Warum Bayern München vor einem großen Umbruch steht

Franck Ribery (l.) und Arjen Robben fehlen Bayern München schmerzhaft. Auf Sicht muss der deutsche Rekordmeister ohne einige Stars auskommen.
Franck Ribery (l.) und Arjen Robben fehlen Bayern München schmerzhaft. Auf Sicht muss der deutsche Rekordmeister ohne einige Stars auskommen.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Die Münchener können aufgrund ihrer Verletzungsprobleme ihre spielerische Klasse nicht mehr ausspielen. Und auf Sicht stehen sie vor einem großen Umbruch. Ein Kommentar.

Beginnen wir mit einer steilen These: Der FC Bayern München wird wieder Deutscher Meister, der FC Bayern München ist der Favorit auf den Gewinn des DFB-Pokals, der FC Bayern München hat eine gute Chance, Sieger der Champions League zu werden – und der FC Bayern München ist weder im Augenblick noch auf Sicht so unanfechtbar, wie es gerade aussehen mag.

Guardiola opfert seine heilige Taktik

Die Verletzungsprobleme um Franck Ribery oder Arjen Robben würden andere Vereine sicher gerne haben, die sich nicht einmal einen Spieler dieses Kalibers leisten können. Aber so viel internationale Klasse die Bayern auch versammelt hat: In der entscheidenden Saisonphase muss Trainer Pep Guardiola viel von dem verraten, was ihm heilig ist. Ballbesitz, Passspiel oder Zirkulation hat er beim 1:0-Sieg in Dortmund geopfert für eine defensive Ausrichtung wie nie zuvor. Und in Leverkusen war sein Team eines voller Leidenschaft und Robustheit, weniger eines der Spielkunst.

Nicht stur an Glaubenssätzen festzuhalten, spricht für Guardiola. Gegen den BVB in seiner aktuellen Verfassung hat es ja auch in 90 Minuten gereicht, gegen Leverkusen aber benötigte München einen überragenden Torhüter Manuel Neuer, die Mildtätigkeit von Schiedsrichter Felix Zwayer gegenüber Thiago und dessen Kaltschnäuzigkeit beim Elfmeterschießen. Die Frage, die die Bayern aber schon in der kommenden Woche nach Porto begleiten wird, ist die: Reicht das so auch für die Königsklasse? DFB-Pokal

Bayern München steht vor einem gewaltigen Umbruch

Und perspektivisch? Der Rekordmeister steht vor einem gewaltigen Umbruch. Bastian Schweinsteiger wird 31, Philipp Lahm und Arjen Robben 32, Franck Ribery 33, Xabi Alonso 34. Und niemand weiß, wie lange Pep Guardiola bleiben wird.

Ein Umbruch diesen Ausmaßes ist auch mit Bayern Münchens Wirtschaftskraft schwer zu stemmen. Für die Konkurrenz heißt das: Es wird absehbar ein Jahr ohne die gewohnte Bayern-Dominanz kommen. Dann zur Stelle zu sein, ist die Kunst.