Watzke empört über "Je suis Boyz"-Banner der BVB-Ultras

BVB-Ultras zeigen Solidarität mit der Kölner Fangruppe "Boyz", deren Mitglieder beim Platzsturm in Mönchengladbach beteiligt gewesen sein sollen.
BVB-Ultras zeigen Solidarität mit der Kölner Fangruppe "Boyz", deren Mitglieder beim Platzsturm in Mönchengladbach beteiligt gewesen sein sollen.
Foto: imago
"Geschmacklos": Der BVB-Boss ist entsetzt über ein BVB-Plakat beim Auswärtsspiel in Stuttgart, auf dem Solidarität mit Kölner Hooligans bekundet wird.

Köln/Stuttgart.. Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat empört auf ein Plakat von BVB-Ultrafans beim Bundesligaspiel in Stuttgart reagiert. Aus Solidarität mit der vom 1. FC Köln nach der Randale beim Fußballderby in Mönchengladbach ausgeschlossenen Fan-Gruppe "Boyz" hatten Dortmund-Anhänger am Freitag ein Transparent mit der Aufschrift "Je suis Boyz Köln" aufgehängt. "Es ist geschmacklos, die Opfer auch noch zu verunglimpfen und zu verhöhnen", sagte Watzke der "Bild am Sonntag". Davon distanziere sich der BVB entschieden. Dies sei eine Frechheit.

Mit dem Spruch "Je suis Charlie" war weltweit der Opfer des Terroranschlags auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo im Januar gedacht worden. Befürchtungen, dass es auch beim Spiel des 1. FC Köln gegen Hannover 96 (1:1) zu unliebsamen Solidaritätsbekundungen mit den vom Club mit Stadionverbot belegten "Boyz" kommen könnte, bewahrheiteten sich nicht. "Ich bin glücklich darüber, dass wir eine wirklich gute Stimmung im Stadion hatten", sagte Kölns Manager Jörg Schmadtke.

Er erwartet nun zwar harte Sanktionen, aber auch eine Strafe mit Augenmaß vom Deutschen Fußball-Bund (DFB). "Ich will in kein laufendes Verfahren eingreifen, aber ein Geisterspiel wäre merkwürdig", sagte Schmadtke am Samstag im TV-Sender Sky. "Das würde unserer Strategie und der Strategie des DFB widersprechen. Ich würde mich darüber sehr wundern."

Kölner Kollektivstrafen

Unterdessen haben die Kölner "Boyz" den 1. FC Köln scharf kritisiert. "Dass der Verein alles in seiner Macht stehende in die Wege leitet, um vermeintliche Verbandsstrafen des DFB zu verringern, können wir nachvollziehen", hieß es in einer am Tag vor dem Heimspiel gegen Hannover auf der "Boyz"-Homepage veröffentlichten Stellungnahme. "Die Tatsache jedoch, dass eigene, vor der gesamten Mitgliedschaft, getätigte Aussagen derart ad absurdum geführt werden, hätten wir nicht für möglich gehalten."

Sowohl die Vereinsführung als auch die AG Fankultur des Clubs hätten stets betont, dass kollektive Bestrafungen beim 1. FC Köln der Vergangenheit angehörten. "Dass sich Zeiten und Meinungen ändern, ist uns nun bewusst", schreiben die "Boyz" über den ihrer Ansicht nach ungerechtfertigten Ausschluss. "Die Hälfte der Mitglieder unserer Gruppe war in Mönchengladbach nachweislich nicht im Stadion."

Der 1. FC Köln hatte den "Boyz" nach der Randale in Gladbach den Status des Fanclubs aberkannt und Stadionverbote gegen alle Mitglieder verhängt. (dpa)

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