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Bayern-Boss Hoeneß kritisiert deutsche Justiz

27.07.2012 | 21:07 Uhr
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Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat das Urteil gegen den ehemaligen Münchner Fußball-Profi Breno als "Schock" bezeichnet und in diesem Zusammenhang die deutsche Justiz kritisiert.

Köln (SID) - Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat das Urteil gegen den ehemaligen Münchner Fußball-Profi Breno als persönlichen "Schock" bezeichnet und in diesem Zusammenhang die deutsche Justiz kritisiert. "Ich weiß nicht, ob man hier differenzieren muss zwischen einem Maurer, der seinen Beruf weiter ausüben kann, wenn er wieder rauskommt, und einem jungen Fußballspieler - der absolut nichts anderes kann als Fußball spielen. Wenn man dem damit seinen Beruf für alle Zeiten wegnimmt, dann ist das aus meiner Sicht für dieses Vergehen, sollte es stattgefunden haben, was für mich überhaupt nicht bewiesen ist, absolut nicht nachvollziehbar", sagte Hoeneß der Bild-Zeitung (Samstag-Ausgabe).

Am 4. Juli hatte das Landgericht München Breno, dessen Vertrag Ende Juni ausgelaufen war, wegen schwerer Brandstiftung zu einer Gefängnisstrafe von 3 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Der Brasilianer, der in der JVA Stadelheim einsitzt, hatte im September 2011 seine Miet-Villa angesteckt und einen Schaden von rund einer Million Euro verursacht. Brenos Anwalt Werner Leitner hat Revision gegen das Urteil eingelegt. Mit einer Entscheidung wird im Spätherbst gerechnet.

Hoeneß ist der Meinung, dass das Gericht Brenos Lebensumstände nicht ausreichend gewürdigt habe: "In diesem Urteil steckt eine solche soziale Härte, das hätte das Gericht meiner Meinung nach berücksichtigen müssen. Ein Strafmaß muss ja eine Strafe sein für jemanden, hier ist es eine fast lebenslängliche. Das ist die große Frage, ob das Sinn der Sache ist."

Für Hoeneß ist klar, dass der Fall Breno noch einmal verhandelt werden muss: "Ich habe mir nie und nimmer vorstellen können, dass der Junge dafür ins Gefängnis geht - und vor allen Dingen so lange! Wenn das Urteil nicht revidiert wird, dann ist sein Leben kaputt. Für mich war das Urteil ein Schock."

Die Bayern kümmern sich unterdessen weiter um Breno und dessen Familie, wie Hoeneß versicherte: "Es werden Leute von uns die Frau, die vorerst in Deutschland leben wird, weiterhin betreuen. Wann immer sie ein Problem hat, bei dem wir helfen können, werden wir das tun."

sid

Kommentare
28.07.2012
18:31
Bayern-Boss Hoeneß kritisiert deutsche Justiz
von PhantasieRaum-Ralf | #4

Ich teile die Einschätzung von Slytherin zu 99%. Allerdings würde eine Einteilung von Menschen in Bezug auf die Frage, wie "wertvoll oder nützlich" sie für die Gesellschaft sind, eher dazu führen müssen, dass ein Maurer mit einer günstigeren Strafe davon käme, als ein Fußballer.
Wenngleich ich Fußball-Fan durch und durch bin, komme ich doch zu dem Ergebnis, dass der Wert für die Gesellschaft hoch, aber in keinem Fall vergleichbar mit dem von Handwerkern oder anderen ehrlich arbeitenden und ein Produkt erarbeitenden Menschen ist.
Bei Herrn Hoeness lässt sich einmal mehr erkennen, dass ein derart verschobenes Weltbild, in dem der sich im Kreis seiner "Kaste" bewegende Mensch ein höherweriges Wesen ist, als jeder andere, vorliegt, dass ich es kaum fassen kann.
Ob Breno dieses Strafmaß verdient hat oder nicht, kann und will ich nicht bewerten. Ein Hoeness kann und darf es aber auch nicht. Es kommt mir manchmal vor, als befänden wir uns im neuen Kaiserreich Bayern München von SEINEN Gnaden.

28.07.2012
10:24
Bayern-Boss Hoeneß kritisiert deutsche Justiz
von slytherin | #3

Es muss am Präsidenten-Stuhl von Bayern München liegen, dass von den Personen, die darauf Platz nehmen, Aussagen kommen, bei denen man nur den Kopf schütteln kann...

Wer hindert Breno daran, einen anderen Beruf zu erlernen und auszuüben?

Was hindert ihn daran, auch nach der Haft noch Fußball zu spielen? Schließlich ist er dann erst 26. Und er wird sicher wegen guter Führung vorzeitig entlassen

Zum Maurer-Vergleich: Wer stellt denn heute einen vorbestraften Maurer ein? Oder überhaupt jemanden mit einer Vorstrafe?

Weiterführender Vorschlag: Wir teilen also demnächst bei der Strafzumessung die Menschen zunächst in Kategorien ein, wie wertvoll oder nützlich sie für die Gesellschaft sind und verhängen dann das Strafmaß - das wäre ja dann wohl die konsequente Weiterführung des Hoeneßschen Gedankengangs.

Da bleibt wirklich nur der Spruch: Erst denken, dann reden! Aber das konnte schon Franz B. nicht...

1 Antwort
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Name von Moderation entfernt | #3-1

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28.07.2012
08:45
Bayern-Boss Hoeneß kritisiert deutsche Justiz
von jberg | #2

Es scheint ja grad so, als ob die Bayern dem Breno auch nur ca. 2.000 Euro brutto im Monat an Gehalt (Maurergehalt) überwiesen haben. Das ist dann wirklich soziale Härte.
Aber die Wirklichkeit sieht doch so aus, dass der Junge in den 4 Jahren Bayern München mehr verdient hat, als ein Mauer in seinem gesamten Berufsleben jeweils verdienen wird.
Wenn der Junge schlau ist, fängt er noch im Gefängnis mit einer Aus-, oder Weiterbildung an. So wie ich den Uli kenne, wird er ihn dabei bestimmt unterstützen.

28.07.2012
01:14
Bayern-Boss Hoeneß kritisiert deutsche Justiz
von westfaIenborusse | #1

Wo bleibt der Bayern-Bonus? Wenn zwei das Gleicht tun, ist es nach bayerischen Recht noch lange nicht das Selbe....

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