Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Fußball

DFL stellt Maßnahmenkatalog gegen Gewalt im Fußball vor

27.09.2012 | 15:45 Uhr
Dr. Reinhard Raunball (Präsident des Ligaverbandes, DFL), Dr. Theo Zwanziger (Präsident des Deutschen Fußball Bundes, DFB) und Hans-Peter Friedrich (Bundesinnenminister) im Disput.Foto: imago

Frankfurt/Main.   Die zunehmende Gewalt in den Stadien soll mit einem umfangreichen Maßnahmenkatalogs der Deutschen Fußball Liga reduziert werden. In Frankfurt stellte Vizepräsident Peter Peters den 36 deutschen Profiklubs das Konzept bei einer Vollversammlung vor.

Der deutsche Profifußball will mit einem umfangreichen Maßnahmenkatalog die zunehmende Gewalt in den Stadien eindämmen und für mehr Sicherheit sorgen. Die vom Ligaverband eingesetzte Kommission unter der Leitung des Vizepräsidenten Peter Peters stellte das Paket den 36 Profiklubs bei einer Vollversammlung am Donnerstag in Frankfurt/Main vor. Konkrete Beschlüsse gab es allerdings noch nicht, diese sollen erst bei der nächsten Versammlung am 12. Dezember verabschiedet werden.

Vereine plädieren für die Erhaltung von Stehplätzen

Der Katalog enthält unter anderem die Einführung von gemeinsamen Standards, bei deren Nicht-Einhaltung vonseiten der Klubs Strafen wie die Einbehaltung von TV-Geldern möglich sein sollen. Zudem soll der Dialog mit allen Beteiligten weiter gesucht sowie Stadionverbote und der Einsatz der Sportgerichtsbarkeit soll neu geregelt werden. Die Vereine haben nun bis zum 22. Oktober Zeit, um zu dem Konzept Stellung zu beziehen.

Fortuna-Fans stürmen Platz

Ligapräsident Reinhard Rauball betonte noch einmal, dass die Vereine vehement für die Beibehaltung der Stehplätze eintreten. Keinen Platz im Stadion soll dagegen Pyrotechnik haben. Nacktscanner und Fußfesseln, über die zuletzt auch diskutiert wurde, lehnte Rauball ab.

Torlinientechnik ist weiterhin ein Thema

Bei der Frage der Torlinientechnik sollen sich die Klubs ebenfalls bis zum 22. Oktober äußern. So soll die Frage geklärt werden, ob zu den bisherigen zwei Anbietern der Technik noch mehr hinzukommen sollen. Außerdem möchte die Liga wissen, ob nur die Bundesligisten oder auch die Zweitligisten die Technik einführen wollen. Dann soll mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), der durch Präsident Wolfgang Niersbach und Generalsekretär Helmut Sandrock vertreten war, die Frage des Technik-Einsatzes im DFB-Pokal diskutiert werden.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte zuvor ein zehn Punkte umfassendes Strategiepapier als Beratungsvorlage für die Vollversammlung am Donnerstag in Frankfurt an die 36 Profi-Klubs verschickt. Das Fachmagazin kicker berichtete am Montag, dass der von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich eingeforderte DFL-Fahrplan die Verabschiedung des Strategiepapiers zur kommenden Saison für die Mitgliederversammlung am 12. Dezember vorsieht.

Klubs müssen für ihre Fans gerade stehen

Das DFL-Papier setzt mit seinen wichtigsten Maßnahmen sowohl bei Klubs als auch Fans an. Die Vereine sollen Versäumnisse bei der Gewaltbekämpfung sowie Verstöße gegen künftig zum Lizenzverfahren gehörende und damit aufgewertete Sicherheitsvorschriften durch Strafen und besonders die anteilige oder gar komplette Sperrung ihrer TV-Gelder teuer bezahlen müssen. Gewalttätige Fans auf der anderen Seite müssen für die Zukunft wieder fünf- statt derzeit nur dreijährige Stadionverbote fürchten.

Chaos im Spiel der Fortuna

Außerdem drohen bei wiederholten Krawallen während Auswärtsspielen für weitere Gastspiele des jeweiligen Klubs Kürzungen von Kartenkontingenten von zehn auf fünf Prozent sowie die Streichung sämtlicher Stehplatz-Tickets. Darüber hinaus sollen Fan-Klubs ohne Einigung mit ihren Vereinen auf gewaltfreies Verhalten keine Eintrittskarten mehr bekommen oder bei Verstößen gegen diese Vereinbarungen Sonderrechte für Spezialaktionen auf den Tribünen entzogen bekommen. (sid)



Kommentare
27.09.2012
16:44
DFL stellt Maßnahmenkatalog gegen Gewalt vor
von DerKewle | #1

Ich frage mich von welcher zunehmender Gewalt die DFL da immer spricht...

Aus dem Ressort
Schmidt fordert Rot für Schalkes Höger - Heldt rügt Ayhan
Stimmen
Nach der 0:1-Niederlage des FC Schalke 04 bei Bayer Leverkusen freute sich Leverkusens Trainer Roger Schmidt zwar über die drei Punkte, aber er tadelte Schalkes Mittelfeldspieler Marco Höger für ein Foul in der ersten Hälfte. Schalke-Manager Horst Heldt kritisierte Kaan Ayhan. Wir haben die Stimmen.
Warum sich Huntelaar nach Schalkes 0:1-Pleite Vorwürfe macht
Splitter
Nach der 0:1-Niederlage bei Bayer Leverkusen übte Schalke-Stürmer Klaas-Jan Huntelaar Selbstkritik, weil er in der 35. Minute stehen blieb und nicht versuchte, einen Elfmeter herauszuholen. In unseren Splittern geht es außerdem um Boateng, Matip, Papadopoulos und Tönnies.
Meyer gegen Di Matteo - Droht der erste Schalke-Konflikt?
Meyer
Auch im dritten Spiel unter Roberto Di Matteo saß Schalkes Mittelfeld-Talent Max Meyer zunächst nur auf der Bank. Ein Gespräch mit dem neuen Coach habe er noch nicht geführt, erklärte Meyer nach der verdienten 0:1 (0:0)-Niederlage bei Bayer Leverkusen.
"Der helle Wahnsinn" - Hummels kann BVB-Krise nicht erklären
BVB-Stimmen
Königsklasse hui, Alltagsgeschäft pfui. Nach vier Niederlagen in Serie - der fünften aus den letzten sechs Spielen - versteht Borussia Dortmund die Bundesliga-Welt nicht mehr. Bender spricht von einer "neuen Situation" für die Borussia, über Saisonziele will Marco Reus nicht reden. Die Stimmen.
Leverkusens Reinartz droht nach Foul längere Pause
Fußball
Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen muss einige Wochen auf Stefan Reinartz verzichten.
Umfrage
Dortmund in der Krise - Kann der BVB seine Saisonziele noch erreichen?

Dortmund in der Krise - Kann der BVB seine Saisonziele noch erreichen?