Experten einig: Tuchel soll den HSV sofort übernehmen

Was macht Thomas Tuchel? Geht er zum HSV? Und wenn, in die 2. Liga oder versucht er, den "Worst Case" zu verhindern und übernimmt noch in der laufenden Spielzeit?
Was macht Thomas Tuchel? Geht er zum HSV? Und wenn, in die 2. Liga oder versucht er, den "Worst Case" zu verhindern und übernimmt noch in der laufenden Spielzeit?
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Hitzfeld, Magath und Co. fordern, dass Tuchel den HSV vor dem Abstieg retten soll. HSV-Chef Beiersdorfer will an Interimscoach Knäbel festhalten.

Hamburg.. Nach dem Absturz auf den letzten Bundesliga-Platz raten immer mehr Fußball-Experten dem desolaten Hamburger SV zu einem sofortigen Engagement von Trainer-Wunschkandidat Thomas Tuchel. "Wenn er wirklich Interesse hätte, könnte er jetzt schon kommen", meinte der frühere Bundesliga- und Schweizer Nationalcoach Ottmar Hitzfeld am Sonntagabend beim TV-Talk "Sky 90". Mirko Slomka, mit dem der HSV als Coach in die Saison gestartet war, sagte bei "Sport 1": "Wenn er da Trainer werden möchte, finde ich: Jetzt Ärmel hochkrempeln und loslegen." Auch der frühere HSV-Profi, -Manager und -Trainer Felix Magath plädierte im "NDR-Sportclub" für einen sofortigen Wechsel: "Das würde sicher ein bisschen Schwung in den Abstiegskampf bringen."

Beiersdorfer: Knäbel bleibt bis Saisonende Trainer

HSV-Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer hatte allerdings trotz der 0:2-Niederlage gegen Wolfsburg und des tiefen Falls auf Rang 18 einen dritten Trainerwechsel 2014/15 ausgeschlossen. Nach Slomka und Josef Zinnbauer hatte Sportdirektor Peter Knäbel den Posten als Coach mit übernommen, bisher allerdings zweimal ohne Erfolg: 0 Punkte, 0:6 Tore. Falls es zu keiner schnellen Übernahme von Tuchel kommt, räumt Hitzfeld allerdings auch Knäbel Retter-Qualitäten ein: "Er hat die Fachkompetenz. Er ist einer, der nie aufgibt", so Hitzfeld, der mit Knäbel fünf Jahre beim Schweizer Verband zusammengearbeitet hat.

Der ehemalige BVB- und FC Bayern-Trainer traut dem umworbenen Tuchel zu, trotz vier Punkten Rückstand auf Platz 15 die Wende beim HSV einzuläuten: "Er könnte das schaffen." Hitzfeld findet sogar, dass dessen Ruf beim erstmaligen Gang der Hanseaten nach 52 Jahren aus der Elite- in die 2. Liga nicht beschädigt wäre. Gerade dies dürfte aber der Hauptgrund sein, warum Tuchel mit einer Übernahme zögert.

Tuchel grundsätzlich bereit für den HSV

Laut dessen Berater soll Tuchel aber grundsätzlich offen für eine Zusammenarbeit sein. "Thomas würde den HSV gerne machen, wenn gewisse Voraussetzungen stimmen", sagte Olaf Meinking der "Süddeutsche Zeitung" (Montag). Nach Angaben des Blatts soll es bei diesen Voraussetzungen aber nicht um den Verbleib des Traditionsclubs in der Bundesliga gehen, sondern um Tuchels Kompetenzen beim Krisen-Club. Laut SZ könnte eine Entscheidung Tuchels bald bevorstehen. Der 41-Jährige hat in dieser Saison eine Pause eingelegt, sein Vertrag beim Hamburger Liga-Konkurrenten FSV Mainz 05 gilt aber noch immer.

HSV-Trainer Nach dem HSV-Absturz ist auch für den bis vor kurzem zuversichtlichen Magath schwer zu sehen, "wie man an das rettende Ufer kommen soll". Er sprach im NDR-Fernsehen vom "Spiel eines Absteigers". "Von der Mannschaft kam nichts."

Die Berufung Knäbels, der vor 15 Jahren beim Schweizer FC Winterthur in der 2. und 3. Liga als Spielertrainer tätig war, halt er aufgrund dessen mangelnder Erfahrung nach wie vor für fragwürdig. "Diese Entscheidung, jemanden für diese Position zu nehmen, wenn es dringend gegen den Abstieg geht, ist natürlich eine Entscheidung, die man als Experiment bezeichnen muss", meinte Magath.

Magath rät zu Feuerwehrmann wie Labbadia

Denn es gebe keine Gründe, warum Knäbel "der Mann sein soll, der diese Mannschaft, die schwierig ist, in den Griff bekommt". Er sprach sich stattdessen für die Verpflichtung eines "Feuerwehrmanns" wie Bruno Labbadia aus.

"Man hat ja schon mal gemunkelt, dass er übernehmen soll, das könnte eine gute Maßnahme sein", meinte Magath, der sich auch selbst als Retter anbietet. Er sei "grundsätzlich immer bereit", dem HSV zu helfen. Entscheiden müssten dies aber andere. (dpa)