Kommentar

Wiedersehen mit Thon und Riedle? Profiverträge-Urteil macht's möglich

Sieger vor Gericht: Heinz Müller, ehemaliger Torwart des FSV Mainz 05.
Sieger vor Gericht: Heinz Müller, ehemaliger Torwart des FSV Mainz 05.
Foto: dpa

Das Gerichtsurteil zugunsten des ehemaligen Mainzer Bundesliga-Torhüters Heinz Müller hat den deutschen Fußball in Aufregung versetzt. Das Arbeitsgericht Mainz entschied, dass Müllers Vertrag nicht hätte befristet werden dürfen. Ein Kommentar

Essen.. Weil früher ja schon immer alles besser war, die Musik, die Malerei, die Filmkunst und erst recht der Fußball, dürfen wir uns zumindest im Sport demnächst auf die Wiederkehr unserer Helden von einst freuen. Die müssten sich nur mal an das Gerichtsurteil hängen, das der ehemalige Bundesliga-Torwart Heinz Müller soeben erstritten hat. Das Arbeitsgericht Mainz hat nämlich festgestellt: Das befristete Arbeitsverhältnis von Müller beim FSV Mainz 05 war unzulässig. Heißt zu Ende gedacht: Bliebe es dabei, müssten die Vereine ihre Berufsfußballer bis zur Rente an sich binden.

Fußballverträge Die Profibranche ist aufgeschreckt und argumentiert, sie sei so speziell, dass allein dies als geforderter „Sachgrund für die Befristung von Verträgen“ ausreiche. Mainz 05 legt Berufung ein. Noch dürfen wir also davon ausgehen, dass eine höhere Instanz das Mainzer Urteil einkassieren wird, weil sich vielleicht doch die Erkenntnis durchsetzen wird, dass die Vereine unmöglich bis zu, sagen wir mal, hundert Profis in ihren Aufgeboten halten könnten.

Bald eine Superaltliga mit Ehemaligen?

Würde das Urteil aber bestätigt, hätte es eine gewaltige Schlagkraft. Um die älteren Herrschaften dann nicht beschäftigungslos zu halten, böte sich eine Superaltliga der Ex-Bundesligaspieler an: Und wir sähen endlich wieder Thon und Riedle und Mill und Wosz und all die anderen, die vor ihrem 40. Lebensjahr so ungerecht aussortiert wurden...

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