Dost köpft Wolfsburg zum 1:0-Sieg in Stuttgart

Bas Dost erzielte das Siegtor für den VfL Wolfsburg.
Bas Dost erzielte das Siegtor für den VfL Wolfsburg.
Foto: Thomas Kienzle / afp
Mit einem 3:0-Erfolg beim Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth startete Rekordmeister FC Bayern München in die Bundesliga-Saison 2012/2013. Der HSV unterlag dem 1. FC Nürnberg verdient mit 0:1. Die Partie zwischen Freiburg und Mainz 05 endete 1:1.

Fürth/Freiburg/Hamburg.. Bas Dost hat dem Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg zum Bundesliga-Auftakt einen glücklichen 1:0-Sieg beim VfB Stuttgart beschert. Der Niederländer traf am Samstagabend in der 90. Minute zum Sieg, nachdem Vedad Ibisevic zwei Minuten zuvor einen Elfmeter für den VfB kläglich vergeben hatte und auch den Nachschuss aus zwei Metern neben das leere Tor setzte.

Labbadia konnte gegen die Niedersachsen wie erwartet seinen Kapitän Serdar Tasci aufbieten. Der Innenverteidiger spielte trotz eines am Mittwoch erlittene Mittelhandbruchs, den mit einer schwarzen Karbonschiene schützte. Auf der linken Außenposition erhielt Ibrahima Traore nach seiner gelungenen Darbietung im Europapokal den Vorzug vor Shinji Okazaki. Und die Hereinnahme des Nationalspieler Guineas machte sich gleich positiv bemerkbar. Der dribbelstarke 24-Jährige war in der Anfangsphase auffälligster VfB-Profi und ließ seinen Gegenspieler, den Brasilianer Fagner, mit seinen Haken ein ums andere Mal ins Leere laufen.

Die beste Chance des Spiels gehörte allerdings nach einer Viertelstunde den Gästen aus Wolfsburg. Der von Felix Magath begnadigte Brasilianer Diego köpfte den Ball in den Strafraum, wo ihn VfB-Torhüter Sven Ulreich nicht richtig zu fassen bekam. Doch Ashkan Dejagah nahm das Geschenk nicht an und drosch den Ball aus zehn Metern über das Tor.

Viele lange Balle aus der Abwehr

Und der VfB? Die Stuttgarter fanden zunächst wenig Zugriff auf das Spiel gegen clever verteidigende Wolfsburger. Die neu formierte Innenverteidigung um Naldo und Emanuel Pogatetz wirkte so eingespielt, als würden die beiden schon Jahre und nicht erst ein paar Wochen zusammenspielen. Es deutete sich schnell an, dass es nach dem 2:0 in der Europa League gegen Moskau abermals ein Geduldsspiel werden würde. Zwar war VfB-Spielmacher Tamas Hajnal um Struktur und Präzision bemüht, doch flogen viele Bälle aus der Abwehr über ihn hinweg. Vom erfrischenden Kurzpassspiel des VfB war wenig zu sehen.

Die beste Möglichkeit hatte noch Stürmer Vedad Ibisevic. Der Bosnier, zweifacher Torschütze gegen Moskau, lief in der 34. Minute alleine auf Diego Benaglio zu, der Schweizer Nationaltorhüter war allerdings schneller und spitzelte ihm den Ball vom Fuß. Und im Gegenzug hätte Ivica Olic nach einer Dejagah-Flanke fast die Führung erzielt, aber sein Kopfball flog nur wenige Zentimeter am linken Pfosten vorbei.

Nach dem Seitenwechsel korrigierte Labbadia seine Aufstellung und nahm den bis dahin unscheinbaren Spielmacher Hajnal aus dem Spiel und schickte stattdessen Zugang Tunay Torun auf den Rasen. Der von Hertha gekommene türkische Nationalspieler tat dem Angriffsspiel gut. Der 22-Jährige machte das wenig inspirierte Spiel etwas überraschender, doch mehr als ein Weitschuss von Cacau (73.), den Benaglio zur Ecke lenkte, kam nicht dabei heraus. Und Wolfsburg schien mit dem Unentschieden zufrieden zu sein. Bis sich die Ereignisse in der Schlussphase überschlugen.

