Kommentar

Hamburger SV stolpert planlos durch die Liga

HSV-Kapitän Rafael van der Vaart
HSV-Kapitän Rafael van der Vaart
Foto: Getty Images

Der Hamburger SV müsste das Gegengewicht zum FC Bayern sein. Die Stadt Hamburg hat Wirtschaftskraft, Ausstrahlung und Lebensqualität. Stattdessen schlittert der HSV von einer Krise in die nächste. Ein Kommentar.

Essen.. Wenig hat sich so rasant geändert wie der Fußball, und vielleicht hätte deshalb sogar der große Ernst Happel heutzutage seine Schwierigkeiten. In den goldenen Achtzigern des HSV saß das Trainer-Genie mit dem Wiener Schmäh in seinem Büro, kloppte bis in die Nacht Skat und redete seine Spieler gerne mit „Wurschtl“ an.

Was der Hamburger SV mit Happel aber hatte, war eine Strategie, ein Plan, eine Idee vom Spiel. Dazu kamen die äußeren Bedingungen der Stadt Hamburg: Wirtschaftskraft, Ausstrahlung, Lebensqualität. War nicht der HSV prädestiniert, Bayerns Gegenpol zu bleiben?

Trainer und Manager wechseln beim HSV in rasender Folge

Heute stolpern die Hamburger durch die Liga. Seit Jahren planlos. Mal mit jungen Spielern, lieber aber mit teuren Alt-Stars, die ihre besten Tage hinter sich haben, wenn der HSV sie holt – ob nun Ruud van Nistelroy oder Rafael van der Vaart. Trainer und Manager wechseln in rasender Folge. Und zwischendurch entdeckt garantiert alle paar Monate einer ein neues Millionen-Loch, das irgendein Vorgänger gebuddelt hat.

Die Bayern sind dagegen immer noch oben. Ihr neues Gegengewicht heißt Borussia Dortmund. Angesichts seiner Voraussetzungen müsste sich der HSV schon deshalb in Grund und Boden schämen.