Kruse startet beim VfL: "Will Titel gewinnen"

Bad Ragaz (dpa) - Das Pokern ist beendet: An diesem Donnerstag beginnt Fußball-Nationalstürmer Max Kruse seinen Dienst beim VfL Wolfsburg im Trainingslager in der Schweiz. Die Erwartungen sind groß. Sowohl vom Zwölf-Millionen-Mann selbst, als auch an den bisherigen Gladbacher.

"Max Kruse ist ein Hammer-Transfer", schwärmte VfL-Aufsichtsrat und VW-Kommunikationschef Stephan Grühsem bereits nach Kruses Verpflichtung: "Das ist ein sehr großer Baustein für die nächste Saison." Das sieht auch VfL-Manager Klaus Allofs, unter dem Kruse bei Werder Bremen einst der Durchbruch verwehrt blieb, so: "Er bringt viele Dinge mit, die uns in der neuen Saison besser machen."

Nun soll der nächste Schritt gelingen. Für Kruse selbst, aber auch für den VfL. "Ich möchte Titel gewinnen", verkündete Kruse bereits vollmundig aus seinem Urlaub heraus via "Sportbild": "Wolfsburg ist Vizemeister und Pokalsieger, greift an. Viel besser kann man sich im Fußball nicht verbessern."

Bei einigen war der Wechsel des Nationalstürmers durchaus auf Verwunderung gestoßen. Von einem Champions-League-Teilnehmer, der regelmäßig vor mehr als 50 000 Zuschauern spielt und zu den beliebtesten Clubs überhaupt zählt, ging Kruse zum anderen Champions-League-Starter, der als Volkswagen-Tochter bundesweit nur wenig Freunde hat und vor nicht einmal 30 000 Zuschauern im Schnitt spielt. "Am Ende geht es nicht darum, wie beliebt ein Verein ist, sondern welche Perspektive er hat", entgegnete Kruse darauf und befand: "Der VfL hat die bessere Perspektive als Gladbach."

Das sieht auch Allofs so: "Der Konkurrenzkampf wird größer für ihn bei uns". Dabei spielte Kruse auch in Gladbach unter Trainer Lucien Favre nicht immer. Doch in Wolfsburg trifft Kruse auf Torjäger Bas Dost, der mit seinen 16 Treffern in nur 21 Spielen maßgeblichen Anteil an den Erfolgen der vergangenen Saison hat. Nicklas Bendtner dürfte hingegen keine ernsthafter Konkurrent um einen Stammplatz sein, zumal der Däne als Wechselkandidat gilt.

"Natürlich komme ich nach Wolfsburg, um zu spielen, aber ich weiß, dass ich mich beim VfL erstmal durchsetzen muss", sagte Kruse, der mit Volldampf einsteigen will. Zunächst entspannte der 27-Jährige bei der Poker-WM in Las Vegas, danach ließ sich Kruse von seinem privaten Coach in einem "kleinen eigenen Fitness-Trainingslager" auf Mallorca in Form bringen, um den hohen Erwartungen gerecht zu werden.

"Ich erwarte, dass Max so weitermacht wie in Gladbach und noch etwas draufpackt", sagte Allofs. Dafür hat der Profi, der nach eigener Aussage "ab und zu aneckt", auch Freiräume. Kruse Zockerei am Pokertisch ist hinlänglich bekannt. "Wir haben mit Max Kruse ganz offen darüber gesprochen", meinte Wolfsburgs Coach Dieter Hecking.

Im Urlaub ist ein Trip wie zuletzt nach Las Vegas kein Problem. "Was Spieler bei uns im Urlaub machen, ist Privatsache", meinte Hecking. "Anders wäre es, wenn er in der Saison solche Termine wahrnehmen würde." Aber da hat Kruse nach eigener Aussage demnächst genug auf dem Fußballplatz zu tun: "Der Anspruch muss es sein, noch einmal solch eine ähnliche Saison hinzulegen - und da zu sein, wenn die Bayern straucheln."