Frankfurt - Leverkusen 2:1 - Aufsteiger düpiert Europa-League-Teilnehmer

Eintracht Frankfurt hat im ersten Spiel nach dem Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga einen erfolgreichen Start erwischt. Die Hessen besiegten am ersten Spieltag der Saison B ayer Leverkusen mit 2:1 (0:0) und feierten so 469 Tage nach dem letzten Auftritt im Fußball-Oberhaus eine gelungene Rückkehr. Der erst kurz zuvor eingewechselte Martin Lang erzielte in der 81. Minute per Kopf den Siegtreffer für die Eintracht. Zuvor hatte Stephan Kießling die Gäste in Führung gebracht (30.) und Stefan Aigner ausgeglichen (57.).

Das Leverkusener Trainerduo bestehend aus Cheftrainer Sascha Lewandowski und Teamchef Sami Hyypiä musste damit im achten Ligaspiel nach Amtsübernahme die erste Niederlage einstecken.

Die durch die Ansetzung zum Topspiel gekürte Partie am Samstagabend fand vor nur 27.950 Zuschauern statt. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte die Eintracht aufgrund von Fan-Ausschreitungen im vergangenen Jahr mit einem Teilausschluss beim ersten Heimspiel bestraft.

Von Beginn an entwickelte sich eine muntere Partie, in der Leverkusen durch Kießling den ersten Offensivakzent per Distanzschuss setzte (6.). Die Eintracht präsentierte sich vor allem über die rechte Seite spielfreudig und hatte durch Takashi Inui (13.) und Alexander Meier (17.) jeweils große Chancen auf die Führung. Die erzielte in der 23. Minute unter dem Jubel der Eintracht-Anhänger Stefan Aigner - weil der Ball aber beim Zuspiel durch Sebastian Rode die Torauslinie bereits überschritten hatte, gab Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) den Treffer nicht.

Keine Tore zur Pause

Leverkusen erarbeitete sich mehr Spielanteile. Kießling scheiterte erneut an Trapp (28.), war beim dritten Versuch aber erfolgreich. Nachdem der Schlussmann der Hessen einen Schuss von Karim Bellarabi zur Seite abwehrte, staubte der 28 Jahre alte Stürmer ab und erzielte die Führung für die Gäste (30.). Die Eintracht hatte im Anschluss weitere Gelegenheiten auf den Ausgleich, aber sowohl Olivier Occean (37.) als auch Meier (39.) verfehlten das Tor.

Nach dem Seitenwechsel überließ die Leverkusener den Frankfurtern zunächst den Spielaufbau. Den Umstand wussten die Hessen zu nutzen. Bayer-Torwart Bernd Leno konnte einen Versuch von Inui abwehren, war beim Nachschuss durch Aigner aus knapp elf Metern aber chancenlos. Der 25 Jahre alte Zugang von 1860 München erzielte im ersten Spiel für die Eintracht den verdienten Ausgleich (57.).

Die Bayer-Elf investierte nun wieder mehr, konnte sich aber gegen die zuletzt viel gescholtene Eintracht-Defensive kaum Großchancen erarbeiten. Eine solche verpasste SGE-Stürmer Occean in der 73. Minute. Die Eintracht investierte in der Schlussphase aber mehr und wurde durch den Siegtreffer von Lanig belohnt.

Fürth - Bayern 0:3 - Souveräner Auftaktsieg des FCB

Die vermeintliche Zurückeroberung alter Herrschaftsverhältnisse ist der FC Bayern in seinem Auftaktspiel in der Fußball-Bundesliga eine Halbzeit lang zwar schuldig geblieben, für einen ungefährdeten Sieg hat es aber dennoch gereicht. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes siegte am Samstag bei Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth 3:0 (1:0). Die Tore für die Münchner vor 18.000 Zuschauern in der ausverkauften Fürther "Trolli"-Arena erzielten Thomas Müller (43. Minute), Mario Mandzukic (59.) sowie Arjen Robben (78.).

1. Bundesliga Heynckes musste in Fürth unter anderem auf den an einer Grippe erkrankten Franck Ribery verzichten. Der noch nicht hundertprozentig fitte Bastian Schweinsteiger fand sich unter den Augen von Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer auf der Ersatzbank wieder. In der Mittelfeldzentrale der Bayern lief etwas überraschend Xherdan Shaqiri auf, der später die Position mit Außenspieler Thomas Müller wechselte. Doch der Zugang vom FC Basel verlieh dem Spiel der Bayern zunächst kaum Impulse. Die Münchner hatten in den ersten 20 Minuten zwar 70 Prozent Ballbesitz, doch bis auf eine Halbchance für Mario Mandzukic (8. Minute) blieben sie ungefährlich. Ohne Ideen und Durchsetzungskraft zogen sie ihr Spiel nach vorne auf. Die Gastgeber machten es den Bayern mit klugem und engagiertem Defensivverhalten aber auch schwer.

