Unbefristete Verträge haben im Profifußball nichts zu suchen

Was wir bereits wissen
Das Landesarbeitsgericht stellt im Prozess zwischen Mainz 05 und Torwart Heinz Müller klar: Fußballer sind keine normalen Arbeitnehmer. Ein Kommentar.

Essen.. Für junge Arbeitnehmer ist es erstrebenswert, mit Mitte 20 Planungssicherheit fürs Leben zu erlangen. Eine Familie gründen und sorgenfrei ohne Verdienstausfall krank werden zu können. Nicht dem Nerven- und Leistungsdruck durch ständige Zeitverträge ausgesetzt zu sein. Dass auch Heinz Müller sich so etwas wünscht, liegt auf der Hand.

Müller-Urteil Nun hat Heinz Müller mit 37 sein Arbeitsleben größtenteils schon hinter sich und in der Zeit viel mehr Geld verdient, als es die meisten bis zum normalen Rentenalter je werden. Das sei ihm gegönnt. Der Arbeitsschutz gilt einheitlich für alle Einkommensklassen. Aber bei der Frage nach unbefristeten Verträgen im Profisport fällt die Antwort schwer, ob sie nicht schon unsittlich oder nur anstößig wären.

Die Arbeitskraft nimmt mit dem Alter ab

Es ist ein Unterschied, als Fußballer im Showgeschäft Bundesliga häufig sechsstellige Monatsgehälter zu beziehen oder als Klempner und Bäcker zu den Ottonormalverdienern zu gehören. Fußballer sind keine gewöhnlichen Angestellten, ihre Arbeitskraft ist mit Ende 30 nicht mehr auf dem vorher geforderten und entsprechend vergüteten Niveau gefragt. Über Matthäus, Klinsmann und Möller im Trikot freut sich der Fan bei Legendenspielen – aber nicht in einer Ü-45-Bundesliga zwecks Weiterbeschäftigung.