Warum Matthias Sammer manchmal einfach ruhig sein sollte

Bayerns redseliger Sportvorstand Matthias Sammer.
Bayerns redseliger Sportvorstand Matthias Sammer.
Foto: Peter Steffen
Was wir bereits wissen
Bayerns Sportvorstand hat sich im medialen Clinch mit Bremens Thomas Eichin arg im Ton vergriffen. Es wäre mal wieder an der Zeit, sein Auftreten zu überdenken. Ein Kommentar.

Essen.. Ob Werder Bremens Thomas Eichin zu häufig einen Puck an den Kopf bekommen hat? Hat das Matthias Sammer tatsächlich in aller Öffentlichkeit gefragt? Ja, er hat. Und es ist eine Art, sich im Ton zu vergreifen, die der Sportvorstand des FC Bayern nicht zum ersten Mal zum Besten gibt und die er deswegen dringend überdenken sollte.

Sammer war bei den Bayern schon einige Zeit im Amt, da musste man sich immer noch ernsthaft die Frage stellen, welche Rolle er genau beim deutschen Rekordmeister spielt. Beim rasanten Aufstieg des ohnehin schon großen Klubs zum Über-Über-Super-Super-Verein geriet diese Frage ein wenig aus dem öffentlichen Fokus.

Bundesliga Der Kader, der nach den Dortmunder Meisterjahren 2011 und 2012 das Triple holte, trug nur unwesentlich die Handschrift des neuen Sportvorstands. Die gute Chemie während der Saison 2012/2013 dürfte dann doch wohl eher Jupp Heynckes zu verantworten gehabt haben. Ein Schelm, der denkt, dass die jüngeren Transfers der Spanier Thiago, Bernat und Alonso vor allem auf die Kappe des spanischen Bayern-Trainers gehen. Man einigt sich darauf zu glauben, dass Sammer dem bajuwarischen Starensemble zumindest nicht schadet als der Mahner und Motzer, der er schon als Spieler war. Passt schon. Irgendwie.

Und es würde auch kaum jemanden stören, wenn da jemand (trotz des unfassbar großen Erfolgs des FCB in den letzten Jahren) mahnt und motzt, wenn er es vor der eigenen Haustür tut, also bei Themen, die den FC Bayern betreffen - und im richtigen Ton. Beides allerdings sind Grenzen des guten Geschmacks, die Sammer in aller Regelmäßigkeit überschreitet.

Ein bisschen mehr Understatement würde den Bayern guttun

Die Bayern enteilen dem Rest der Liga? Da ist es mehr als arrogant zu fragen, ob die anderen Teams auch wirklich akribisch genug arbeiten. Thomas Eichin ärgert sich über Schiedsrichter-Entscheidungen, die die Bayern betreffen? Da wäre es nur in Ordnung, eine andere Meinung zu äußern, aber es ist ganz schlechter Stil, Thomas Eichin persönlich zu beleidigen.

Freilich: Im Showgeschäft, das die Bundesliga mittlerweile ist, braucht ein großer Verein wie der FC Bayern Personen, die sich oft vor Kameras und Mikrofone stellen. Wenn Sammer aber glaubt, durch solche Dampfplauderei seinen Klub verteidigen zu können, irrt er gewaltig. Denn es wirkt schlichtweg unentspannt, arrogant. Was viel besser passen würde zu diesem megaerfolgreichen, superreichen und größten Verein der Welt, wäre ein bisschen mehr Understatement.

Und das präsentiert man auch, indem man im richtigen Moment einfach mal ruhig ist.