Zu schnell bei Starkregen - Malanda war nicht angeschnallt

Der VfL Wolfsburg trauert um Junior Malanda.
Der VfL Wolfsburg trauert um Junior Malanda.
Foto: Peter Steffen / dpa
Was wir bereits wissen
Fußballprofi Junior Malanda hatte vor seinem tödlichen Autounfall den Gurt nicht angelegt. Unglücksursache war wohl zu hohe Geschwindigkeit.

Porta Westfalica/Bielefeld.. Der Wolfsburger Fußballprofi Junior Malanda ist vor seinem tödlichen Autounfall nicht angeschnallt gewesen. Der belgische Mittelfeldspieler wurde nach Angaben der Bielefelder Polizei vom Montag aus dem Auto geschleudert, weil er seinen Gurt nicht angelegt hatte. Der 20-Jährige starb noch am Unfallort.

Die Ermittler gehen davon aus, dass "den Witterungsverhältnissen nicht angepasste Geschwindigkeit" die Ursache für den Unfall war. Spekulationen in belgischen Medien, der Fahrer des Wagens habe möglicherweise keinen Führerschein, widersprach die Polizei.

Fahrer und Beifahrer verletzten sich bei dem Unglück auf der A 2 bei Porta Westfalica schwer. Beide konnten das Krankenhaus aber bereits wieder verlassen, wie ein Polizeisprecher sagte. Neben Malanda saß auch der belgische Verteidiger Anthony D'Alberto aus der U 21-Mannschaft des RSC Anderlecht im Wagen.

An Unglücksstelle gilt Tempo 80

Zum Unfallzeitpunkt hatte es stark geregnet. Bei Nässe gilt auf dem Streckenabschnitt ein Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde. Der Wagen sei ins Schleudern geraten, habe sich mehrfach überschlagen und sei auf dem Dach gelandet, hieß es am Montag zum Unfallhergang. Die Ermittlungen dauerten an.

Trauer Unterdessen ist der VfL Wolfsburg am Montagmorgen im Winter-Trainingslager in Kapstadt angekommen. Die Niedersachsen hatten ihre Reise nach Südafrika wegen der tragischen Ereignisse um einen Tag verschoben und waren erst am Sonntagabend abgeflogen. Die erste Übungseinheit in Kapstadt war für den Nachmittag geplant. Zum Programm in Südafrika gehören auch die Testspiele am Mittwoch gegen Ajax Cape Town und am Sonntag in Port Elizabeth gegen Chippa United.

Wolfsburger Fans gedenken Malanda mit Trauermarsch

Das Team wird in Kapstadt psychologisch betreut. "In einer anderen Umgebung, wo wir nicht jeden Tag Juniors Spind sehen, kann die Gruppe den Verlust besser aufarbeiten", hatte VfL-Manager Klaus Allofs vor der Abreise erklärt. In Wolfsburg hatten am Sonntag rund 1000 Anhänger mit einem Trauermarsch an den verstorbenen Profi erinnert. In der Bundesliga und im internationalen Fußball hatte Malandas Tod Bestürzung und eine Welle der Anteilnahme ausgelöst.

Polizei ermittelt gegen Fahrer

Die Polizei ermittelt nun gegen den Fahrer des Geländewagens wegen fahrlässiger Tötung. Der Fahrer habe sich nicht an die vorgegebene Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten, was zur Folge hatte, dass der VW-Touareg bei Starkregen und starken Sturmböen rechts von der Fahrbahn abkam und die Schutzplanke durchbrach. (dpa)