Wolfsburg-Boss Allofs sollte sich seiner Wurzeln besinnen

Wolfsburgs Manager Klaus Allofs.
Wolfsburgs Manager Klaus Allofs.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Dass in Wolfsburg im Moment nicht alles richtig läuft, liegt nicht nur am Trainer. Gefühle statt Kalkulation könnten die Lösung sein. Ein Kommentar.

Essen.. Der VfL Wolfsburg hat Probleme: Ganz offensichtlich fehlt dem Verein derzeit ein Trainer. Ob Valérien Ismaël, der bislang die U23 trainiert hat, über einen längeren Zeitraum die Verantwortung übernehmen darf, bleibt offen. Allofs kann es sich „gut vorstellen“, mehr nicht. Das ist die sprichwörtliche Möhre für Ismaël und ein Hintertürchen für ihn selber. Der Trainer darf bleiben, wenn er gewinnt.

Bundesliga Wolfsburg hat ohnehin nicht ein Trainer-, sondern eher ein Führungsproblem. Dem Klub haftet in dieser Saison mal wieder das Attribut seelenlos an, die Auftritte waren oft traurig. Zu den Herausforderungen eines Trainers zählt es, einem Starensemble eine Seele einzuhauchen, oder um die metaphysische Ebene zu verlassen, den Spielern Teamgeist nahe zu bringen. Dass die Summe einer Mannschaft mehr als die Einzelleistungen der Spieler darstellt, demonstrieren derzeit Köln, Leipzig und seit kurzem auch die Bremer. Letztere deshalb, weil sie den Schulterschluss sogar in der sportlichen Krise demonstrieren.

Für das gesunde Mannschaftsgefüge ist nicht allein der Trainer verantwortlich. Für das globale Klima ist der Geschäftsführer zuständig. Der heißt in Wolfsburg Klaus Allofs und hat beim Personal zuletzt kein gutes Händchen bewiesen.

Ein Risiko mit Gefühl

Vielleicht wäre Allofs gut beraten, sich seiner Wurzeln zu besinnen. Seine größten Erfolge feierte er als Teil der Werder-Familie. Valérien Ismaël war ein Teil davon. Die Beförderung des „Eigengewächses“ vom Interims- zum Cheftrainer wäre ein Risiko, aber eines mit Gefühl. Und das kann der VfL gut gebrauchen.