Welche Konsequenzen das Zeigefinger-Urteil des DFB hat

Nicht gesperrt: Zlatko Junuzovic (v.l.) und Clemens Fritz von Werder Bremen.
Nicht gesperrt: Zlatko Junuzovic (v.l.) und Clemens Fritz von Werder Bremen.
Foto: imago
20.000 Euro Strafe zahlen die Werder-Profis Junuzovic und Fritz aus der Portokasse. Die Anklage hat trotzdem Konsequenzen. Ein Kommentar.

Essen.. Das Sportgerichtsurteil des DFB mag Zlatko Junuzovic, Clemens Fritz und Werder Bremen nicht weh tun. 20 000 Euro Strafe – zahlen die Profis aus der Portokasse. Und eine weitergehende Sperre neben der regelkonformen gibt es auch nicht.

Aber warum wurden die Bremer überhaupt bestraft? Die Regel, dass ein Sünder nach jeder fünften Verwarnung automatisch ein Spiel zwangspausiert, hat der DFB selbst aufgestellt. Basierend auf dem legendären St. Paulianer Treter Walter Frosch, der sich in der Zweitliga-Saison 1976/77 satte 18 Karten in 37 Einsätzen eingefangen hatte.

Junuzovic und Fritz haben nicht gegen Fußballgesetze verstoßen

Die Regel ist von Spielern strategisch nutzbar. Fairplay hin, Schummelei her: Gegen Fußballgesetze haben Junuzovic und Fritz nicht verstoßen. Richter Lorenz verhängte eine Zeigefinger-Strafe aus der juristischen Grauzone. Künftig steht eine fünfte Gelbe Karte im letzten Spiel vor einem Bayern-Treffen mehr denn je unter Generalverdacht.

Konsequenzen der Anklage: Fußballprofis sprechen nach dem Abpfiff keine ehrlichen medialen Worte mehr über Fouls, Verwarnungen, Elfmeter, Abseitsstellungen und Tätlichkeiten. Oder sie sensen, um eine mutwillige Gelbe Karte glaubwürdiger erscheinen zu lassen, auf dem Rasen ohne Not den Gegner um.

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