Müller staubt aus wenigen Metern ab

Präsident Uli Hoeneß hatte vor der Begegnung noch einmal an das Team appelliert. "Wir müssen lernen, dass es für uns ein Problem ist, auf Dauer nur Zweiter zu werden. Wir müssen uns im Klaren sein, dass wir richtig unter Druck stehen, die nationale Vorherrschaft zurückzuerobern", sagte er im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Zumindest Zugang Dante schien sich die Maßgabe hinter die Ohren geschrieben zu haben. Nach einem Eckball von Shaqiri stieg der Innenverteidiger hoch und köpfte energisch aufs Tor, der Fürther Heinrich Schmidtgal klärte auf der Linie. Doch Müller staubte aus wenigen Metern zur Führung ab.

Nach der Pause wichen die Fürther von ihrer strikten Defensivordnung leicht ab, wodurch sich Räume für den FC Bayern eröffneten. Die erste Möglichkeit hatte Mandzukic in der 51. Minute. Sein Versuch von der Strafraumkante wurde aber von der Fürther Abwehr geblockt. Zwei Minuten später machte es der kroatische Nationalstürmer besser: Nachdem Fürths Torhüter Max Grün einen Schuss von Arjen Robben nach vorne abprallen hatte lassen, vollendete Mandzukic zum 2:0 (59.).

Zu den auffälligsten Akteuren aufseiten der Münchner zählten der omnipräsente Müller sowie Luiz Gustavo im defensiven Mittelfeld. Auch die Verteidiger Jerome Boateng und Holger Badstuber überzeugten mit ihrer Zweikampfstärke.

Der Erfolg der Münchner war zu keiner Zeit gefährdet. Auch in der Schlussphase waren die Bayern die aktivere Mannschaft und erspielten sich ein paar Gelegenheiten. So köpfte zunächst Müller am Tor vorbei (66.), anschließend scheiterte Robben mit einem Drehschuss an Grün (71.). Sieben Minuten später aber war der Niederländer durch eine abgefälschte Flanke zum 3:0 erfolgreich.

Freiburg - Mainz 1:1 - Ivanschitz gleicht per Elfmeter für Mainz aus

Der SC Freiburg bleibt unter Trainer Christian Streich im heimischen Stadion ungeschlagen, verpasste aber einen Dreier zum Saisonauftakt: Die Breisgauer mussten sich gegen den FSV Mainz 05 mit einem 1:1 (0:0) zufrieden geben. Neuzugang Max Kruse hatte den SC vor 22.500 Zuschauern in Führung gebracht (49.), doch Andreas Ivanschitz besorgte per Foulelfmeter (65.) den Ausgleich für die Gäste.

Die von Verletzungssorgen geplagten Gastgeber, die auf die Stammspieler Mensur Mujdza (Fußverletzung), Daniel Caligiuri (Bänderriss) und Jan Rosenthal (Sehnenanriss im Kniegelenk) verzichten mussten, übernahmen von Beginn an die Initiative und spielten mutig nach vorne.

Die erste gute Chance hatte trotzdem Mainz. Nicolai Müller konnte aber einen Freiburger Abwehrfehler nicht nutzen und schoss am Freiburger Tor vorbei (10.). Anschließend neutralisierten sich beide engagierten Teams im Mittelfeld, gute Torchancen blieben Mangelware. Vor der Pause hatte noch einmal Ivanschitz die Mainzer Führung auf dem Fuß. Der Österreicher hatte SC-Torwart Oliver Baumann bereits ausgespielt, doch seinen Schuss beförderte Matthias Ginter noch von der Torlinie (25.).

SC-Trainer Streich hatte in Kruse nur einen Neuzugang in die Startelf berufen. Mainz-Coach Thomas Tuchel, der bei seinem 103. Bundesliga-Spiel auf der Mainzer Bank den bisherigen Rekordtrainer der Rheinhessen im Oberhaus, Jürgen Klopp, ablöste, hatte sein Team zunächst gänzlich ohne Neuverpflichtungen ins Rennen geschickt.

