FC Bayern

Warum der FC Bayern lieber außer Konkurrenz spielen sollte

Das Traumtor von Thiago brachte dem FC Bayern München den 2:1-Sieg über den VfB Stuttgart.
Das Traumtor von Thiago brachte dem FC Bayern München den 2:1-Sieg über den VfB Stuttgart.
Foto: imago

So groß ist in dieser Saison die Überlegenheit des FC Bayern in der Bundesliga, dass jeder Punktverlust einer Wettbewerbsverzerrung gleichkommt. Da wäre es besser, der Rekordmeister würde außer Konkurrenz mitspielen. Ein Kommentar.

Essen.. Ein Last-Minute-Sieg, wie ihn der FC Bayern am Mittwoch in Stuttgart gefeiert hat, wäre noch vor gar nicht langer Zeit dem „typischen Bayern-Dusel“ zugeschrieben worden – egal, ob er denn durch ein Krümel- oder ein Traumtor zustande gekommen wäre. Angesichts der turmhohen Überlegenheit des deutschen Rekordmeisters in dieser Saison verbietet sich ein solches Etikett von selbst. Mehr noch: Abgesehen von den bedauernswerten Stuttgartern dürften sich diesmal nicht einmal mehr jene Fußballfans geärgert haben, die sonst dem Abonnements-Meister nicht einmal das Schwarze unter den Fingernägeln gönnen.

Ja, der Lage in der Bundesliga ist es geschuldet, dass sich sogar alle Klubs, die sich als Konkurrenten des VfB Stuttgart verstehen, über Thiagos Treffer in der Nachspielzeit gefreut haben werden. Nicht von ungefähr hatte VfB-Coach Thomas Schneider vorher von einem „Bonusspiel“ für seine zuletzt kriselnde Mannschaft gesprochen. Sollte heißen: Ein Punktgewinn gegen die hoch favorisierten Münchner wäre eine Art Zusatzzähler, den die Konkurrenten aller Wahrscheinlichkeit nach eben nicht holen.

Abschlusstabelle mit Sternchen

So gesehen wäre jeder Punkt, den der so gut wie uneinholbare Tabellenführer in dieser Saison noch abgeben würde, im weitesten Sinne als Wettbewerbsverzerrung einzustufen. Was – überspitzt formuliert – darauf hinaus liefe, dass es im Interesse eines sauberen und gerechten Wettbewerbs wünschenswert wäre, dass die Bayern – wenn denn ihre 24. Deutsche Meisterschaft schon unvermeidlich ist – nicht nachlassen und auch noch die restlichen Spiele gewinnen.

Die Intensität, mit der die Münchner ihr für das Titelrennen vergleichsweise bedeutungsloses Siegtor in Stuttgart bejubelt haben, macht diese Vorstellung nicht unwahrscheinlicher. Am Ende könnte es tatsächlich so kommen, dass die Abschlusstabelle mit einem Sternchen versehen wird, das besagt: Die Bayern haben außer Konkurrenz mitgespielt.

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