Mit Schaaf hat Frankfurt die Trainerrolle gegen den Trend besetzt

TrioThomas Schaaf (Mitte) bei der Vorstellung in Frankfurt. Neben ihm Heribert Bruchhagen (l.) und Manager Bruno Hübner (r.)
TrioThomas Schaaf (Mitte) bei der Vorstellung in Frankfurt. Neben ihm Heribert Bruchhagen (l.) und Manager Bruno Hübner (r.)
Foto: Bongarts/Getty Images
Was wir bereits wissen
In einer Zeit, da junge Trainer mit neuen ideen gefragt sind, hat die Frankfurter Eintracht ihre offene Stelle gegen den Trend besetzt. Thomas Schaaf gilt als Trainer der „alten Schule“. Was für Frankfurt nichts Schlechtes bedeuten muss. Ein Kommentar.

Essen.. Es war sicher noch nicht fünf vor zwölf. Aber lange hätte Thomas Schaaf nicht mehr ohne Job sein dürfen, ohne Gefahr zu laufen, wie viele seiner arbeitslosen Kollegen in Vergessenheit zu geraten. Zumal er nicht zu den „Lautsprechern“ zählt, die sich – Bernd Schuster lässt grüßen – über die Medien selbst ins Gespräch bringen. So ist es denn auch nach seinem im stillen Groll erfolgten Abschied aus Bremen ruhig um den einstigen Erfolgscoach geworden, der 2004 mit Werder – aus heutiger Sicht fast unvorstellbar – das Double geholt hatte.

Auch in Frankfurt stand Schaaf zunächst ja nicht ganz oben auf dem Zettel. Hatten die Hessen doch keinen Hehl daraus gemacht, dass ihr Favorit der Salzburger Coach Roger Schmidt war, der sich jedoch für Leverkusen entschied. Ihn deshalb als zweite Wahl abzuqualifizieren, würde Schaaf jedoch nicht gerecht. Wie er in Bremen aus dem langen Schatten von Otto Rehhagel herausgetreten ist und an dessen Erfolge angeknüpft hat, verdient hohen Respekt.Trainer-Überraschung

So sehr ihn aber in Krisenzeiten seine Beharrlichkeit und Gelassenheit auszeichneten, so wenig konnte er sich bei nachlassendem Erfolg gegen den Eindruck wehren, nach 14 Jahren erschöpft, wenn nicht gar „ausgebrannt“ zu sein. Dass Werder nach seiner Spielerkarriere an der Weser Schaafs einzige Trainerstation geblieben ist, dürfte ihm bei der Jobsuche nicht unbedingt geholfen haben. Die weit verbreitete Ansicht, er sei – obwohl erst 53 – ein Trainer der alten Schule, natürlich auch nicht.

Frankfurt, eine solide Adresse

Insofern ist die Eintracht für Schaaf die Chance, zu beweisen, dass er nicht nur Werder kann. Eine viel bessere hätte er wohl kaum bekommen können. Gilt die Eintracht doch, seit Heribert Bruchhagen dort das Sagen hat, als eine der solidesten Adressen im deutschen Fußball. Da könnte die Verbindung mit einem erfahrenen – gegen den Trend verpflichteten – Trainer der ruhigen Hand sehr wohl passen.