Die Krisenherde bei Schalke und dem BVB

Zwei Trainer mit Problemen: Schalkes Roberto Di Matteo und BVB-Coach Jürgen Klopp.
Zwei Trainer mit Problemen: Schalkes Roberto Di Matteo und BVB-Coach Jürgen Klopp.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
In der Fußball-Bundesliga taumeln der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund weiter durch die Krise. Die Ursachenforschung fällt schwer. Ein Kommentar

Essen.. Der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund betonen oft ihre Unterschiede, dabei haben beide Klubs viele Gemeinsamkeiten. Sie gehören zum Urgestein der Fußball-Bundesliga, sie mobilisieren die Fan-Massen, und sie setzen gerade die Saison in den Sand.

Die Gründe? Vielfältig und kaum greifbar. Bei den Schalkern ist es zum Beispiel wie mit dem Tau, der nachts fällt. Man sieht ihn nicht, man hört ihn nicht, doch morgens ist die Wiese nass. Natürlich kann der Verein mit dem Verletzungspech argumentieren: Der Einsatz des unerfahrenen Keepers Timon Wellenreuther hat fünf, sechs Punkte gekostet. Aber das erklärt nicht das blutleere Auftreten der Schalker beim 0:0 gegen Freiburg.

Sami Khedira als neuer Hoffnungsträger? Eine Investition, die weit in den zweistelligen Millionen-Bereich steigen dürfte. Dabei hat eine ähnliche Aktion – die Verpflichtung von Kevin-Prince Boateng – nicht funktioniert. Königsblau verfügt natürlich über Fußball-Kompetenz. Gäbe es diesen einen klaren Knackpunkt, der Klub würde ihn finden. Aber es gibt eben nicht den einen, klaren Fehler im System. Also geht das Stochern im Nebel weiter.

Keine Gedankenfreiheit in Dortmund

Bei Borussia Dortmund sind dabei nicht mal mehr die Gedanken frei. Die Führungsetage mit Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc hat sich nämlich klar für Trainer Jürgen Klopp ausgesprochen. Dies zählt mehr als anderswo, denn es geht eben nicht nur um Kollegialität. Es geht auch um Verdienste. Klopp hat den BVB nach oben geführt, das vergessen die Dortmunder nicht.

Doch das Wort „Verdienste“ wird dabei nicht nur im klassischen Sinn interpretiert. Verdienst bedeutet in Klopps Fall zugleich: Die Hoffnung auf die Rückkehr der guten Tage.

Verdienste zählten auch bei Roman Weidenfeller wenig

„Verdienste“ als solche sind im Profi-Fußball ein flüchtiger Wert. Klopp selbst hat den Beleg geliefert. Vor einem Jahr war Roman Weidenfeller laut Klopp und BVB noch der beste Torwart der Welt, der nicht Nationaltorwart war. Auf dem Höhepunkt der Krise setzte Klopp seinen Torwart dann auf die Bank. Soviel zu „Verdiensten“ im Tages-Geschäft.

Neben dem Torwart-Wechsel hat Klopp jede Möglichkeit probiert, die Krise zu besiegen. Ohne Erfolg.

Das Tuscheln wird lauter. Thomas Tuchel, der Wunschtrainer vieler Klubs, ist trotz seiner Gespräche mit dem Hamburger SV noch auf dem Markt. In Mainz hat er schon einmal die Nachfolge von Klopp angetreten, und in der Bundesliga erscheint nichts unmöglich. Nur eins ist sicher: Schlechte Zeiten sind guter Gesprächsstoff. Das wiederum gilt für Schalke UND für Dortmund.