Mit der ersten Chance der zweiten Halbzeit belohnten sich die Breisgauer dann für die engagierte Leistung. Kruse behielt nach einem tollen Pass von Karim Guede die Nerven und schob zur Führung ein. Doch die Gäste gaben keinesfalls auf. Nach einem Eckball wehrte Baumann einen Seitfallzieher von Elkin Soto mit einer Glanztat ab (61.). Chancenlos war Baumann aber vier Zeigerumdrehungen später. Ivanschitz verwandelte souverän einen Foulelfmeter, nachdem SC-Kapitän Julian Schuster Müller zu Fall gebracht hatte.

Bei den Gastgebern konnten vor allem der agile Guede und Fallou Diagne überzeugen. Die besten Mainzer waren Ivanschitz und Müller.

Hamburg - Nürnberg 0:1 - Fehlstart des HSV ist perfekt

Der Hamburger SV hat einen bösen Fehlstart in seine Jubiläumssaison hingelegt. Das Team von Trainer Thorsten Fink verlor das Duell der Pokal-Deppen gegen den 1. FC Nürnberg im eigenen Stadion mit 0:1 (0:0) und steht nun im Jahr seines 125-jährigen Bestehens vor turbulenten Wochen. Nach dem peinlichen Pokal-Aus in der vergangenen Woche in Karlsruhe dürfte es für die sportliche Führung ungemütlich werden.

Für Nürnberg war es dagegen der erste Sieg in der Hansestadt seit 20 Jahren. Das Tor des Tages erzielte Hanno Balitsch in der 68. Minute aus kurzer Distanz. Per Nilsson hatte zuvor an die Querlatte geköpft. Pech hatte Hamburgs Marcell Jansen (90.+1) mit einem Kopfball gegen die Latte.

Ideenlos, mutlos, kopflos - der HSV hatte eine Woche nach dem peinlichen Pokalaus gegen den Drittligisten Karlsruher SC (2:4) zunächst große Mühe, die Partie gegen den Zehnten der abgelaufenen Bundesliga-Saison in den Griff zu bekommen. Das Fehlen eines Spielmachers, der noch bis zum Ende der Wechselfrist am 31. August verpflichtet werden soll, machte sich deutlich bemerkbar. Mängel im Spielaufbau und viele Fehlpässe waren die Folge. Weil aber auch Nürnberg abwartend begann und erstmal sichtlich darum bemüht war, keine Fehler zu machen, bekamen die 50.123 Zuschauer in der nicht ganz ausverkauften Arena im Hamburger Volkspark zum Saisonstart zunächst sportliche Magerkost geboten. Bereits nach 30 Minuten gab es erste Pfiffe.

Auch HSV-Trainer Fink schien das Spiel in der ersten Halbzeit auch nicht sonderlich zu gefallen. Mit in die Hüften gestemmten Armen verfolgte er die ersten 45 Minuten komplett im Stehen. Immer wieder gab der frühere Bayern-Profi lautstarke Anweisungen an sein Team, das sich am Ende bei Torhüter Rene Adler bedanken konnte, nicht mit einem Rückstand in die Kabine zu gehen.

Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff parierte der Neuzugang zunächst einen wuchtigen Kopfball von Timm Klose und hielt den anschließenden Nachschuss von Alexander Esswein. Der HSV hatte bis auf einen Kopfball von Kapitän Heiko Westermann (24.) und einen abgefälschten Flachschuss von Dennis Aogo (41.) offensiv nicht viel zu bieten. Auch der Start in die zweite Hälfte gehörte den Franken. Nach einem Traumpass des agilen Japaners Hiroshi Kiyotake, der nach der 2:3-Blamage im Pokal gegen den Viertligisten Havelse für Timo Gebhart im zentralen Mittelfeld von Beginn an spielte, vergab Mike Frantz völlig freistehend gegen Adler (46.).


Fortan gab der HSV mehr Gas, ohne sich aber nennenswerte Torchancen zu erspielen. Nürnberg blieb hingegen gefährlicher. Balitsch verfehlte nach einer Ping-Pong-Stafette aus bester Position, nachdem der Hamburger Per Skjelbred bei einem Freistoß auf der Linie kleben blieb und das Abseits damit aufhob. Die größte Chance für die Hamburger zum Ausgleich vergab Linksverteidiger Aogo. Seinen Freistoß konnte Club-Keeper Raphael Schäfer noch gerade so an den Pfosten lenken (72.).

Die besten Noten bei den Hanseaten verdiente sich noch Torwart Adler, bei den Gästen spielte Neuzugang Kiyotake und Balitsch am auffälligsten. (sid/dapd)