Warum Schalkes Sead Kolasinac zum Fall Emir Spahic besser geschwiegen hätte

Mit seinen Äußerungen über Emir Spahic zeigt sich Schalkes Sead Kolasinac (l.) als schlechtes Vorbild.
Mit seinen Äußerungen über Emir Spahic zeigt sich Schalkes Sead Kolasinac (l.) als schlechtes Vorbild.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Indem Sead Kolasinac den Gewaltausbruch von Emir Spahic relativiert, zeigt er sich als schlechtes Vorbild. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen.. Emir Spahic wird nie wieder in der Bundesliga spielen. Nachdem Bayer Leverkusen den Abwehrspieler vor die Tür gesetzt und dieser sich öffentlich für sein Verhalten entschuldigt hat, könnte man den Fall jetzt der Staatsanwaltschaft überlassen, die gegen den Bosnier wegen des Verdachts auf schwere Körperverletzung ermittelt. Wenn sich da nicht Schalkes Sead Kolasinac zu Wort gemeldet hätte, dem auf Facebook über 300.000 Fans folgen.

Dort relativiert Kolasinac in einem Posting das indiskutable Verhalten von Spahic, mit dem er in der bosnischen Nationalmannschaft spielt. Er schreibt, er finde es schade, wenn es als Fehler betrachtet werde, seine Familie zu verteidigen. Und dass Spahic sich mit seiner Tat nur gegen mangelnden Respekt gewehrt habe. Schließlich sichert Kolasinac seinem Teamkameraden seine volle Unterstützung zu. Ordner-Prügel

Ein fragwürdiges Verständnis von Ehre

Sead Kolasinac offenbart mit seinen Aussagen ein fragwürdiges Verständnis von Ehre. Denn es ist völlig egal, was der Ordner zu Spahic gesagt hat. Selbst wenn er dessen Bruder unter der Gürtellinie beleidigt haben sollte: Keine Worte der Welt rechtfertigen es, dem Mann mehrere Zähne herauszuschlagen. Ein gestandener Mann von 34 Jahren, der als Fußball-Profi eine Vorbildfunktion für die Jugend hat, darf sich nicht zu so einem Ausraster hinreißen lassen. Ohne Wenn und Aber.

Indem Kolasinac jetzt Verständnis für den Gewaltausbruch und damit ein völlig fehlendes Unrechtsbewusstsein zeigt, tut er sich keinen Gefallen. Viele seiner Facebook-Fans sehen ihn als Idol. In einer Zeit, in der sich Meldungen von Schlägereien auf Fußballplätzen häufen, vermittelt der Schalker durch die Verharmlosung des Vorfalls jetzt den Eindruck, dass es okay sei, zuzuschlagen, wenn man sich in seiner Ehre gekränkt fühlt. Kolasinac hätte besser geschwiegen.

Update (14. April, 16:02 Uhr): Wie dem Bearbeitungsverlauf seines Facebook-Accounts zu entnehmen ist, hat Sead Kolasinac besagten Beitrag im Nachhinein noch abgeändert (s. erste Passage).