Heldt über Müller-Urteil: "Das wäre der komplette Wahnsinn"

Horst Heldt betrachtet das Urteil um Heinz Müller mit Sorge.
Horst Heldt betrachtet das Urteil um Heinz Müller mit Sorge.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Der Wirbel um das Heinz-Müller-Urteil hält an. Schalkes Horst Heldt denkt, dass es den Fußball kaputt machen könnte. Auch andere Sportarten betroffen.

Gelsenkirchen.. Die Diskussion um das Heinz-Müller-Urteil nimmt weiter Fahrt auf. Im Interview mit dem Sportsender "Sky" nahm Schalkes Manager Horst Heldt Stellung zum Richterspruch, der befristete Verträge für Fußballprofis als unzulässig erklärte. "So etwas umzusetzen, wäre der komplette Wahnsinn", sagte Heldt, der mit ernsten Konsequenzen rechnet: "Das würde den Fußball revolutionieren, oder sogar kaputt machen."

Alle Sportarten von Urteil betroffen

Der 45-Jährige geht davon aus, dass das Urteil auch auf andere Sportarten ausstrahlt: "Ob im Basketball, Handball oder Eishockey, alle Sportarten, in denen Spieler mit Zeitverträgen ausgestattet werden, würden dann nicht mehr möglich sein." Er geht deshalb davon aus, dass der Fall Müller eine Besonderheit bleibt: "Fußballprofis und andere Profisportler müssen nach wie vor mit Zeitverträgen ausgestattet werden, anders würde es gar nicht funktionieren." Fußballverträge

Gericht: Befristeter Vertrag im Fall Müller unzulässig

Nachdem Heinz Müllers Vertrag beim FSV Mainz 05 zum 30.06.2014 ausgelaufen war und der Torwart in der Folge arbeitslos wurde, klagte Müller auf "Feststellung des Fortbestandes als unbefristetes Arbeitsverhältnis". Das Arbeitsgericht Mainz gab ihm recht. In der Begründung hieß es, dass es nur zwei Möglichkeiten für die Befristung eines Arbeitsvertrages gebe: Die Gesamtdauer von zwei Jahren oder weil ein Sachgrund vorliege.

Viele Fußballfunktionäre äußerten sich daraufhin besorgt. Das Urteil könnte den Fußball ähnlich verändern wie das Bosman-Urteil 1995, das Spielern ermöglichte, nach Ablauf ihres Vertrags ablösefrei zu einem anderen Verein zu wechseln.

Jörg Schmadtke vom 1.FC Köln sagte dem Sportmagazin "kicker", dass das Urteil eine gewisse Sprengkraft berge. Frankfurts Heribert Bruchhagen fand ähnlich drastische Worte wie Horst Heldt. Wenn jeder Spieler mit auslaufendem Vertrag sich auf die Causa Heinz Müller berufe, werde der Fußball große Probleme bekommen. Man könne doch nicht alle zwei Jahre die Kader erneuern. Harald Strutz, Präsident des FSV Mainz 05, kündigte indes an, sämtliche Rechtsmittel auszuschöpfen, um gegen das Urteil anzukämpfen.