinführung der olympischen Sommerspiele der Neuzeit: 1894.
Bis 1914 gab es Medikamente und ein berühmtes Getränk, welche stark kokainhaltig waren.
Und nu?

06.08.2013
09:56
Seit wann gibt es ein Dopingverbot?
von zool | #28

Die ersten Dopingverbote sind vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) 1967 eingeführt worden, nachdem zuvor mehrere Radprofis nach der Einnahme von Drogen-Cocktails gestorben waren. Verboten wurden zunächst Substanzen aus der Gruppe der Stimulantien (etwa Amphetamine) und der Gruppe der Narkotika (zum Beispiel Morphine). 1974 setzte das IOC anabol androgene Steroidhormone (AAS) wie Metandienon, Nandrolon und Stanozolol auf die Doping-Liste, ab 1984 das körpereigene Testosteron und Koffein mit einem Grenzwert. 1988 folgten die Beta-Blocker (die eingeschränkt zugelassen sind) und die Diuretika, ab 1989 schliesslich Peptidhormone wie Erythropoetin (EPO) und Wachstumshormone (HGH).

Also war alles was vor diesen Daten geschah, schlichtweg legal.

06.08.2013
07:45
Es reicht jetzt endlich mal - Spielbetrieb sollte ruhen
von Schlippinho | #27

Der Spielbetrieb sollte ruhen, bis die Vorwuerfe geklaert sind. Solten sich die Vorwuerfe als wahr erweisen, waere mindestens ein 5 jaehriger Ausschluss von allen nationalen und internationalen Wettbewerben angemessen. Mal sehen, was unsere Taeter-Schutz Justiz daraus macht.

2 Antworten
Doping-Studie belastet auch den Fußball - WM-Helden von 1954 und BVB im Visier
von neudortmunder | #27-1

na du Sp.......
1. Gilt das nur für den BVB oder auch für die NM, also wäre Umgarn dann Weltmeister
1954 oder wie oder was.da B. Klodt 1954 auch zur NM gehörte, oder was ist mit den
Kremers Zwillingen,Fichtel,Libuda,Nigbur.(alle in der Zeit von 66-74)
Ist dann vielleich Holland 1974 Weltmeister.
Also wenn, dann komplette Aufklärung und schon mal was von Verjährubg gehört.
Ach ja der ach sympathische Verein hat sich trotz Sieges bis auf die Knochen blamiert, aber vielleicht war ja Nottingen ja auch gedopt.
Naja Spinninho, bei dir hab ich keine Hoffnung mehr

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Name von Moderation entfernt | #27-2

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